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Umstrittener Punkt sorgt für Eklat

Tennis, Marburg Open Umstrittener Punkt sorgt für Eklat

Wenn der Oberschiedsrichter auf den Platz gerufen wird, muss etwas Besonderes passiert sein. Dem war am Donnerstag auch so bei der Partie Pashanski gegen Souza.

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Kämpften verbissen um jeden Punkt, lieferten sich aber auch harte Wortduelle: Boris Pashanski (links) und Joao Souza aus Brasilien. Fotos: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nein, für schwache Nerven ist die Achtelfinalpartie auf dem S & S Court am Donnerstagnachmittag nichts. Zweimal Tiebreak, zahlreiche vergebene Matchbälle und wortreiche Gefechte zwischen Spielern untereinander sowie zwischen Spielern und Schiedsrichter.

Für den ersten Eklat sorgen nach Meinung vieler Zuschauer zunächst der Stuhlschiedsrichter und der Oberschiedsrichter.

Um es vorweg zu nehmen, beide handeln bei einem umstrittenen Punkt in der Partie des Qualifikanten Boris Pashanski aus Serbien und den in Marburg an Nummer vier gesetzten Brasilianer Joao Souza dem Reglement entsprechend richtig. Dass aber der Serbe nach der 6:7 und 6:7-Niederlage seinem Gegenüber den Handschlag verweigert, ist nicht die feine englische Art. Doch damit nicht genug. Nach einem weiteren Wortgefecht unterhalb der Gürtellinie gingen beide Akteure nach Spielschluss aufeinander los. Nur mithilfe des erneut auf den Platz eilenden Oberschiedsrichters wurde mehr verhindert.

Die Gemüter beruhigten sich wieder. Was aber war geschehen, dass die Situation eskalierte? Beim Stand von 6:7, 5:6 und 40:40 aus Sicht des Serben streut dieser eine Stoppball ein. Souza rennt zum Netz, erreicht den Ball gerade noch soeben, doch prallt der Ball nun zunächst in seine Hälfte, dann über das Netz und in des Gegners Hälfte. Pashanski spielt zunächst weiter, macht den Punkt aber nicht. Matchball Souza entscheidet der Stuhlschiedsrichter.

Pashanski protestiert und verlangt nun den Oberschiedsrichter. Der gibt zwar dem Serben Recht, doch bleibt der Stuhlschiedsrichter bei seiner Entscheidung.

„Ich habe nicht erkennen können, ob der Ball von Souza korrekt gespielt war oder nicht“, räumt er zwar ein, ergänzt aber: „Der Serbe hat weitergespielt, insofern war ich der Meinung, dass alles korrekt sei. Danach kann ich eine getroffen Tatsachenentscheidung nicht mehr zurücknehmen.“ Wie erwähnt, handelte er regelkonform. Vielleicht aber hätte er etwas mehr Fingerspitzengefühl zeigen können und den Punkt wiederholen lassen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Zuschauer, die in unmittelbarer Nähe den Vorfalls saßen und standen, Souzas Fehler gesehen hatten und dies auch lautstark zum Ausdruck brachten.

Souza indes nahm den Fehler trotz mehrfacher Aufforderung seines Kontrahenten, dies doch zu tun, ebenso nicht zurück, sondern ignorierte den Serben.

„Hätte ich einen fairen Spieler als Gegner gehabt, hätte ich den Punkt zurückgenommen“, sagte Souza, der Boris Pashanski erstmals besiegte und das Viertelfinale der Marburg Open erreichte.

Unterdessen ist am Abend der letzte heimische Akteur bei den Marburg Open ausgeschieden: Jannis Kahlke aus Argenstein an der Seite des Slowenen Tadej Turk im Doppel.

von Michael E. Schmidt

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