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Legale Pyros: Dänische Revolution fürs Stadion

Debatte um Bengalos Legale Pyros: Dänische Revolution fürs Stadion

Früher galt der dänische Fußballclub Bröndby Kopenhagen als Inbegriff der Fankrawalle. Bis man sich auf einen ganz besonderen Weg im Dialog mit den Fangruppen begab und auch die Ultras, die Anhänger der „reinen Lehre“ des kommerzfreien Fußballs, mit einbezog.

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Ultras von Bröndby Kopenhagen zünden am 28.07.2016 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin Bengalos bei der Europa-League-Qualifikation gegen Hertha BSC Berlin.

Quelle: dpa

Kopenhagen. Beim dänischen Hauptstadtclub Bröndby Kopenhagen war noch vor wenigen Jahren fast jedes Spiel ein Risikospiel. Auch im Ausland fielen Bröndbys Fans unangenehm auf: Beim Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Hertha BSC 2016 zündeten beide Seiten eine riesige Pyro-Show. Der dänische Klub merkte: Konfrontation ist keine Lösung. Der vom Ex-Leipziger Alexander Zorniger trainierte Verein setzt jetzt auf konstanten Dialog mit allen Fangruppen, auch mit den Ultras. Und er steckt viel Mühe in eine spektakuläre Neuentwicklung: den sicheren Bengalo.

„Wir haben den Durchbruch geschafft“, sagt Bröndbys Fanbeauftragter Lasse Bauer dem RND: „Unser Bengalo hat eine europäische CE-Zulassung erhalten, er darf jetzt legal eingesetzt werden.“ Das in China produzierte römische Licht ist rauchfrei und seine Flamme deutlich ungefährlicher als bei den illegalen Bengalos. Kleidung fängt beim Kontakt nicht Feuer auch bei Durchwedeln mit der Hand gibt es keine Verbrennungen. Allerdings sind die Lichter auch etwas schwächer: „Sie haben ungefähr drei Viertel der Lichtstärke wie die illegalen Bengalos“, sagt Bauer. Bald will er sie im Ligabetrieb ausprobieren. Gespräche mit dem dänischen und schwedischen Fußballverband stünden kurz vor dem Abschluss, meint er, die Verantwortlichen seien sehr offen. Doch sind die Fans es auch: „Wir wollen nicht zu voreilig vorgehen, dann wird unser Produkt nicht akzeptiert“, sagt der vorsichtige Fanbeauftragte. Aber die Vorteile lägen auf der Hand: „Ultras schaffen es vielleicht, 50 bis 100 illegale Bengalos an den Kontrollen vorbei ins Stadion zu bringen. Wenn sie die legalen verwenden, könnten sie 1000 oder mehr davon zünden. Das wird eine Riesenshow!“ In der Entwicklung sind zudem Glitzerfontänen für noch aufwendigere Choreographien.

Wichtiger aber als das legale Leuchten ist für Bauer der konstante Dialog mit den Fangruppen. „Die Fans und ihre Choreos sind integraler Bestandteil des Erlebnisses Fußball“, sagt er. „Natürlich gibt es Konflikte zwischen Club und Fans, aber wir reden mit allen.“ Und es wirkt, sagt Bauer: „Risikospiele sind nur noch die Stadtderbys gegen den FC Kopenhagen und Matches gegen große Vereine aus Europa. Die Strafen sind auf einem Rekordtief angelangt. Das ist ein dramatischer Wandel. Wir sind sehr zufrieden.“

Von Jan Sternberg/RND

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