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Zweite Pleite: Wiemers bleibt gelassen

Kunstturn-Bundesliga Zweite Pleite: Wiemers bleibt gelassen

Meisterschafts-Mitfavorit KTV Straubenhardt gewann am Samstagabend in der Sporthalle der Biedenkopfer Lahntalschule mit aller Routine bei der KTV Obere Lahn mit 49:21.

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KTV-Neuzugang Nick Klessing überzeugte. Foto: Florian Gaertner

Biedenkopf. Zweiter Wettkampf, zweite Niederlage. Nach starken Jahren in der Bundesliga und der Bronzemedaille in der vergangenen Saison könnte der Eindruck entstehen, es geht für die Turner der KTV diesmal einzig und allein um den Klassenerhalt.

KTV-Cheftrainer Albert Wiemers relativiert im Gespräch mit der OP: „Ich habe im Vorfeld gesagt, dass es mehr als schwierig werden würde, gegen die sehr, sehr starke Straubenhardter Mannschaft mithalten zu können. Unter dem Strich hat sich dies bewahrheitet, wenn auch wesentlich mehr für uns drin war.“

Die TG Saar, bei der die KTV Obere Lahn zum Auftakt verloren hatte, Stuttgart und Straubenhardt sind für Wiemers die Topfavoriten um den Meisterschaftstitel. „Die Bundesliga ist in diesem Jahr eine Art Zwei- oder Drei-Klassen-Gesellschaft. Und wenn man wie wir gleich gegen zwei der Topteams turnen muss, dann ist es nicht verwunderlich, dass wir zunächst unten stehen. Trotz der klaren ­Niederlage bin ich zuversichtlich und guter Dinge, dass wir in den beiden nächsten Wettkämpfen in Heidelberg und gegen Cottbus das Ruder herumreißen werden“, ergänzt der 57-jährige Trainer aus Biedenkopf.

Schließlich hat er gegen Straubenhardt viele positive Dinge gesehen. Ein großes Kompliment hatte er für seine „Jungs“ an den Ringen parat. Dabei hob er Neuzugang Nick Klessing hervor, der als Abgang einen Dreifachsalto turnte. „Dies machen in Deutschland nur ganz wenige“, sagte Wiemers. Bester an den Ringen war Topstar Marcel Nguyen mit 14,95 Punkten.

Auch die Leistung von Jakob Paulicks, der nach einer Schulterverletzung erstmals wieder einen Wettkampf bestritt, konnte sich sehen lassen.

Schließlich zeigte Waldemar Schiller im Sprung mit einer Doppelschraube nach seiner Pause in der Vorwoche eine hervorragende Übung. Knackpunkt des Wettkampfs waren sicherlich die Übungen am Boden und am Pauschenpferd. Dort patzte ausgerechnet Andrey Likhovitskiy und war am Ende dennoch Topscorer des Wettkampfs.

„Hätte Andrey seine Übung zu Ende geturnt, wäre für uns statt ein 4:5 ein besseres Ergebnis herausgesprungen. Hinzu kam die denkbar knappe Niederlage am Boden. Wir hätten zwar den Gesamtwettkampf nicht gewinnen können. Dennoch weiß man nie, welch Eigendynamik sich entwickelt hätte“, erklärt Albert Wiemers. „Wenn es in den beiden nächsten Wettkämpfen gut läuft, bin ich sicher, dass wir uns in Richtung Tabellenmittelfeld orientieren können“, resümiert Wiemers.

Die TG Saar feierte indes mit 70:9 eines seiner höchsten Auswärtssiege in ihrer Bundesligageschichte und dies nicht bei irgendeinem Gegner, sondern beim Mitkonkurrenten um die Finalplätze, dem TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Zur Halbzeit lagen die Saarländer bereits mit 46:0 Score-Points in Führung. Nach der Pause gelangen dem Gastgeber im zweiten Duell am Sprung die ersten Score Points. Im Anschluss verlief die einseitige Partie weiterhin in Richtung der Schweizer-Schützlinge. Selbstverständlich machte sich bei den Schwaben das Fehlen von Nationalturner Andreas Toba bemerkbar, der zeitgleich beim Weltcup in Sao Paulo weilt, doch dies erklärt nicht diese deutliche Niederlage, zumal der Wetzgauer Trainer Paul Schneider mit dem Ziel in den Wettkampf ging, zumindest einige Gerätepunkte zu erturnen.

Einen Turnkrimi lieferten sich hingegen der deutsche Rekordmeister SC Cottbus und der Aufsteiger TSV Monheim. Mit 35:33 Score Points behielten die Lausitzer am Ende die Oberhand gegen die starken Bayern.

von Michael E. Schmidt

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