Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Wie der Mann so auch die Frau

Wie der Mann so auch die Frau

Der Baseballsport fristet in Deutschland noch ein Exotendasein. Auch seine diversen Light-Versionen sind eher weniger bekannt. So der Co-ed Slowpitch Softball, in dem es der in Mardorf lebende Florian Mohr zu Vizeweltmeisterehren gebracht hat.

Marburg. Im Co-ed Slowpitch Softball wird die Gleichberechtigung von Frauen und Männern groß geschrieben. Auf dem Feld stehen immer fünf Frauen und Fünf Männer. Wenn der Pitcher (Werfer) ein Mann ist, muss der Catcher (Fänger) eine Frau sein und umgekehrt. Am Schlag ist der Wechsel von Männern und Frauen verbindlich. Die Besonderheit des Slowpitch liegt überdies darin, dass der Ball - ein mit Wolle und Leder ummantelter Korkkern oder eine Kunststoffkugel - aus 15 Metern nicht in direkter Linie geworfen wird. Vielmehr muss der Ball eine Kurve mit maximaler Höhe von 3,80 und minimal 1,70 Metern beschreiben, ehe sie vom Batter (Schläger) möglichst weit ins Feld befördert wird - oder eben nicht, wenn der Pitcher dem Ball nämlich mit Effet wirft und ihm einen Drall verleiht, dass der Batter nicht oder nur schlecht trifft.

Die Marburg Knights, eine Abteilung des FSV Cappel, pflegen diesen Sport und spielen in der Regionalliga eine gute Rolle. In der abgelaufenen Saison erreichten sie die Playoffs der sechs besten Teams und scheiterten erst im Finale gegen Seriensieger Aschaffenburg.

Einer ihrer besten Spieler ist Florian Mohr. Der Wahl-Mardorfer ist Mitglied der Nationalmannschaft, die während eines viertägigen Turniers in Florida den Weltmeister 2015 ermittelten. Um den Titel stritten neben Deutschland noch Kanada, Bahamas, Curacao, Bulgarien, Großbritannien, Frankreich sowie die Turks- und Caicosinseln. Die deutschen Softballer hatten im Finale gegen die favorisierten Bahamas bereits mit 11:3 geführt, als die Partie wegen Regens abgebrochen wurde. Also wurde das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften gewertet, und da hatten die Bahamas das bessere Ende. So blieb den Deutschen immerhin der Vizeweltmeister-Titel. „Es war ein gigantischer Erfolg“, sagt Mohr, dessen Frau Cathrin als Betreuerin mit vor Ort war, „wir haben viel mehr erreicht, als wir erhofft hatten. Nie vorher war ein deutsches Team bei Weltmeisterschaften so erfolgreich.“

von Bodo Ganswindt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokalsport
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?