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Wallau wacht zu spät auf

Fußball-Kreisoberliga Wallau wacht zu spät auf

Bis kurz vor dem Ende sah es nach einem ungefährdeten Sieg der Stadtallendorfer Reserve in der Fußball-Kreisoberliga Nord aus. Doch beinahe hätte der FV Wallau nach 0:3-Rückstand noch einen Punkt mit nach Hause genommen.

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Wallaus Torwart Philip Lauber streckt sich vergeblich: Felix Linker (nicht im Bild) hat den Freistoß so gut platziert, dass der Ball zum 1:0 für Stadtallendorf einschlägt.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Es war eine Begegnung nach Champions-League-Drehbuch: Nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Spielverlauf erinnerte bemerkenswert an das Achtelfinal-Hinspiel des VfL Wolfsburg in Gent. In der Rolle der Wölfe: die zweite Mannschaft des TSV Eintracht Stadtallendorf, die das Duell über weite Strecken beherrschte und mit dem Treffer zum 3:0 kurz nach der Pause für klare Verhältnisse sorgte. Auf der anderen Seite stand der FV Wallau.

Im Stadtallendorfer Nieselregen mangelte es dem Aufsteiger lange an Kreativität und Körpersprache. Doch wenige Minuten vor dem Ende schienen die Wallauer - nach dem Vorbild des Belgien-Meisters KAA Gent - schlagartig aufzuwachen: Sie ergriffen die Initiative und waren am Ende nur einen Schiedsrichterpfiff von der Krönung ihrer Aufholjagd entfernt.

Slany: "Wir haben noch viel Arbeit"

„Wir haben noch viel Arbeit vor uns, wenn wir oben dranbleiben wollen“, konstatierte Eintracht-Trainer Thomas Slany nach dem Spiel, „uns gelingt es einfach nicht, über 90 Minuten konzentriert aufzutreten.“

Dabei war der Tabellenfünfte so stark ins Spiel gekommen. Stadtallendorf zeigte vom Anpfiff weg eine reife Spielanlage und hatte viel Ballbesitz. Einzig: „Wir haben uns zu wenige Torchancen erarbeitet“, bemängelte Slany. So musste ein Freistoß her, den Felix Linker aus gut 20 Metern direkt im Gehäuse unterbrachte (23.). Eine knappe Viertelstunde später halfen dann die Gäste kräftig mit. Eine Flanke von Linker bugsierte FV-Verteidiger Tobias Meier versehentlich ins eigene Tor. Und als Eintracht-Torjäger Felix Gies kurz nach Wiederanpfiff Wallaus Keeper Philip Lauber umkurvte und zum 3:0 einschob, schien die einseitige Partie schon entschieden. Bei den „Füchsen“ hingen die Köpfe. „Wir haben viel zu passiv gespielt und gerade im Mittelfeld zu viele Spielanteile abgegeben“, kritisierte deren Trainer Johannes Kuhn.

Der Tabellen-15. trat bis dahin wie ein Abstiegskandidat auf. Es kamen kaum produktive Spielzüge zustande - erst in der 44. Minute hatte Wallau eine nennenswerte Chance: Tim Biesenthal köpfte knapp am Tor vorbei.

Foul an Biesenthal nicht geahndet

In der Mitte der zweiten Halbzeit wendete sich das Blatt allerdings zusehends. Nun waren es die Stadtallendorfer, die im Spielaufbau hektisch agierten, und die Gäste gewannen an Selbstbewusstsein. In der 79. Minute traf Tim Biesenthal nach schöner Vorarbeit von Klemens Jakobi zum 1:3-Anschlusstreffer, sieben Minuten später verkürzte Eric Hollitzer gar auf 2:3. Und während Thomas Slany an der Seitenlinie immer unruhiger wurde, hatte seine Mannschaft in der 88. Minute großes Glück, dass Schiedsrichter Jan Frieß nach einem Foul an Biesenthal im Strafraum keinen Elfmeter gab. Selbst Slany gab später zu: „Den kann man geben.“

So blieb es beim knappen 3:2-Erfolg für die Eintracht. „Wir hätten eine gute Chance gehabt, wenn wir von Beginn so gespielt hätten wie in den letzten zehn Minuten“, sagte Johannes Kuhn. Das dürfte sich auch der Trainer von KAA Gent am vergangenen Mittwoch gedacht haben.

  • Eintracht Stadtallendorf II - FV Wallau 3:2 (2:0)
  • Tore: 1:0 Felix Linker (23.), 2:0 Eigentor (37.), 3:0 Felix Gies (49.), 3:1 Tim Biesenthal (79.), 3:2 Eric Hollitzer (86.).
  • Stadtallendorf: Gornert - Sanzone, Zelic, Schratz, Ruggieri - Turgut (77. Schubert), Zindl, Wellner (82. Genth), Linker, Groß - Gies (72. Deason). Wallau: Lauber - Reichel, Pfeiffer, Grebe, Meier - Bilsing, Schmitt, Plonka, Biesenthal, Hollitzer - Jakobi.
  • Schiedsrichter: Tim Frieß (Sinn). Zuschauer: 20. Gelbe Karten: Gies / Meier. Beste Spieler: Ruggieri, Linker / Biesenthal, Jakobi.

von Yanik Schick

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