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Von Köln über Stadtallendorf nach Rio

Radsport Von Köln über Stadtallendorf nach Rio

Nicht nur die besten Radfahrer Hessens starteten bei den Landesmeisterschaften im Einzelzeit­fahren auf der "Panzerstraße". Auch ein Hauch von Olympia wehte durch den Herrenwald.

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Lisa Brennauer auf der Strecke. Die Olympiateilnehmerin testete beim Einzelzeitfahren in Stadtallendorf.

Quelle: Marcello Di Cicco

Stadtallendorf. „Wer kommt jetzt?“, fragte Roland Wagner, der am Start mit den Helfern des ausrichtenden RSV Marburg die Pedaleure auf die Strecke schickte, am Samstag um etwa 14.15 Uhr laut in die Runde. Dann drehte sich der Vorsitzende der RSG Buchenau um. „So, die Lisa“, schob er hinterher.

„Die Lisa“ war keine geringere als Lisa Brennauer, eine der besten deutschen Straßenradsportlerinnen. Die 28-Jährige, die 2014 im spanischen Ponferrada Zeitfahr-Weltmeisterin und deutsche Radsportlerin des Jahres wurde, hatte sich noch kurz zuvor auf dem Parkplatz neben dem Start- und Zielbereich tiefenentspannt und ohne Allüren auf der Rolle warmgemacht, während nur wenige Meter neben ihr andere Sportler den Luftdruck ihrer „Rennmaschinen“ überprüften.

Am Samstag fanden in Stadtallendorf die hessischen Meisterschaften im Einzelzeitfahren der Radsportler statt.

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„Ich bin hier, um zu trainieren, und um noch mal in meinen Ablauf reinzukommen, bevor es zur Thüringen-Rundfahrt und am Ende des Monats zu den Olympischen Spielen geht“, verriet Brennauer, die aus Köln angereist war, im OP-Gespräch. In Rio gehört die Fahrerin des Teams Canyon Sram Racing neben Tony Martin, John Degenkolb und Trixi Worrack zum vierköpfigen deutschen Straßenteam.

„Der Zeitfahrkurs in Rio ist richtig schwer. Ich hoffe auf einen superstarken Tag, dann ist tatsächlich alles möglich. Es ist aber schwer einzuschätzen, weil ich ein so schweres Zeitfahren wie dort noch nie gefahren bin und weil die Konkurrenz sehr groß ist“, sagte Brennauer, die auch für die Strecke zwischen den Bundeswehr-Standorten Stadtallendorf und Neustadt lobende Worte übrig hatte.

Zwei Buchenauer Fahrer fallen kurzfristig aus

„Beim Abfahren im Auto sah der Kurs ganz einfach aus. Es geht aber ein paarmal hoch und runter. Ich glaube, dass er es in sich hat. Allerdings ist er nicht sehr technisch. Die Bremsen werde ich nicht so oft brauchen - außer beim Wenden“, flachste die gebürtige Kemptenerin, die außer Konkurrenz die 27 Kilometer in 35:42,3 Minuten absolvierte, damit im elfköpfigen Elitefeld der Männer Vierte geworden wäre und gut dreieinhalb Minuten schneller war als Armin Zürcher (RSG Buchenau), der dort Elfter wurde. Generell war es nicht der Tag des Hinterländer Vereins, wie Andreas Schulz, Fachwart Rennsport bei der RSG, verriet: „Bei uns sind noch kurzfristig zwei Fahrer ausgefallen. Jan Hagenbruch hatte Knieprobleme, Sabine Werner etwas zu wenig Gewicht. Sie ist viele Bundesliga-Rennen gefahren, die haben etwas Substanz gefordert.“

Bei den Frauen musste RSGlerin Lena Köckerling erneut nur Tine Holst Christensen den Vortritt lassen. Fehlten der 26-jährigen Buchenauerin, die einst zusammen mit Brennauer in der deutschen Nationalmannschaft fuhr, im Vorjahr nur knapp drei Sekunden zu der Athletin des RSC Frankfurt, so nahm Holst Christensen der Streckenrekordhalterin diesmal etwas mehr als 2:20 Minuten auf den 20 Kilometern ab. „Lena ist im Moment schlecht drauf. Seit dem Frühjahr geht die Spirale bergab. Wir wissen allerdings nicht so recht, woran dies liegt“, haderte Schulz. Bei den Senioren III landete in Frank Lemmer der einzige Teilnehmer des Gastgebers hinter Dirk Keßler (RV Rockenberg) und Viktor Slavik (RV Kassel) auf Platz drei. Weitere Erfolge aus heimischer Sicht gab es im Jedermann-Bereich: Während Katharina Holzapfel (VfL Marburg; 27 Kilometer) in der U23 und Detlef Reckewell (Buchenau; 13,5 Kilometer) bei den Senioren IV einzige Starter waren, wurden Stefan Eucker (Feuerwehr Himmelsberg) bei den Senioren II und Frank Dörr (VfR Niederwald) bei den Senioren III Zweite.

Nicht nur wegen des prominenten Besuchs und weil der Wettkampf ohne Verletzungen über die Bühne ging, zog der Ausrichter ein positives Fazit. „Nachdem wir die Ausrichtung dieser Meisterschaften vor einigen Jahren vom RV Neustadt übernommen haben ist diese Veranstaltung nach dem Wegfall unseres Rennens ‚Rund um den Elisabethbrunnen‘ das Haupt­event, welches wir so lange wie möglich machen wollen. Zum einen, weil es eine schöne Veranstaltung ist und zum anderen, weil es angesichts unserer kleinen Vereinsstruktur umsetzbar ist“, begründete Hajo Führer, Vize-Präsident des RSV Marburg.

von Marcello Di Cicco

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