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Sport-Welt Davis Cup: Pleite in der ersten Runde für DTB-Team
Sport Sport-Welt Davis Cup: Pleite in der ersten Runde für DTB-Team
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23:09 05.02.2017
Gefrustet: Mischa (l.) und Alexander Zverev. Quelle: Foto: imago
Frankfurt

Die viel beschworene Aufbruchstimmung im deutschen Männer-Tennis ist schon wieder vorbei. Nach den tollen Auftritten der Brüder Alexander und Mischa Zverev in Melbourne bei den Australian Open wollte das deutsche Team in diesem Jahr auch im Davis Cup angreifen – und scheiterte dann völlig unnötig gegen eine ersatzgeschwächte Mannschaft aus Belgien bereits in der ersten Runde. Am Sonntag verlor Alexander Zverev das Spitzeneinzel gegen Steve Darcis trotz einer starken kämpferischen Leistung mit 6:2, 4:6, 4:6, 6:7 (8:10), womit die deutsche Niederlage in Frankfurt beim Stand von 1:3 bereits vor dem letzten Einzel – Mischa Zverev verlor gegen Ruben Bemelmans noch mit 5:7, 1:6 – besiegelt war.

„Das war für uns ein ernüchterndes Wochenende“, sagte Teamchef Michael Kohlmann. „Dass wir hier mit 1:4 verlieren, hatten wir so nicht auf der Rechnung. Wir waren vom Gefühl und auch von der Form her der Favorit. Leider haben wir es nicht geschafft, eine gute Ausgangslage in einen Erfolg umzuwandeln.“ Auch Alexander Zverev war enttäuscht: „Diese Davis-Cup-Begegnung ist wirklich schlecht gelaufen für uns. Es hätte 3:0 stehen können, aber nun haben wir verloren und müssen in die Relegation.“

Nach der Doppel-Niederlage der Zverev-Brüder am Sonnabend kam es gestern auf den Jüngsten im Team an. Und Alexander Zverev startete gegen Darcis furios. Der gebürtige Hamburger dominierte die Partie mit seinen druckvollen Schlägen nach Belieben und holte sich nach 29 Minuten Satz eins. Doch nach verlorenem zweiten Satz begann Zverev mit sich zu hadern. Das Spiel kippte. Nach 3:02 Stunden und verwandeltem Matchball Darcis’ fielen die belgischen Spieler jubelnd übereinander her – Frust dagegen auf der deutschen Bank.

Schon am Sonnabend hatten Alexander und Mischa Zverev – es war das erste Mal, dass ein Brüderpaar für Deutschland spielte – enttäuscht. Sie scheiterten im Doppel an ihren eigenen Nerven. Vor allem Mischa Zverev, der in Melbourne bei den Australian Open mit seinem Sieg gegen den Weltranglisten-Ersten Andy Murray für Furore gesorgt hatte, wirkte lange Zeit verkrampft und leistete sich viele leichte Fehler.

„Natürlich haben wir mitbekommen, dass der Hype relativ groß war. Aber innerhalb der Mannschaft war das kein Thema. Und das hat nichts damit zu tun, dass die ersten zwei Sätze so liefen“, sagte Kohlmann noch nach der Partie im „hr-fernsehen“. Einen Tag später kam auch bei ihm die große Ernüchterung.

In den kommenden Wochen wird es erneut viele Diskussionen geben – auch um Boris Becker. Der dreimalige Wimbledon-Sieger hatte die deutsche Mannschaft am Sonnabend noch in der Halle unterstützt. Becker saß wie selbstverständlich mit in der Teambox und erklärte am Abend beim Ball des Sports in Wiesbaden, dass er mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) in Gesprächen über eine Zusammenarbeit sei. „Das ehrt mich erstmal. Das ist aber noch nicht zu Ende diskutiert, was das genau ist“, sagte Becker im ZDF-„Sportstudio“.

Beim Verband hielt man sich am Sonntag bedeckt. Man sei „grundsätzlich immer an der Expertise von Boris Becker interessiert“, sagte DTB-Vize Dirk Hordorff. Seit dem Ende der Zusammenarbeit mit dem Serben Novak Djokovic Ende 2016 ist Becker frei für neue Aufgaben – warum nicht im deutschen Tennis?

Von Lars Reinefeld

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