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VfB Marburg verschenkt zwei Punkte

Fußball-Verbandsliga VfB Marburg verschenkt zwei Punkte

Obwohl die Vorweihnachtszeit erst in mehreren Wochen beginnt, richteten der VfB Marburg für die immer noch sieglose SG Kinzenbach am Freitagabend eine vorzeitige Bescherung in Form von einem Zähler aus.

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Der Kinzenbacher Marvin Helm (rechts) kontrolliert den Ball gegen den Marburger Fabian Schmidt.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Nach dem Abpfiff wandelt Thomas Vollmer alleine vom Platz. Den Blick mit grimmiger Miene gen Boden gerichtet. Frustration und Unverständnis stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Und der VfB-Trainer kann die Quelle seines Ärgers klar benennen: „Es ist für mich unbegreiflich, wie man mit so einem Fehler zwei Punkte derart leichtfertig aus der Hand geben kann.“

Den Lapsus, den er anspricht, ereignete sich keine 60 Sekunden nach der Führung für die Hausherren. Es war eine Szene, wie sie auf Verbandsliga-Niveau selten zu sehen ist: Langer Ball in den Strafraum, VfB-Innenverteidiger Perry Ofori gewinnt das Laufduell mit Kinzenbachs Volkan Vural und schirmt den Ball ab. VfB-Keeper Sven Mainusch kommt nur halbherzig heraus. Der Ball scheint ins Toraus zu rollen, doch die beiden Marburger behindern sich gegenseitig. Das Spielgerät kullert durch Mainuschs Beine. Vural, der sein Glück wohl kaum fassen kann, stürmt aus dem Toraus in den Fünfmeterraum und schiebt den Ball ins verlassene Tor. „Was soll man da als Trainer machen?! Da bist du einfach machtlos“, ärgerte sich Vollmer.

"Das war insgesamt einfach zu wenig von uns"

Doch es war nicht nur der Gegentreffer aus dem Kuriositätenkabinett, der Vollmer störte. „Das war insgesamt einfach zu wenig von uns“, meinte der Übungsleiter. Besonders an Präzision im Aufbauspiel mangelte es den Blau-Weißen. Die Platzherren versuchten es mit vielen hohen Bällen in die Spitze auf Stürmer Ahmet Marankoz. Zwar kamen einige Zuspiele an, doch diese wurden einfach nicht gut genug verarbeitet.

Überhaupt waren es zu ­viele Stockfehler. So machten sich die feldüberlegenen ­Marburger häufig selbst die Angriffe zunichte. Das machte die Partie über 90 Minuten zu einer wenig attraktiven. Das lag auch daran, dass die Kinzenbacher nicht viel in der Offensive taten und sich weitgehend auf Konterfußball beschränkten. „Wir wollten Marburg hinten spielen lassen und im Mittelfeld möglichst viele Bälle erobern, um dann zügig über die Außenbahnen zu spielen“, erklärte Eduard Haid, Co-Trainer der SG.

Manche Vorstöße klappten sogar recht gut. Doch eine wirkliche ­Torchance sprang dabei nur für Steffen Spottka heraus. Er schloss jedoch zu schwach und vor allem zu ungenau ab (45.). „Wir hatten ein paar Mal Probleme mit unserer Staffelung bei gegnerischen Kontern“, kritisierte Vollmer. Ufuk Ersentürks fulminanter Torschuss strich einen Meter über die Latte (63.): Kinzenbachs beste Torchance in Hälfte zwei.

Statistik

VfB Marburg - SG Kinzenbach 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 Manuel Rasiejewski (77.), 1:1 Volkan Vural (78.). VfB Marburg: Mainusch - Thalmann (46. Rasiejewski), Kaguah, Ofori, Lutz - Karge, F. Schmidt - S. Schmidt (90. Willow), Mohr, Besel (71. Kräuter) - Marankoz. SG Kinzenbach: Zörb - Mohr, Schadenberg, Zeller, Dietrich - Vural, Ersentürk - Spottka, Knauß (66. Werner), Anker - Helm. Schiedsrichter: Felix Berger (Herleshausen). Zuschauer: 90. Beste Spieler: Rasiejewski / Zeller.

Auf der anderen Seite hatten die Marburger zwei hochkarätige Tormöglichkeiten: Artur ­Besel traf nach einem Seitfall­zieher nur die Latte (25.) und Dominik Karge, am Fünfereck mutter­seelenallein gelassen, ­köpfte den Ball direkt auf Torhüter ­Jannik Zörb. Er war von Manuel Rasiejewski in Szene gesetzt worden. Dieser hatte durch eine Freistoßflanke aus 30 Metern, die im langen Eck einschlug, die Führung besorgt.

von Benjamin Kaiser

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