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Unger: "Wir haben ohne Herz gespielt"

Basketball-Bundesliga: Dolphins - Rotenburg 70:82 Unger: "Wir haben ohne Herz gespielt"

Der Heimauftakt ist daneben gegangen: Der BC Pharmaserv Marburg hat am Freitagabend mit 70:82 (35:35) gegen die Avides Hurricanes aus Rotenburg verloren.

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Marburgs Trainer Patrick Unger macht seinem Unmut Luft.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Rotenburg hat extrem gut geworfen. Genial, was die zum Schluss alles getroffen haben“, sagte Marburgs Trainer Patrick Unger nach der Niederlage im ersten Heimspiel dieser Bundesliga-Saison. In das Kompliment an den Gegner mischte sich aber sogleich Kritik am Spiel der eigenen Mannschaft. „Wir haben ohne Herz gespielt“, befand Unger und wurde so deutlich, wie man den Headcoach der Blue Dolphins noch nie gehört hatte. „Wir waren nicht in der Lage, den Gegner im Eins-gegen-Eins zu stoppen. Wenn wir dazu nicht in der Lage sind, haben wir in der ersten Liga nichts zu suchen.“

Die Blue Dolphins mussten sich den Avides Hurricanes aus Rotenburg mit 70:82 geschlagen geben.

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Den Ärger ihres Trainers konnte Birte Thimm durchaus nachvollziehen. „Eigentlich waren wir schon einen Schritt weiter“, sagte die neue Mannschaftskapitänin des BC. „Die haben uns heute unter dem Korb geschlagen.“ Zu sehr habe man sich nach einer guten Anfangsphase auf den Spielstil des Gegners eingelassen, „auf dieses One-on-One-Gezocke“. Gleichwohl richtete Thimm sofort den Blick nach vorne: „Ich sehe nicht schwarz. Das war das erste Heimspiel und wir haben eine lange Saison vor uns.“

Auch Patrick Unger räumte ein, dass die Mannschaft noch in der Findungsphase sei. Er hatte auch positive Dinge gesehen. „In der ersten Halbzeit haben wir schnell gespielt und geführt“, sagte der Trainer. Aber: „Danach haben wir es nicht geschafft, gegen die Pressverteidigung den Ball nach vorne zu bringen.“ Auf 31:22 waren die Marburgerinnen Mitte des zweiten Viertels davongezogen. Dann nahm Rotenburgs Coach Christian Greve eine Auszeit. Fortan spielte der Aufsteiger härter und aggressiver, die Gastgeber bekamen Probleme. „Wir haben uns in Sicherheit gewiegt“, meinte Unger.

Bis zur Pause hatten die Hurricanes die Partie ausgeglichen (35:35). Halbzeitübergreifend legten sie einen 22:4-Lauf hin, was Unger auf die Palme brachte: „So dürfen wir uns nicht präsentieren. Jeder muss alles geben.“ Mit den 70 erzielten Punkten war der Trainer durchaus einverstanden - 82 kassierte sind für den Verteidigungsverfechter deutlich zu viel. 65 Punkte ist die Marke, die der Gegner nach Ungers Philosophie nicht übertreffen sollte.

Trotz aller Defizite in der Defense waren die Blue Dolphins aber auch im dritten Viertel noch nicht geschlagen. Mit 39:48 lag der BC zurück, da raffte sich das Team angetrieben von Birte Thimm und der engagierten, aber manchmal etwas zu egoistischen Bjonee Reaves noch einmal auf. Kellindra Zackery und Laura Masek zeigten unter dem Korb in dieser Phase den von Unger geforderten Willen; und als Finja Schaake mit der letzten Aktion des dritten Viertels einen Dreier versenkte, waren die Blue Dolphins vor 700 Zuschauern in der Gaßmann-Halle wieder auf 55:57 dran.

Doch dann folgten wieder wilde Aktionen und ein 14:2-Lauf der Gäste, der die Partie beim Stand von 71:57 endgültig entschied. „Wir hatten den Willen, das bis zum Ende durchzuziehen“, sagte Hurricanes-Trainer Christian Greve. „Den hatten wir gegen die Rhein-Main Baskets noch nicht, da haben wir es laufen lassen. Das war uns eine Lehre.“ Beim Season Opening verlor Rotenburg mit 70:72.

An diesem Sonntag (15 Uhr) geht es für den BC schon weiter. „Saarlouis wird nicht viel anders als Rotenburg“, meinte Patrick Unger. „Nur schätze ich sie noch stärker ein.“ Man darf vermuten, dass die Videoanalyse an diesem Samstag für seine Schützlinge ziemlich anstrengend werden wird.

BC Pharmaserv Marburg – Avides Hurricanes 70:82 (22:18, 13:17, 20:22, 15:25)

Marburg: Pierce (4), Koop (15), Thimm (14; 9 Rebounds), Crowder, Schaake (15/3 Dreier), Köppl, Masek (5/1), Reaves (6/2), Zackery (11; 8 Rebounds).

Rotenburg: Young (19/1), Baden (1), Kaiser, Rahn (6/1), Mankertz (17/2), Wegner, Mallard (14/1), Flasarova (13/1), Arlen (12/2).

Zuschauer: 700.

von Holger Schmidt

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