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Von Beginn an klappt bei der KTV fast alles

Kunstturnen Von Beginn an klappt bei der KTV fast alles

Mit einem knappen Ausgang hatten die Verantwortlichen der KTV Obere Lahn gerechnet - es ist anders gekommen: Beim 55:14-Sieg gegen den TSV Monheim holte die Biedenkopfer Riege auch alle zwölf Gerätpunkte.

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In der Vorwoche noch abgestiegen, diesmal sicher auf dem Pauschenpferd: Sebastian Quensell.

Quelle: Michael Hoffsteter

Biedenkopf. Mit 13:0 führte die Kunstturnvereinigung nach den Bodenübungen – gerade einmal einen Zähler mehr sammelte der TSV Monheim aufgrund vieler Fehler und Stürze im gesamten Wettkampf. „Ich kann mich nicht erinnern“, sagte Albert Wiemers später, „dass wir in der ersten Liga schon mal mit einem deutlicheren Abstand gewonnen haben.“ Für den Cheftrainer war es ohnehin ein entspannter Abend; als Moderator führte er durch die Übungen. Seine eigentliche Rolle – damit auch die Auswahl der Turner für die jeweiligen Duelle – übernahm sein Sohn Felix. „Diesmal ist er für die Taktik verantwortlich gewesen“, erklärte Albert Wiemers. Grundsätzlich sei aber geplant, diese Aufgabe bei den nächsten Wettkämpfen wieder gemeinsam zu übernehmen.

Auch ohne die verletzten Andrey Likhovitskiy und Jasper Vennemann sowie den noch pausierenden Fabian Hambüchen lieferte die gastgebende Riege vor rund 1000 Zuschauern „einen der besten Wettkämpfe seit langer Zeit“ ab, wie Felix Wiemers meinte. Etwas enger wäre das Ergebnis wohl ausgefallen, hätte bei den Gästen neben dem Briten Dominick Cunningham nicht auch Tobias Radoi grippebedingt kurzfristig passen müssen. „Das hat uns natürlich in die Karten gespielt“, sagte Felix Wiemers. „Aber ich glaube auch nicht, dass er hier die Wende gebracht hätte.“

Gäste müssen improvisieren

Besonders deutlich wurde die Personalnot aufseiten der Gäste aus Bayern am vierten Gerät: Klaus Kirchberger, eigentlich beim Sprung nie eingesetzt, zeigte mit einem Handstand-Überschlag eine sonst eher auf Gauebene gebotene Übung. „Es ist nicht sein Gerät, aber er hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt“, zollte Albert Wiemers dem Monheimer Respekt. Fabian Lotz packte in diesem Duell vier Scorepunkte aufs KTV-Konto – beim Stand von 38:9 hatte wohl niemand mehr Zweifel am Sieg der Gastgeber.

Mit den 13 Zählern, die auf dem erstmals genutzten neuen Boden geholt wurden, legten Waldemar Schiller, Lasse Gauch, Artur Davtyan (mit insgesamt 15 Punkten Topscorer) und Nick Klessing bereits zu Beginn den Grundstein. Beim Saisonauftakt in Stuttgart (31:45) gaben die Biedenkopfer am Pauschenpferd durch missglückte Übungen 14 Scorepunkte ab, diesmal lief es deutlich besser: Sebastian Quensell legte zwei Zähler nach, Lotz gab gegen den starken Briten James Hall nur zwei Punkte ab. Davtyan sorgte mit fünf Zählern für zwei weitere Gerätpunkte und einen 20:2-Zwischenstand.

„Beim Turnen kann viel passieren“, sagte Felix Wiemers, „aber nach dem Pferd und den Ringen war schon klar, dass eigentlich nichts mehr schieflaufen kann.“ An den Ringen wurde es am engsten, doch Jugend-Europameister Klessing überraschte mit Dreifachsalto beim Abgang und trug mit vier Punkten zum 6:4-Sieg am dritten Gerät bei. Dass Youngster Moritz Müller trotz ordentlicher Übung vier Zähler gegen Florian Linder abgab, fiel nicht ins Gewicht. „Es hat riesig Spaß gemacht“, sagte der 17-Jährige zu seinem ersten Auftritt vor Heimpublikum. Bei seinem Bundesliga-Debüt an den Ringen in der Vorwoche in Stuttgart war er gestürzt, als sein Handschutzriemen riss.

Lopez‘ „originelle Übung“

Nach dem klaren 12:3-Ausgang beim Sprung beeindruckte der spanische Neuzugang Ruben Lopez am Stufenbarren mit einer „sehr originellen Übung, die so nicht viele machen“ (Albert Wiemers): Direkt aus der Schwungstemme turnte er einen Salto mit halber Drehung in den Oberarmhang. Trotz hoher Schwierigkeit von 6,0 kam er jedoch nicht über einen Endwert von 13,25 hinaus – ein Griff auf den Boden beim Abgang kostete eine bessere Bewertung. Für zwei Scorepunkte gegen Kirchberger genügte es dennoch; mit 6:2 gingen auch diese Gerätpunkte an die KTV.

„Am Wichtigsten war der Gesamtsieg. Wir haben auch vorher in der Kabine schon gesagt, dass wir wenn möglich alle Geräte gewinnen wollen“, erzählte Felix Wiemers. Weil Thore Gauch trotz einer schmerzhaften Schulterblessur auf die Zähne biss und zum Abschluss drei Zähler gegen den gestürzten Hall einfuhr und Jakob Paulicks zuvor sogar fünf Punkte gegen Friedel Norik holte, ging auch das Reck mit 11:3 an die KTV.

„Wir haben manchmal ein bisschen gewackelt, aber hatten nur den Sturz von Ruben am Barren“, stellte Felix Wiemers fest, „das ist mehr als okay.“ An diese Leistung gelte es am nächsten Samstag (18 Uhr) bei der KTV Straubenhardt anzuknüpfen. Beim Titelverteidiger werden die Biedenkopfer allerdings klarer Außenseiter sein.

von Stefan Weisbrod

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