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Sport-Welt "Sie hatte schon Schaum vor dem Mund"
Sport Sport-Welt "Sie hatte schon Schaum vor dem Mund"
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08:00 14.08.2014
Mittlerweile wieder in einem stabilen Zustand: Die polnische Langstreckenschwimmerin Natalie Charlos. Quelle: dpa

Der Auftakt der Schwimm-EM in Berlin ist von einem dramatischen Zwischenfall überschattet worden. Die völlig erschöpfte polnische Langstreckenschwimmerin Natalie Charlos, die in Elmshorn lebt und trainiert, verlor kurz vor dem Ziel im 10-km-Rennen das Bewusstsein und musste von Helfern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus dem Wasser gezogen werden. Nach einer längeren Behandlung an Land durch den deutschen Teamarzt Alexander Beck befand sich die Athletin aber wieder in einem stabilen Zustand. Die 21-Jährige wurde ins Krankenhaus zur näheren Untersuchung gebracht. Der eigens herbeigeeilte ADAC-Rettungshubschrauber wurde nicht gebraucht.

Rekord-Weltmeister Thomas Lurz, der drei Stunden später im Rennen über 5 Kilometer Bronze gewann, kritisierte das seiner Meinung nach zu zögerliche Eingreifen der Rettungskräfte: "Da darf man nicht zugucken, sondern muss sofort ins Wasser Springen. Wir hatten sehr, sehr viel Glück. Ich habe schon mal erlebt, wie beim Freiwasserschwimmen jemand gestorben ist, weil die Leute unachtsam waren." Der Würzburger sprach den Tod von Francis Crippen an. Der US-Amerikaner war beim Weltcuprennen 2010 in Fudschaira (Vereinigte Arabische Emirate) bei über 30 Grad Wassertemperatur ertrunken und erst zwei Stunden nach Ende des Rennens leblos im Wasser gefunden worden war.

Auch Rob Muffels, der überraschend vor seinem großen Idol Thomas Lurz Silber holte, steckte der Schreck in den Gliedern. "Das war ein Schock für mich, ich habe mit Natalie in der Jugend zusammen trainiert", sagte der EM-Zweite. Angela Maurer, die auf einem enttäuschenden 13. Platz das Rennen beendete, berichtete: "Sie hatte schon Schaum vor dem Mund, als sie ins Boot geholt wurde."

Heftige Kritik am Vorgehen der DLRG äußerte auch Bundestrainer Stefan Lurz: "Das war einfach unglaublich. Ich habe wie am Spieß geschrien, aber die fahren 50 Meter nur nebenher. Die haben nur zugeschaut." Sein Bruder Thomas Lurz "wollte schon reinspringen und sie rausholen", verriet Stefan Lurz. DSV-Teamarzt Beck gab nach längerer Behandlungszeit Entwarnung. "Beim Eintreffen war sie nicht ansprechbar, wahrscheinlich hat sie sich überanstrengt. Mittlerweile ist sie wieder soweit stabil, sie ist ansprechbar und hat mich auch erkannt", sagte Beck. Er gab aber auch zu: "Wenn keiner daneben ist und sie rausholt, dann ertrinkt sie."

sid

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