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Zu Finaleinzug fehlt letztes Quäntchen

Tischtennis-DM Zu Finaleinzug fehlt letztes Quäntchen

Bei seinem "Heimspiel" am Richtsberg hat Gerd Freiling die angestrebte Medaille gewonnen und ist bei den Deutschen Meisterschaften derSenioren mit Handicap Dritter geworden.

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Gerd Freiling hätte sich zwar den Finaleinzug gewünscht, war aber mit seiner Bronzemedaille dennoch zufrieden.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Der vermeintliche Heimvorteil in der Richtsberger Sporthalle entpuppte sich im Nachhinein sogar eher als kleiner Nachteil. „Es war ein bisschen stressig mit der Organisation“, sagte Gerd Freiling, der für die Behindertenabteilung der TTG Büßfeld, aber auch für den TTV Richtsberg IV in der Bezirksklasse aufschlägt.

Gerade am Anfang habe er „zu viel um die Ohren“ und „den Kopf nicht frei“ gehabt. Das erste Gruppenspiel ging somit deutlich mit 3:0 an den Saarländer Thorsten Scherer. Danach vermochte sich der 45-Jährige allerdings zu steigern. Gegen René Graumann aus Kiel siegte der Marburger mit 3:1 und qualifizierte sich für die K.-o.-Runde.

Enges Duell mit guten Ballwechseln

Im Viertelfinale hatte Freiling das Glück eines Freiloses. In der Vorschlussrunde traf er „auf einen meiner besten Kumpels aus Magdeburg“. Seinem Freund Heiko Müller und dessen Frau hatte er in der Woche vor dem Turnier noch die Stadt gezeigt - nun standen sich beide als Kontrahenten gegenüber. Sie lieferten sich ein enges Duell mit guten Ballwechseln. Das bessere Ende hatte Müller mit 3:1 Sätzen für sich. „Ich habe ihn auch schon mal geschlagen“, sagte Freiling.

Vor zwei Jahren war das, ebenfalls im DM-Halbfinale. Anschließend holte Freiling Silber, im Vorjahr gab es Bronze. „Er hatte das Quäntchen Glück auf seiner Seite“, sagte der Marburger über Müller, der im Finale später durch einen Sieg über den Saarländer Eric Laubach auch den Titel gewann.

"Nur zwei Punkte haben gefehlt"

„Ich hatte mir mehr vorgenommen und wollte in der eigenen Halle ins Finale kommen. Aber ich bin trotzdem zufrieden“, bilanzierte Freiling, der sich nach dem Halbfinal-Aus immerhin mit der Bronzemedaille trösten konnte.

Zudem nahm er auch eine silberne Plakette mit. An der Seite seiner Büßfelder Vereinskollegin Christel Locher wurde er im Mixed Zweiter. Doch auch dabei musste sich Freiling ein bisschen ärgern, denn: „Nur zwei Punkte haben gefehlt.“ Mit 9:11 unterlag das Duo im entscheidenden fünften Satz des Endspiels.

Im Doppel, wo die Spielpartner per Los bestimmt wurden, war im Viertelfinale Endstation. An der Seite des ebenfalls für Büßfeld spielenden Frankfurters Jörg Schneider, der als Gehbehinderter seine Klasse im Einzel gewann, stand Freiling auf verlorenem Posten.

Zwischen 20 und 30 Helfer im Einsatz

Aus Sicht des Ausrichters TTV Richtsberg war die Deutsche Meisterschaft mit 134 Teilnehmern eine runde Sache. „Es war das erste Mal, dass unser Verein eine solche Veranstaltung organisiert hat“, sagte die Vorsitzende Sabine Knierim. Zwischen 20 und 30 Helfer waren während der beiden Turniertage im Einsatz.

Tische und auch Zähltische wurden vom Deutschen Behinderten-Sportverband (DBS) als Veranstalter gestellt, „wir haben den Aufbau und die Logistik geregelt“, führte Knierim aus.

Die TTV-Vorsitzende zeigte sich beeindruckt von der Leistungsstärke der Senioren mit Handicap: „Es waren tolle Ballwechsel zu sehen. Man glaubt ja gar nicht, wie gut die Spieler sind.“

von Holger Schmidt

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