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Sport-Welt Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig
Sport Sport-Welt Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig
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11:29 16.07.2010
Von Carsten Schmidt
Auch in Braunschweig mit dabei: Der deutsche Diskuswerfer Robert Harting. Quelle: dpa

Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig am Wochenende dienen als Generalprobe für die kontinentalen Titelkämpfe. „Die Form von Braunschweig kann quasi nach Barcelona mitgenommen werden“, sagte am Donnerstag der für den Laufbereich zuständige Chef-Bundestrainer Rüdiger Harksen. Vom 27. Juli bis 1. August findet in Barcelona die Europameisterschaft statt.

Das heißt aber auch: Wer in Niedersachsen eine schlechte Leistung bringt, der kann sich Katalonien abschminken. Immerhin 51 deutsche Sportler haben dieses Problem nicht mehr, weil sie die vom Verband geforderten Richtwerte komplett erfüllt haben. Auch weitere 20 Kurz- und Langsprinter dürfen schon die Kleidung für die Reise nach Barcelona bereitlegen, weil beide 4x100-Meter- und 4x400-Meter-Staffeln die Qualifikation geschafft haben. Für diesen Kreis, zu denen allen voran die europäischen Jahresbesten Christian Reif (Weitsprung), Carolin Nytra (100 Meter Hürden), Carolin Hingst (Stabhochsprung) und Nadine Müller (Diskuswurf) zählen, bieten die nationalen Titelkämpfe ein Indiz dafür, ob die Form weiterhin stimmt. Auch Diskus-Weltmeister Robert Harting ist in Braunschweig mit. “68 Meter wären sehr gut, alles darunter sehr schade", sagte er der Deutschen Presseagentur. "70 Meter hab’ ich drauf. Irgendwann und irgendwie. Aber wünschen, wollen, können - das ist immer so eine Sache.“Aber: "Mit 65 Metern hast du als Geselle ausgelernt. Erst mit 70 Metern hast du die Meisterprüfung bestanden.“

Einige Prominente indes müssen in Braunschweig eine wundersame Leistungsentwicklung zeigen, damit sie noch auf dem EM-Zug aufspringen und tatsächlich gut 80 Sportler in Barcelona starten können, wie es DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen prophezeit. Solche Sorgenkinder gibt es vor allem im Hochsprung. Der WM-Dritte Raul Spank ist nach einer Fußoperation im Winter nicht in Form gekommen und mit bisher übersprungenen 2,21 Metern noch weiter von der EM-Norm (2,28 Meter) entfernt als der frühere Hannoveraner Eike Onnen. Der 2,34-Meter-Springer des Jahres 2007, der jetzt für die LG ASV/DSHS Köln startet, hat auch in der neuen Umgebung noch nicht zu alter Leistungsstärke zurückgefunden und erst 2,22 Meter in diesem Jahr zu Buche stehen. Auch Sebastian Bayer, Hallen-Europameister 2009 im Weitsprung mit 8,71 Metern, ist verletzungsbedingt noch weit von Achtmetersprüngen entfernt.

Trial-Charakter bietet der Stabhochsprung. Dort haben zehn Athleten (vier Männer, sechs Frauen) die Norm einmal erfüllt, es gibt aber nur sechs Fahrkarten nach Barcelona zu verteilen. Im 100-Meter-Sprint der Männer kämpft ein Quintett um die maximal drei Plätze. Und auch im Kugelstoßen der Frauen muss mindestens eine der vier Normen-Erfüllerinnen zu Hause bleiben.

Eine Punktlandung zu den Titelkämpfen ist den Organisatoren in Braunschweig gelungen. Die Nordkurve wurde noch rechtzeitig fertiggestellt, und in der neuen Arena sollen die Leichtathleten auch künftig einen festen Wettkampfplatz finden. Frank Kowalski, Direktor Veranstaltungsmanagement beim DLV, und die Präsidentin des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbands, Rita Girschikofsky, würdigten gestern das Engagement. „Es dürfte wohl kaum eine Stadt geben, die innerhalb von sieben Monaten solch eine Veranstaltung organisiert“, lobte Kowalski, während Girschikofsky ergänzte: „Es war nur durch Teamarbeit möglich, diese Meisterschaften zu organisieren.“

Das müssen sie zur DM wissen:

Anreise: Über die Autobahn 2 bis Ausfahrt Braunschweig-Watenbüttel, dann die B 214 und A 392 Richtung Braunschweig bis Hamburger Straße. Links abbiegen, nach etwa einem Kilometer liegt auf der rechten Seite das 25 000 Zuschauer fassende Eintracht-Stadion. Parkplätze gibt es etwa 500 Meter südlich vom Stadion am Schützenplatz und der ehemaligen Eishalle sowie nördlich des Stadions beim Konferenz Center der Volkswagen Financial Services AG, Schmalbachstr. 1.

Eintrittskarten: Bisher sind insgesamt rund 10 000 Tickets verkauft worden. Es gibt also noch Karten in allen Kategorien für beide Veranstaltungstage. Auf der Ost- (Zielgerade) und Westtribüne (Gegengerade) kostet der Sitzplatz 25 Euro pro Tag (19,50 Euro für Schüler, Studenten, Wehr- und Zivildienstleistende sowie Rentner) sowie 40 Euro (32,50 Euro) als Dauerkarte für Sonnabend und Sonntag. Sitzplätze in der Nordkurve kosten 15 (10) Euro pro Tag und 25 (17.50 Euro) als Dauerkarte. In diesem Bereich können auch Familientickets (zwei Erwachsene, ein Kind) zum Preis von 25 Euro pro Tag oder 45 Euro für beide Tage erworben werden. Stehplatzkarten in der Südkurve gibt es zum Tagespreis von 7,50 Euro (ermäßigt 5, Familie 15). Die Dauerkarte kostet 12 Euro (ermäßigt 9, Familie 25).

Fernsehen: Die ARD überträgt am Sonnabend live von etwa 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr, das ZDF sendet am Sonntag von 15 bis etwa 18 Uhr aus Braunschweig.

Starter aus der Region: Alena Roth (100 m), Inga Maria Müller (400 m), Amina Ferguen (100 m Hürden), Moritz Waldmann, Johannes Raabe (beide 1500 m), Jan Hase (Hochsprung, alle LG Hannover), Maren Schwerdtner (100 m Hürden, Weitsprung), Alexander Juretzko (400 m), Hendrik Meier (Hochsprung), Marcus Kahlmeyer (Hammerwurf, alle Hannover 96), Steffen Kahlert 
(110 m Hürden, TuS Wunstorf), Dirk Schwarzbach (3000 m Hindernis, TSV Kirchdorf), 
LG Hannover (4x400 m männliche Jugend), StG Burgdorf-Helstorf-Stuhr (4x400 m weibliche Jugend), StG Hannover/Hildesheim (3x1000 m männliche Jugend). cas

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