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Verbandsgericht revidiert Urteil

Fußball Verbandsgericht revidiert Urteil

Die Begegnung in der Fußball Kreisliga A Marburg zwischen dem FSV Sterzhausen und den Ballsportfreunden Richtsberg muss neu angesetzt werden - unter Verbandsaufsicht. Das ist das Ergebnis der Berufungsverhandlung vor dem Verbandssportgericht in Grünberg.

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Das Verbandssportgericht Grünberg hat ein Urteil gefällt.

Quelle: Grafik: Julia Brinkmann

Grünberg. „Es lag keine Gefährdungslage vor. Es sind nicht alle zumutbaren und objektiven Möglichkeiten ausgeschöpft worden, das Spiel fortzusetzen. Es muss deshalb wiederholt werden. Auch die zwei Roten Karten gegen Akteure des BSF Richtsberg sind nicht rechtskräftig verteilt worden. Das Urteil aus der ersten Instanz vom 5. Oktober durch das Kreissportgericht Marburg war handwerklich schlecht“, sagte Rechtsanwalt Carsten Dalkowski, der die Richtsberger in der Verhandlung vertrat.

„Die Abbruchgründe sind nicht erfüllt worden“, ergänzte Horst-Günther Konlé, der Vorsitzende des Verbandssportgerichts des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV). Weiter entschieden Konlé sowie die Beisitzer Andreas Dietzel und Jens Heil: Neben der Neuansetzung der Partie werden die Spielersperren (12 und 16 Spiele) aufgehoben, zwei geladene Zeugen des BSF, die unentschuldigt fehlten, wurden mit einer Ordnungsstrafe von je 100 Euro belegt. Die Rechtsmittelgebühr in Höhe von 150 Euro wird zurückerstattet, die Kosten des Verfahrens gehen zulasten des HFV.

„So einfach kann man kein Spiel abpfeifen“

In der Partie der Kreisliga A Marburg am 24. September zwischen dem FSV Sterzhausen und den BSF Richtsberg war es zu Tumulten gekommen, woraufhin der „Ersatzschiedsrichter“ - er war für den verletzt ausgeschiedenen Unparteiischen beim Stand von 2:0 für Sterzhausen in der 18. Minute eingesprungen - die Partie in der 44. Minute abbrach. Ein Zuschauer habe den Ball weggeschossen, als ein Richtsberger einen Einwurf schnell ausführen wollte. Den Zuschauer habe der BSF-Spieler mit türkischen Schimpfwörtern beleidigt, woraufhin der Schiedsrichter diesem die Rote Karte gezeigt habe.

Währenddessen seien Richtsberger Spieler und Ersatzspieler über den Platz herbeigeeilt und hätten einen Tumult ausgelöst. Im Zuge dessen sei, so der Sonderbericht des Unparteiischen, der Linienrichter von zwei Spielern attackiert worden - was diese allerdings bestritten. „Ich wollte schlichten“, sagte ein BSF-Akteur.

Nachdem sich die Szene wieder beruhigt hatte, kam der „Ersatz-Schiri“ zu dem Entschluss (und nach Rücksprache mit dem verletzt ausgeschiedenen Unparteiischen), das Spiel abzubrechen. „Weil die Stimmung so aufgeheizt war“, so der Unparteiische. „Ich konnte mir meiner eigenen Gesundheit nicht sicher sein, zückte auch nicht die zwei Roten Karten, unterrichtete die beiden Spielführer über den Spielabbruch und wurde in die Kabine begleitet.“ Dazu Horst-Günther Konlé: „So einfach kann man kein Spiel abpfeifen. Sie haben nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die Partie fortzusetzen.“ Das Urteil ist sofort rechtskräftig.

von Herbert Lenz

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