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Sotschi 2014 „Manchmal staune ich über mich selber“
Sport Sotschi 2014 „Manchmal staune ich über mich selber“
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13:04 10.02.2014
Übermüdeter Olympiasieger: Rodler Felix Loch. Quelle: dpa
Krasnaja Poljana

Wie war die Nacht nach Ihrem Olympia-Coup?
Kurz. Ich habe nur drei Stunden geschlafen. Wir waren bis um 02.00 Uhr noch kurz im Kufenstüberl. Heute muss ich alles abarbeiten, was so dazugehört an Programm. So viel Zeit ist dazwischen nicht. Aber ich freue mich, wenn ich heute Abend die Medaille endlich in den Händen halte.

Nach Ihrem Gold hat es mit dem Feiern etwas gedauert. Warum?
Die erste Doping-Probe war leider zu dünn. Da musste ich 40 Minuten warten, warum auch immer. Aber das gehört eben dazu. Was sein muss, muss sein.

Haben Sie inzwischen realisiert, was Sie gestern vollbracht haben? Dass Sie das erste Gold für die deutschen Athleten geholt haben?
Es ist natürlich etwas Besonderes, die erste Goldmedaille einzufahren. Das passiert ja nicht alle Tage. Aber eigentlich kann ich das alles noch immer nicht so richtig verstehen. Das wird noch ein paar Tage dauern.

Jeder hat von Ihnen Gold erwartet? Wie haben Sie so gut mit dem Druck umgehen können? Wieso sind Sie so cool?
Eigentlich staune ich manchmal über mich selber. Und wenn ich so sauber runterfahre, keine Fehler mache, weiß ich selber manchmal nicht, wie ich es mache. Ich habe gewusst, dass der Schlitten läuft. Aber man muss dann ja auch noch herunterfahren immerhin.

Das wollen Sie am Donnerstag in der Team-Staffel möglichst wieder so erfolgreich machen, oder?
Da können wir sicher eine weitere Goldmedaille gewinnen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir zuschlagen. Die Team-Staffel ist etwas Besonderes, man muss zusammen funktionieren, kann viele Fehler machen und muss perfekt sein, um zu gewinnen.

Mit einem weiteren Gold würden Sie schon zu ihrem Mentor Georg Hackl aufschließen. Wollen Sie ihn einholen?
Nein. Ihn zu übertrumpfen ist nicht mein Ziel. Er hat seine Fußstapfen hinterlassen und ich meine. Ich gehe meinen Weg und vergleiche mich nicht mit ihm. Ich versuche mein Ding durchzuziehen. Und auf das dritte Einzelgold muss ich noch vier Jahre warten.

Am Ziel hat Ihre Freundin Lisa auf Sie gewartet. Wie wichtig war Ihnen das?
Mein Dad war ja auch da, aber es ist schon was ganz Besonderes, wenn da unten auch noch die Freundin wartet. Da fällt alles von einem ab. Sie unterstützt mich, wo es geht. Und ich bin überglücklich, dass ich sie habe.

dpa