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Sport-Welt DLV hofft auf „Super-Sonntag“
Sport Sport-Welt DLV hofft auf „Super-Sonntag“
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09:54 17.08.2014
Shanice Craft hat im Diskuswerfen Bronze gewonnen. Quelle: dpa
Zürich

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) muss nach nur fünf Medaillen nach fünf Wettkampftagen auf einen „Super-Sonntag“ zum Abschluss der Europameisterschaften in Zürich hoffen. Am Samstag konnte Diskus-Youngster Shanice Craft immerhin noch Bronze holen. Dagegen musste der DLV eine sicher geglaubte Staffel-Medaille abschreiben. Im Marathon liefen die deutschen Starterinnen hinterher - Sabrina Mockenhaupt gab sogar auf. Im Stabhochsprung sprang nur Platz neun für Karsten Dilla heraus. Noch an die 16 Medaillen von der EM 2012 in Helsinki heranzukommen, ist nun praktisch unmöglich.

Die 21-jährige Mannheimerin Craft konnte die leicht getrübte Stimmung im deutschen Lager durch ihren Bronze-Wurf auf 64,33 Meter etwas aufhellen. Der Wurf gelang im zweiten Versuch. Vierte wurde die Neubrandenburgerin Anna Rüh, deren bester Versuch 13 Zentimeter kürzer war. In einer eigenen Liga warf die Kroatin Sandra Perkovic, die mit 71,08 Meter eine Weltjahresbestleistung aufstellte.

Am EM-Schlusstag stehen noch zwölf Entscheidungen auf dem Programm. Medaillenkandidaten des DLV sind Christina Schwanitz (Kugelstoß), Christian Reif (Weitsprung), die 1500-Meter-Läufer Homiyu Tesfaye und Timo Benitz sowie über 5000 Meter Arne Gabius und die Männer-Sprintstaffel. Für eine Überraschung könnten Andreas Hofmann und Thomas Röhler im Speerwurf sorgen.

Geplatzt ist der Traum von der Titelverteidigung für das deutsche Sprint-Quartett der Frauen, nachdem im 4x100-Meter Vorlauf der Wechsel zwischen Rebekka Haase (Thum) und Tatjana Pinto (Münster) schief ging. Startläuferin Josefina Elsler (Paderborn) konnte da nur zuschauen, während Schlussläuferin Verena Sailer (Mannheim) gar nicht erst zum Einsatz kam. „Kein Ahnung, was da schiefgelaufen ist“, meinte Haase im ARD-Interview den Tränen nahe.

Besser flutschte es bei den schnellen Männern. Julian Reus aus Wattenscheid sorgte als Startläufer für ordentlich Schub, so dass Lucas Jakubczyk (Berlin) den Vorlauf-Sieg in der deutschen Jahresbestzeit von 38,15 Sekunden vollenden konnte. Damit ist das Quartett nun Favorit für den Medaillenkampf. „In Barcelona Bronze, in Helsinki Silber. Wenn es so weitergeht, muss irgendwann Gold her“, erinnerte der 37-jährige Routinier Alexander Kosenkow an das deutsche Ergebnis der beiden letzten EM-Titelkämpfe.

Ohne Wechselunfall kamen beide deutsche 4 x 400-Meter-Staffeln über die Runden. Das Frauen-Quartett kam als Vieter in 3:30,39 Minuten über die Ziellinie und nur über die Zeit ins Finale. Die Männer qualifizierten sich in 3:02,41 Minuten direkt für den Medaillenkampf.

Sinnbild der temporären Krise im Stabhochsprung war der neunte Platz von Karsten Dilla. Für den 25-jährigen Leverkusener war bei 5,60 Meter Endstation - eine Höhe, bei der Renaud Lavillenie überhaupt noch nicht zum Stab gegriffen hatte. Der französische Überflieger gewann sein drittes EM-Gold in Serie mit 5,90 Meter. Angeführt von Weltmeister Raphael Holzdeppe reiste fast ein halbes Dutzend deutscher Größen gar nicht erst nach Zürich.

Deutschlands populäre Dauerläuferin Sabrina Mockenhaupt war nach ihrer Aufgabe im EM-Marathon am Boden zerstört. „Ich wollte beißen, kämpfen, durchkommen - aber es ging nicht. Es tut mir unendlich leid“, jammerte die 33-Jährige von der LG Sieg. Bei Kilometer 23 wurden die Schmerzen im rechten Fußgelenk unerträglich. Beim EM-Auftakt war „Mocki“ noch Sechste über 10.0000 Meter geworden.

Ihr bitteres Aus machte die Hoffnungen des deutschen Trios auf ein gutes Teamergebnis zunichte. Die in Zürich lebende Hamburgerin Mona Stockhecke kam in 2:35:44 Stunden auf Platz 22 und Katharina Heinig (Frankfurt/Main) in 2:40:11 Stunden auf Rang 28. Erstes Marathon-Gold für Frankreich holte die 39-jährige Christelle Daunay (2:25:14).

Alter und neuer Hammerwurf-Europameister ist der Ungar Krisztián Pars, der mit der Weltjahresbestleistung von 82,69 Meter gewann. Im Frauen-Dreisprung landete die Ukrainerin Olga Saladucha (14,73 Meter) seit 2010 zum dritten Mal auf Platz eins. Beste Deutsche war Kristin Giersch (Chemnitz/13,76). Über 800 Meter gewann Marina Arsamassowa (Weißrussland) Gold in 1:58,15 Minuten. Die Britin Eilidh Child war in 54,48 Sekunden im Finale über 400 Meter Hürden die Schnellste. Das 5000-Meter-Rennen entschied Meraf Bahta (Schweden) in 15:31,39 Minuten für sich. Maren Kock (Regensburg) kam auf Rang 15.

dpa

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