Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Turn-Feuerwerk zu Hambüchens Geburtstag

KTV besiegt Chemnitz/Halle Turn-Feuerwerk zu Hambüchens Geburtstag

Kunstturnen vom Feinsten zeigte die KTV Obere Lahn am Samstag. Sie schlug das Mitteldeutsche Turn-Team mit 65:13 und kletterte am vorletzten Wettkampftag auf den vierten Tabellenrang.

Voriger Artikel
Trainer Unger fordert mehr Teamplay
Nächster Artikel
Ein bitterer Nachmittag für die "Dolphins"

Eine Torte zur Krönung: Fabian Hambüchen feierte seinen 27. Geburtstag mit einer starken Leistung der KTV Obere Lahn um Scott Morgan (links) und Andrey Likhovitskiy).

Quelle: Benedikt Bernshausen

Biedenkopf.. Wenige Augenblicke vor Beginn des Wettkampfes steht Fabian Hambüchen im Mannschaftsbereich hinter der Bande und blickt in die jubelnde Menschenmenge auf der Haupttribüne. Es ist ein besonderer Tag für das mittelhessische Turn-Ass: sein 27. Geburtstag. Und als Philipp Wiemers die Mannschaften bittet Aufstellung zu nehmen, sagt Hambüchen voller Vorfreude auf das vorletzte Duell der Saison: „Das wird heute ein Fest!“

Zu Gast ist das Mitteldeutsche Turn-Team aus Chemnitz und Halle, angeführt von Nationalturner Matthias Fahrig. Die Ostdeutschen liegen abgeschlagen auf dem vorletzten Tabellenrang, die Hinterländer sind klarer Favorit. Doch die Biedenkopfer nehmen den Gegner ernst, geben von der ersten Sekunde an Vollgas.

Brillanz am Pauschenpferd

Am Boden glänzen Scott Morgan und Fabian Hambüchen, am Pauschenpferd zeigt gar das gesamte KTV-Quartett überragende Leistungen - allen voran Andrey Likhovitskiy. Der Weißrusse, WM-Siebter am Pferd, beweist mit einer Weltklasseübung (Ausgangswert: 6,3/Endwert: 15,3) seine Klasse und verbucht fünf Scorepunkte. Ebenso Sebastian Quensell, der bei der Präsentation seiner neuen Übung aber auch von Fehlern und der niedrigen Punktzahl (13,8:9,95) seines direkten Konkurrenten Jan Winkler profitiert. Zweitbester Mann am Gerät ist Fabian Lotz, der zuletzt fehlte, diesmal aber eine lupenreine Vorstellung zeigt und wie auch Hambüchen drei Punkte auf das Konto der KTV bucht.

Sie feilen an der Taktik für den Wettkampf gegen Chemnitz/Halle: Felix Wiemers (links) und Vater Albert. Foto: Benedikt Bernshausen

Zur Bildergalerie

Mit viel Selbstvertrauen überzeugt Obere Lahn danach an den Ringen: Zuerst zeigt Morgan Höchstschwierigkeiten (Ausgang: 6,4/End 14,75). Später brilliert auch Hambüchen, der wie der Kanadier vier Punkte einsammelt. Als letzter Turner vor der Pause glänzt Jasper Vennemann mit einer tadellosen Vorstellung: Der 33-jährige Routinier überlässt seinem starken Konkurrenten Matthias Fahrig nur einen einzigen Punkt. Zwischenstand: 32:3.

Während der Halbzeitpause stellt Felix Wiemers fest: „Wir haben bisher keinen Fehler gezeigt. Es läuft wie aus einem Guss!“ Wichtig sei nun, dem Gegner keine Gerätepunkte zu überlassen. Doch dann passiert ausgerechnet ihm am Sprung der einzige Fehler im Wettkampf: Beim Versuch, dem besten Sprung des Tages (Ausgang: 5,6/End: 15,1) von Fahrig Paroli zu bieten, verliert der Münchener den Halt und stürzt nach der Landung auf den Hosenboden. Fünf Punkte gehen an Fahrig und das MTT, für das zuvor schon Florian Lindner einen Zähler im Zweikampf mit Waldemar Schiller „ersprungen“ hatte. Mit ihren Darbietungen schaffen Hambüchen (zwei Punkte gegen Sawatzky) und Morgan (vier Punkte gegen Pflüger) am Gerät nur noch das Unentschieden.

Doch schon am Barren sind die Gäste wieder ohne Chance: Likhovitskiy, Hambüchen und Lotz sowie Paulicks, der einen „Fünfer“ gegen den gestürzten Michael Sawatzky holt, punkten. Am Reck, dem letzten Gerät, laufen die Gastgeber endgültig zur Höchstform auf: Lotz und Likhovitskiy holten drei und vier Punkte gegen Bock und Lindner - dagegen verliert Thore Gauch vier Zähler an Fahrig.

Und bevor der Chemnitzer Tim Leibiger als letzter Turner den Schlusspunkt setzt, krönt Fabian Hambüchen seinen Geburtstags-Wettkampf mit einem fabelhaften Schauspiel: Mit einem Ausgangswert von 7,1 erturnt er 16,35 Punkte - bei der WM hatte der Niederländer Epke Zonderland mit 16,225 Punkten Gold gewonnen.

„So zu turnen: Das war das beste Geschenk“, schwärmt Fabian Hambüchen, der diesmal nur von glücklichen Teamkollegen umgeben ist - zum Beispiel Sebastian Quensell, der nach seiner Vorstellung am Pferd lautstark gejubelt hatte: „Die neue Übung hat zum ersten Mal überhaupt geklappt“, schmunzelt der Kieler. Oder Trainer Albert Wiemers: „Das war ein Riesenspaß. Wir haben alles richtig gemacht!“

Abschied für Felix Wiemers

Und doch trübt eine Nachricht den fröhlichen Abend: Nach seiner Bodenkür, in der Felix Wiemers ein Unentschieden erturnte, gab der Biedenkopfer bekannt, dass dies wohl seine letzte Übung in der ersten Bundesliga gewesen sein könnte. Der Skisport, den Wiemers neben dem Turnen professionell betreibt, lasse ihm zu wenig Zeit für das nötige Training in der Halle. Er versprach aber: „Wenn ich hier gebraucht werde, dann stehe ich bereit.“

Ergebnisse:

KTV Obere Lahn - MTT Chemnitz/Halle 65:13; Wettkampfpunkte 342,2:319,3; Gerätepunkte 11:1. Boden 8:2: Morgan - Sawatzky 4:0, Paulicks - Bock 0:2, Hambüchen - Winkler 4:0, Wiemers - Pflüger 0:0. Pferd 16:0: Likhovitskiy - Lindner 5:0, Lotz - Bock 3:0, Hambüchen - Rittschik 3:0, Quensell - Winkler 5:0. Ringe 8:1: Morgan - Rittschik 4:0, Lotz - Lindner 0:0, Hambüchen - Bock 4:0, Vennemann - Fahrig 0:1. Sprung 6:6: Schiller - Lindner 0:1, Paulicks - Fahrig 0:5, Hambüchen - Sawatzky 2:0, Morgan - Pflüger 4:0. Barren 15:0: Likhovitskiy - Bock 3:0, Lotz - Rittschik 4:0, Paulicks - Sawatzky 5:0, Hambüchen - Fahrig 3:0. Reck 12:4: Lotz - Bock 3:0, Likhovitskiy - Lindner 4:0, Gauch - Fahrig 0:4, Hambüchen - Leibiger 5:0. Topscorer: Hambüchen 21; Likhovitskiy/ Morgan je 12.

von Benedikt Bernshausen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?