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Lokalsport „Ultras“ Krause und Hajak laufen stark
Sport Lokalsport „Ultras“ Krause und Hajak laufen stark
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00:19 31.08.2018
Hinter dem späteren Zweiten des Marathons, Mario Müller (vorne, Flughafenfeuerwehr Frankfurt/Main), geht Antje Krause (Ultra Sport Club Marburg) den Ultramarathon an. Quelle: Helmut Schaake
Rauschenberg

Tausende bevölkern bei Marathonrennen in Deutschland die Straßen, sei es in Berlin, Hamburg, München, vor der Haustüre in Marburg oder in Frankfurt. Doch die wenigsten von ihnen können erahnen, wie schön es ist, auch in der Natur ohne Zeitdruck zu laufen. Bei der 7. Auflage des Rauschenberger Burgwald-Marathons kamen die Aktiven in den Genuss von „Natur pur“.

Nach den hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Wochen fanden die rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ideales Laufwetter vor. So gab es auch bei den rührigen Organisatoren des LTD Rauschenberg mit seiner fleißigen 80-köpfigen ehrenamtlichen Helferschaft in Anbetracht der Tatsache, dass die große Hitzewelle ausgeblieben war, ein großes Ausatmen.

Krause zeigt ihre Klasse 
in der Königsdisziplin

Pünktlich gab Landrätin Kirsten Fründt, die im Eiltempo angekommen war, um 8 Uhr am Sonntagmorgen den Startschuss für den Ultramarathon. Um diese Uhrzeit zeigte das Thermometer gerade einmal fünf Grad Celsius an und dichte Nebelschwaden zogen über die Wolfskaute. Aber eine halbe Stunde später, als die Läuferschar auf dem Weg hinunter nach Albshausen und durch den Burgwald war, zeigte die Sonne schon wieder ihre Kraft.

Im Ziel an der Turnhalle wurden die Aktiven, bei erwärmenden 16 Grad Celsius von Laufmoderator Artur Schmidt aus Herborn empfangen und zogen eine positive Bilanz: „Das war ein landschaftlich wunderschöner Lauf durch den Burgwald.“ Je nach Kondition konnte man nach dem Motto „Laufe deinen Traum“ zwischen Strecken von drei Kilometern, dem „Kostümlauf“ sowie dem kräftezehrenden Rundkurs über 52 Kilometer wählen.

Marathonis brauchen mehr als drei Stunden

Schon zum dritten Mal stand als Königsdisziplin 
der 52-Kilometer-Ultramarathon mit der großen Schleife durch den Burgwald auf dem Programm, den immerhin 30 Teilnehmer in Angriff nahmen. Die beste Kondition zeigte der Pfungstädter M 40-Senior Oliver Hajak, der nach schnellen 4:15:16 Stunden mit gut drei Minuten Vorsprung vor Michael Schäfer (Ludwigs­au, M 30, 4:18:23) das Ziel erreichte.

Als Gesamtfünfte zeigte Antje­ ­Krause (Ultra Sport Club Marburg) bei ihrem Trainingslauf zwei Wochen vor der 100-­Kilometer-WM in Sveti Martinna Muri (Kroatien) nach 4:27:46 Stunden ihre Extraklasse. Als 17. im Ziel und Fünfte der Frauenkurrenz verbesserte sich die ­Vorjahressiegerin Christina­ Block (SG Fronhausen) um 22 Minuten auf ansprechende 5:38:59 Stunden.

Im klassischen 42,195-Kilometer-Marathon blieb keiner unter der begehrten Drei-Stunden-Marke. Hier nahm Sven Gaul (Hohenaar) ganz überlegen nach 3:04:30 Stunden den Pokal mit nach Hause. Bei den Frauen gewann Sylke Kuhn (LG Vellmer), die schon dem 10-Marathon-Club angehört, als Gesamtneunte in 3:56:38 Stunden.

Läufer der SF BG Marburg feiern einen Doppelsieg

Einen Start-Ziel-Sieg gab es auf der Halbmarathondistanz über 21,1 Kilometer, wo der Sieger des Laufes in 2016 Micha Thomas (LG Eder) den bestehenden Streckenrekord – gehalten von Moritz Weiß aus 2013 mit 1:19:25,6 Stunden – im ­Alleingang gegen die Uhr pulverisierte und auf 1:16:33 Stunden verbesserte. Platz zwei bei 96 „Finishern“ erkämpfte sich Markus Schraub als M 45-Sieger in 1:20:47, auf dem Bronzerang folgte der Winterberger Thomas Ryba (M 40) nach 1:22:56.

Bei den Frauen siegte Dorothee Rogosch (W 40) aus Bauer­bach – die Gewinnerin des ­Marburger Nachtmarathons – als Elfte im Ziel in starken 1:39:42 Stunden, zwei Plätze dahinter folgte Frederike Michel (Fit im Grund) in 1:40:19.

Den Lauf über zehn Kilometer beendeten 46 Teilnehmer. Hier feierten die Langstreckler der SF BG Marburg durch den hessischen Polizeimeister Lars Siegmund in 34:59 Minuten, gefolgt von Sebastian Schaake in 35:27 (beide M 40) einen Doppelsieg. Bei den Frauen reichten der W 50-Siegerin Claudia Hoffarth (TV Lohra) auf Platz 16 die Laufzeit von 49:26 Minuten zum Sieg und zum Pokalgewinn.

Mit Spaß und ohne Zeitdruck unterwegs

Im Einsteigerlauf, auch als ­Jedermannslauf bekannt, wiederholte der 53-jährige Bernd Seibel (SSV Bunstruth) in 20:58 Minuten seinen Vorjahreserfolg. Schnellste Frau war die Lokalmatadorin Stephanie Fischer in 27:05 Minuten.

Wieder einmal wurde der Kostümlauf, bei dem sich Alt und Jung farbenprächtig gekleidet präsentieren, stark angenommen. 87 Teilnehmerinnen und Teilnehmer legten mit viel Spaß und ohne Zeitdruck ihre drei ­Kilometer zurück.

Die schnellsten Beine hatten in dieser Kategorie die Zwölfjährigen. Bei den Jungen lag Hannes Seibert von der Stadtjugendpflege in 14 Minuten vorne, bei den Mädchen war es ­Sina Dersch (Team Aloha) in 15:22 Minuten.

von Helmut Schaake