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Sotschi 2014 Die mit den schärfsten Kufen
Sport Sotschi 2014 Die mit den schärfsten Kufen
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14:34 10.02.2014
Volle Pulle: Tatjana Hüfner gibt im Eiskanal Gas. Quelle: dpa

Mit Tempo 130 rasen sie durch den Eiskanal. Da gehört viel Mut zu. Wer Profi im Rennrodeln werden will, sollte daher  früh anfangen. „Mein Sohn saß schon mit fünf Jahren auf dem Schlitten“, sagt Thomas Schwab, der Sportdirektor des deutschen Bob- und Schlittenverbandes und zuständig für Rodel-, Bob- und Skeletonwettbewerbe. Auch der deutsche Spitzenrodler und Goldkandidat in Sotschi, Felix Loch, sei schon mit fünf Jahren im Eiskanal gestartet. „Je früher man anfängt, desto weniger Angst hat man“, sagt Schwab.

 Rennrodler brauchen die meiste Präzision. „Die Schlitten haben die schärfsten Kufen der Eisbahnsportarten, entsprechend wird jeder kleine Fehler in der Bahn bestraft. Da bist du ganz schnell weg vom Fenster“, sagt Schwab, der mit Wolfgang Staudinger bei den Spielen 1988 in Calgary Bronze im Doppelsitzer gewann. „Stehst du nur ein Mal quer, verlierst du sofort eine halbe Sekunde und kannst den Wettkampf eigentlich beenden.“ Entsprechend präzise müssten die Rennrodler in die Kurven und Korridore gehen.

 Wichtig ist auch der Start. Mit dem Pinguinschlag, also kurzen, schnellen Schlägen mit den Händen aufs Eis, holen die Rodler auf dem Schlitten Schwung. „Wenn du da fünf Hundertstelsekunden herausfährst, hast du bei der nächsten Zwischenzeit doppelt so viel Vorsprung“, erklärt Schwab, der gestern an der Eisbahn in Sotschi die deutschen Starter beobachtete.

 Gelenkt wird vor allem durch die Gewichtsverlagerung auf dem Schlitten. „Zur Not aber auch mal mit dem Bein auf der Bahn“, sagt Schwab. „Aber wenn es dazu kommt, ist’s eigentlich schon vorbei.“ mb