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Sport-Welt Dänen trumpfen in Hannover auf
Sport Sport-Welt Dänen trumpfen in Hannover auf
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15:01 05.06.2013
Von Norbert Fettback
Klar zur Wende: Die Triathleten der Sprintdistanz haben die Hälfte der 750 Meter langen Schwimmstrecke im Stichkanal bewältigt. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Diese Frage dürfte nun auch beantwortet sein: Die Dänen sind am härtesten im Nehmen. Jedenfalls beim Wasserstadt-Limmer-Triathlon. Drei von vier Siegern kamen in den Einzelentscheidungen des Sonntags aus dem hohen Norden, darunter waren mit Helene Pallesen und Jacob Frandsen auch die jeweils Besten auf der Langdistanz. Den starken dänischen Auftritt rundete Andreas Borch mit dem Sieg auf der sogenannten Mitteldistanz ab. „Ich komme gerne nach Hannover“, sagte Borch, der hier 2007 und 2010 schon 2. Plätze geholt hatte. „Diesmal wollte ich den Sieg.“ Dass er dies bei ziemlich extremen Wettkampfbedingungen schaffte, nötigt nicht nur seiner Leistung Respekt ab. So kalt wie dieses Mal war es im Lindener Stichkanal nie zuvor, wenn hier ein Triathlon gestartet wurde.

Als die Wettkampfrichter am Sonntag in aller Frühe das Thermometer aus dem Wasser zogen, gab es große Augen. Aus den 15,8 Grad Celsius vom Vortag, die bereits Hunderten von Startern über die Sprintdistanz arg zugesetzt hatten, waren 14,8 Grad geworden. Und so ein Wert bedeutet schon eine Gratwanderung: Bei 14 Grad ist Schluss mit Wettkampfschwimmen, dann müsste aus dem Triathlon ein Duathlon werden. Zumindest dieser Kelch ging an den Ausdauersportlern vorbei, dafür wurde ordentlich gebibbert - da half auch der beste Neoprenanzug wenig. „Im Wasser war es richtig kalt“, sagte Langdistanzsieger Frandsen, der nach 8:30 Stunden erstaunlich frisch ins Ziel kam.

Die ungewöhnliche Kälte schlug sich direkt auf die Ergebnisse nieder. Wettkampfgericht und Veranstalter Peter Augath trafen die einzig richtig Entscheidung und verkürzten die Langdistanz-Schwimmstrecke auf 1,9 Kilometer und damit auf die Hälfte. „Die meisten haben sich darüber gefreut“, sagte Augath. „Schade, meinetwegen hätte das nicht sein müssen“, meinte hingegen Frandsen, dem aus diesem Grund der angestrebte neue Streckenrekord nebst Prämie durch die Lappen gegangen sein könnte.

Sein Sieg fiel mit mehr als einer halben Stunde Vorsprung auf den Langdistanz-Debütanten Marco Masur überaus deutlich aus. Möglicherweise hätte der böige Wind, der den Sportlern auf der mehrfach zu bewältigenden 30-Kilometer-Radstrecke durchs Calenberger Land zu schaffen machte, die angestrebte neue Bestzeit unter 8:42 Stunden ohnehin verweht.

Katharina Grahmann ließ sich davon nicht groß beeindrucken und machte am Sonntag ihren Doppelsieg perfekt. Die 26-Jährige, die am Sonnabend schon die Sprintdistanz dominiert hatte, legte auf der Mitteldistanz nach. „Das war nach einer längeren Verletzungspause ein perfektes Trainingswochenende für mich“, sagte die Detmolderin. Wie stark Frauen im Triathlon sind, zeigte Helene Pallensen: Die Dänin schaffte in Hannover auf der Langdistanz in 9:43 Stunden nicht nur ihren dritten Erfolg in Serie, sie ließ damit auch nur vier Männern den Vortritt.

Und die Hannoveraner? Die waren vor allem am Sonnabend in ihrem Element. Auf der Sprintdistanz kam Jonas Schomburg zu einem Start-Ziel-Sieg vor Lukas Kampkötter. Als Bundesligastarter für Witten beziehungsweise Hannover 96 waren beide als Favoriten gestartet. Auf der Mitteldistanz sprangen durch Kerstin Jansen (5.) und Steve Rottig (6.) vordere Platzierungen für andere 96-Starter heraus. Jens Radtke (Victoria Linden) überraschte als Vierter auf der Langdistanz.

Von den knapp 1500 gemeldeten Aktiven traten etliche aufgrund der Kälte nicht an. Diejenigen, die die Herausforderung annahmen, erlebten einen gut organisierten Wettkampf mit kleinen Unzulänglichkeiten. So gab es am Sonntag wiederholt Irritationen über den Streckenverlauf am Schluss des Radabschnitts; am Rand des Laufkurses wirkten einige Helfer überfordert. Das sollte 2014 besser klappen.

Ergebnisse im Überblick:

Sprinttriathlon (0,75 km Schwimmen, 20 km Rad, 4,5 km Laufen), Männer: 1. J. Schomburg (SC Hannover) 0:54:47 Std., 2. Kampkötter (Hannover 96) 0:56:01, 3. Störner (Eintracht Hildesheim) 0:56:31; Frauen: 1. Grahmann (Ute-Mückel-Team) 1:06:16, 2. Wendland 1:06:31, 3. Marquardt (beide TT Braunschweig) 1:07:53 ... 12. Stetefeld (SG Lehrte/Anderten) 1:12:34.

Volkstriathlon (0,75/20/4,5), Männer: 1. Heinen (Solingen) 1:00:50, 2. Hübler (Hannover) 1:01:53, 3. Lange (Team TRIjunkeys) 1:05:27 ... 6. Sommer (Hannover) 1:06:57. Frauen, 1. Marx (Hannover) 1:11:56, 2. Dreyer (Wunstorf) 1:12:55, 3. Mc Carthy (USA) 1:15:15; Staffel: 1. SW Enzen 0:55:21.

Mitteldistanz (1,9/90/21,1), Männer: 1. Borch (Dänemark) 4:02:35, 2. Groenhagen (Oldenburg) 4:14:42, 3. Schindler (SC Weyhe) 4:15:08 ... 5. Rottig (Hannover 96) 4:22:29; Frauen: 1. Grohmann (Ute-Mückel-Team) 4:49:03, 2. Schmitz-Elvenich (ASV Köln) 4:52:36, 3. Mangelsdorf (Offenburg) 4:59:29 ... 5. Jansen (Hannover 96) 5:02:41, 6. Hipler (RG Angaria Hannover) 5:09:33; Staffel: 1. Eintracht Hildesheim 4:05:16.

Langdistanz (1,9/180/42,2): 1. Frandsen (Dänemark) 8:30:27, 2. Masur (Gütersloh) 9:05:02, 3. Leeftink (Niederlande) 9:16:27, 4. Radke (Victoria Linden) 9:33:45; Frauen: 1. Pallesen (Dänemark) 9:43:47; Staffel: 1. Laufforum’s Finest 8:54:23.

Quadrathlon (0,75/20/5/4,5), Männer: 1. Busch (Baunatal) 1:17:50; Frauen: 1. Brenner 1:55:23.

(Vorläufige Ergebnisse)

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