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Sport-Welt Leichtathleten kommen mit breiter Brust aus Braunschweig
Sport Sport-Welt Leichtathleten kommen mit breiter Brust aus Braunschweig
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09:24 19.07.2010
Von Carsten Schmidt
Silke Spiegelburg in guter Form. Quelle: dpa

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hält wenig von Zurückhaltung. „Unsere Leistungsträger haben sich hier hervorragend präsentiert. Insofern ist der Blick auf Barcelona mehr als zuversichtlich“, sagte Sportdirektor Thomas Kurschilgen zum Abschluss der nationalen Meisterschaften in Braunschweig, die insgesamt 30 000 Besucher an beiden Tagen verfolgten. Vier Titel und ein gutes Dutzend Medaillen sollen die Läufer, Geher, Springer und Werfer aus der katalanischen Metropole mitbringen, in der vom 27. Juli bis zum 1. August die Europameisterschaften stattfinden. Das verheißt die kontinentale Jahresbestenliste, zudem soll der Schwung der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin 2009 mit dem prachtvollen Ergebnis von neunmal Edelmetall nicht schon nach zwölf Monaten verebben. Und dabei macht Mut, dass auch die deutschen Hoffnungsträger für Barcelona schon bei den nationalen Titelkämpfen in Braunschweig am Wochenende überwiegend mit breiter Brust auftraten.

Die Siegesgewohnten: Sechs Medaillengewinner von Berlin machten im Eintracht-Stadion Hoffnungen auf einen erneuten Sprung auf das Siegerpodest. Diskuswurf-Weltmeister Robert Harting empfahl sich mit 68,67 Metern für einen erneute Medaille, er hat sein Vorjahrsniveau ebenso halten können wie Hammerwerferin Betty Heidler. Die Frankfurterin stellte mit 75,82 Metern einen Meisterschaftsrekord auf und will nach WM-Gold 2007 und -Silber 2009 nun ihre erste EM-Medaille gewinnen. In Medaillenform präsentierte sich auch Ariane Friedrich, die zwei Meter in Niedersachsen meisterte und diese immer noch bedeutende Marke wieder fest im Griff hat. Bronze wie in Berlin ist für die 26-Jährige das Minimalziel. „Ich denke, meine Form ist genauso gut wie im vergangenen Jahr, wenn nicht noch besser“, sagte die Frankfurterin. Etwas nachgelassen haben die Kugelstoßer Ralf Bartels sowie Nadine Kleinert und Siebenkämpferin Jennifer Oeser. Doch das Trio hat genügend Routine, um in Barcelona vorn mitzumischen.

Die Aufsteiger: Carolin Nytra ist ohne Zweifel die Entdeckung der Saison. Und dass ihre 12,57 Sekunden über 100 Meter Hürden kein Zufall waren, bewies die Bremerin auch in Braunschweig. Mit 12,71 Sekunden beherrschte sie die Konkurrenz klar. „Ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich meine Form bestätigen konnte“, meinte die Hürdenflitzerin. Sogar eine Zeit von 12,50 Sekunden glaubt sie „im Kopf und in den Beinen“ zu haben. Auch Weitspringer Christian Reif bewies in Braunschweig Beständigkeit und beschämte alle, die seine Spitzenposition in der europäischen Jahresbestenliste nur für eine Momentaufnahme gehalten hatten. „Ich habe jetzt drei Sprünge über 8,20 Meter und hier bei den deutschen Meisterschaften einen über 8,18 gezeigt: Da muss eine Medaille in Barcelona das Ziel sein“, sagte der 25-Jährige. In den Medaillenkampf eingreifen will auch das Stabhochsprung-Sextett Silke Spiegelburg, Lisa Ryzih, Carolin Hingst, Malte Mohr, Raphael Holzdeppe und Fabian Schulze, die in harten Duellen um den nationalen Titel Wettkampfhärte bewiesen.

Die Unbeständigen: Diskuswerferin Nadine Müller und Speerwerferin Christina Obergföll haben eigentlich die Leistungsstärke für eine Medaille in Barcelona. Doch Müller schwächelte bei den jüngsten internationalen Meetings und blieb deutlich hinter ihrer Jahresweltbestleistung (67,78 Meter). Obergföll zeigte sich in Braunschweig genauso nervenschwach wie Berlin (WM-Fünfte) und wurde nur Zweite.

Die Sorgenkinder: Ausgerechnet der Höhenflieger von Berlin landete in Braunschweig unsanft auf dem Boden. Raul Spank, WM-Dritter im Hochsprung, wurde zwar nationaler Meister mit 2,25 Metern. Er leidet aber immer noch unter den Nachwirkungen einer Fußoperation im Winter und verpasste die Norm (2,28 Meter). Spank muss ebenso auf eine Sonderregelung für Barcelona hoffen wie Weitspringer Sebastian Bayer. Der Hamburger, 2009 mit 8,49 Metern Star der nationalen Meisterschaften, sprang nach Verletzungspausen jetzt nur 7,71 Meter. Ihm bleibt wohl nur das Daumendrücken für Nytra, seine Partnerin.

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