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Sport-Welt „Da kann es mal schnell ruppig werden“
Sport Sport-Welt „Da kann es mal schnell ruppig werden“
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00:16 16.02.2015
Von Norbert Fettback
„Hinter uns liegen turbulente Monate“: Waspo-Torjäger Erik Bukowski. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Herr Bukowski, mit den Wasserballern von Waspo 98 spielen Sie am Sonnabend beim ASC Duisburg. Wie wichtig ist das Duell des Tabellenzweiten mit dem Spitzenreiter?

Es geht in die heiße Phase der Bundesligasaison und um eine gute Ausgangsposition für die Play-offs. Wir haben einen Punkt Rückstand. Ein Sieg wäre wichtig, um als Erster oder Zweiter nach der Hauptrunde einen Heimvorteil zu haben.

Ist es eine Überraschung, dass die Duisburger derzeit den Ton angeben?

Dass sie sich in der Bundesliga gegen Spandau mit 6:4 durchsetzen würden, war nicht zu erwarten. Ihre Stärke ist der Kampf, sie können sich auf den Punkt motivieren. Und sie haben ja auch eine Reihe von Nationalspielern in ihren Reihen. In der Spitze dürften die Spandauer und wir jedoch besser aufgestellt sein.

Zusammen mit fünf ASC-Spielern haben Sie in der Nationalmannschaft gerade den Sprung in die zweite Runde der EM-Qualifikation geschafft. Da wurde der Teamgeist ausdrücklich gelobt. Am Sonnabend sind Sie und die Duisburger nun wieder Gegner.

In der Auswahl ist das etwas anderes, jeder weiß das zu trennen. Da gibt es nur eins: für Deutschland zu spielen. Vereinsinteressen treten in den Hintergrund. In der Liga sieht das anders aus, da kann es auch mal schnell ruppig werden.

Kommenden Dienstag geht es mit der Nationalmannschaft in der Weltliga schon wieder weiter. Ist nach den jüngsten Erfolgen mittlerweile eine kleine Aufbruchstimmung zu spüren?

Hinter uns liegen turbulente Monate, dabei standen auch wir Spieler nicht immer in einem guten Licht. Der Brief, den wir im Dezember an den Verband geschrieben haben, um auf die Trainerproblematik aufmerksam zu machen, war nur der i-Punkt auf einem langen Hin und Her. Dass die Mannschaft in Istanbul die erste Hürde zur EM verlustpunktfrei genommen hat, ist schon mal positiv. Das war das Minimalziel. Eine Aufbruchstimmung wird es erst geben, wenn wir einen neuen Bundestrainer bekommen. Dann kann man fokussiert nach vorne blicken.

Die derzeitige Situation mit einer Interimslösung nach dem Ausscheiden von Nebojsa Novoselac belastet also?

Ganz sicher. Man kann nur die letzten Prozente herauskitzeln, wenn man weiß, in welchem Umfeld das geschieht und welche Perspektive einzelne Spieler haben.

Die Interimslösung hatte beim Turnier in Istanbul den Namen Arno Troost. Er ist auch Trainer des ASC Duisburg. Das muss für Sie im Ligaalltag doch auch ein komisches Gefühl mit sich bringen.

Ungewöhnlich ist das schon. Die Interimslösung haben wir als Spieler akzeptiert und uns damit arrangiert. Jetzt sitzt derselbe Trainer in der Bundesliga auf der gegnerischen Bank: Das gibt es auch in anderen Sportarten nicht so oft.

Die Nationalmannschaft hat mit ihrem Brief den Abgang von Novoselac initiiert. Sollte sie auch ein Wort mitreden bei der Neubesetzung der Stelle?

Nein. Die Entscheidungsgewalt liegt bei der Führung des Deutschen Schwimm-Verbandes und der Fachsparte Wasserball. Wir halten uns da raus. Wichtig ist zu wissen: Noch bleiben knapp eineinhalb Jahre, um sich für die Olympischen Spiele 2016 zu qualifizieren. Deshalb muss jetzt alles aus der Mannschaft herausgeholt werden. Für viele Spieler gilt: Wenn wir es jetzt nicht schaffen, dann werden wir Olympia als Aktive nie erleben. Das gilt auch für mich.

Was würde im Fall einer eventuellen Rückkehr des alten Bundestrainers passieren?

Für mich ist das eine undenkbare Konstellation. Allein aufgrund des zerrütteten Verhältnisses zwischen dem Trainer und den Spielern ginge das nicht. Ich meine auch, der Nationalcoach wäre gar nicht bereit, mit Spielern zusammenzuarbeiten, die ihm nicht das volle Vertrauen entgegenbringen. Deshalb stellt sich nach meiner Einschätzung die Frage „Was wäre, wenn ...“ auch gar nicht.

Interview: Norbert Fettback

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