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Sport-Welt Keine Champions League im Free-TV? Gut so!
Sport Sport-Welt Keine Champions League im Free-TV? Gut so!
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15:35 14.06.2017
Augen zu und durch? Ab der Saison 2018/2019 wird die Champions League nicht mehr im Free-TV gezeigt – und das könnte dem Sport sehr gut tun. Quelle: dpa
Hannover

Sicher: Es gibt gute Argumente dafür, dass Fußball einen Wert für die Gesellschaft hat und im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt werden sollte. Fußball verbindet die Menschen: Nicht nur in der Pause am Arbeitsplatz, sondern auch in der identitätsstiftenden Wirkung, die verschiedene Vereins-, aber keine Hautfarben kennt. In der Rolle der Nationalmannschaft als Modellgesellschaft, die wie ein Integrations-Katalysator wirken kann.

Nicht zuletzt interessiert der Sport einfach sehr viele Menschen – sie mögen die “Geschichten, die nur der Fußball schreibt”, genießen die dramatischen Wendungen, Abstürze und Höhenflüge, die verschiedenen Charaktere, die immer noch vom braven Arbeiter bis zum genialen Genie, vom Musterprofi bis zum Enfant Terrible reichen und somit auch der eigenen Wesensbildung als Schablone dienen. Und sei es nur insofern, dass man einfach auch mal ein bisschen kicken geht und so seine Gesundheit verbessert.

Der Rundfunkstaatsvertrag wird trotzdem erfüllt

Doch der Fußball steht am Wendepunkt. Übertragungsrechte erzielen immer höhere Einnahmen, immer wieder werden neue Rekordtransfers vermeldet, fast noch jugendliche Fußballspieler bereits mit Millionenverträgen gelockt. Das ist zum einen moralisch verwerflich – unter anderem, weil das Geld für die Übertragungsrechte an intransparente und sogar der Korruption verdächtige Organisationen gezahlt wird. Warum sollte ein öffentlich-rechtlicher Sender hier mitmischen, wenn doch die Aufgaben aus dem Rundfunkstaatsvertrag bereits mehr als ausreichend erfüllt sind?

Aber auch ökonomisch dürfte irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Die Frage lautet: Wann ist der Markt übersättigt? Wie viele zu Fanartikeln umfunktionierte Coladosen, Chipstüten und Bierdosen muss ein Zuschauer angeboten bekommen, bis er sich wegdreht? Wie viele Retorten-Vereine à la RB Leipzig und Hoffenheim akzeptiert das Publikum in der Bundesliga? Wann stört es den Stadionbesucher, dass die Spieler vor ihm zu Abziehbildern transzendieren, Medienkreationen im Bravo-Starschnitt, deren Privatleben auf Schritt und Tritt bewacht wird? Wie viele unterschiedliche Anstoßzeiten sind noch okay? Wie viele Ligen, Turniere und Pokale müssen Mannschaften ausspielen, bis Fußball an jedem Tag der Woche, zu verschiedenen Uhrzeiten, einfach nicht mehr attraktiv ist? Und in welchem Unrechtsstaat muss eine Fußball-WM stattfinden, damit der deutsche Bürger sich stärker über Menschenrechtsverletzungen, Pressezensur und Diskriminierung von Minderheiten aufregt als darüber, dass eine Weltmeisterschaft im (deutschen) Winter bei Glühwein statt Weißbier stattfindet?

Fußball- und Kneipenkultur können sich gut ergänzen

Das kann nicht mehr lange gutgehen. Natürlich wird es die Kommerzialisierung es Sports nicht aufhalten, wenn die Champions League nicht mehr im Free-TV läuft. Aber es tut dem Sport gut! Der Fußball muss sich erholen und dringend wieder an Reiz gewinnen. Vielleicht ja dadurch, dass die Menschen wieder mehr in Kneipen zusammenkommen, um die Spiele im Pay-TV zu gucken. Dort reden wir gemeinsam über das Spiel, schaffen dem Sport einen Kontext, entwickeln Rituale, kommen zusammen. So gewinnen die Partien eben an dem, was den Fußball für die Gesellschaft so wichtig macht: Kultur.

Von RND/Kilian Haller

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