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Trainer Unger kritisiert die Einstellung

Basketball, Bundesliga Frauen Trainer Unger kritisiert die Einstellung

Der BC Marburg hat einen herben Rückschlag im Abstiegskampf erlitten. Bei den nun punktgleichen Chemcats Chemnitz setzte es eine 63:87-Niederlage.

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Zu selten setzten sich die Dolphins so in Szene wie hier Brittany Wilson (rechts) gegen Natalija Bondarenko.

Quelle: Melanie Schneider

Chemnitz. So groß der Jubel eine Woche zuvor nach dem dramatischen Erfolg in Langen war, so groß war nun die Enttäuschung. Nicht nur über das Ergebnis. Wobei selbst das ganz schön heftig ausfiel: 24 Punkte Differenz bei einer Mannschaft, die man auf Augenhöhe glaubte. Vor allem die Leistung seiner Schützlinge stimmte BC-Trainer Patrick Unger nachdenklich.

„Wer keine Defense spielt, kann kein Spiel gewinnen“, lautete sein Fazit. Sowohl im Eins-gegen-Eins als auch in der Abstimmung beim defensiven Zusammenspiel hakte es bei den Gästen. Manchmal reichte ein - nicht mal genialer - Pass, um die Abwehr auszuhebeln.

„Das war eine Katastrophe“, urteilte der Coach. Einzig die Reboundarbeit unter dem eigenen Brett war akzeptabel. Da allerdings die Chemnitzerinnen mit guter Trefferquote aufwarteten, gab es oft genug gar keinen Abpraller abzugreifen.

Die eigene Offensive sei ganz okay gewesen: „Da waren wir eigentlich mit 63 Punkten im Soll“, sagte Unger. Dennoch hätten die BC-Frauen erneut weitaus mehr ihrer Chancen in Punkte ummünzen müssen. 21 Prozent unter dem Brett ist eine mehr als magere Quote.

Wilson beste Marburger Punktesammlerin

„Wir haben auch viele doofe Schüsse genommen. Wenn ich eine Hand im Gesicht habe, ist klar, dass ich nicht treffe“, beklagte der BC-Übungsleiter. Im Angriff sah der 31-Jährige zu wenig Bewegung. So gelangen zu selten gute Anspiele in die Zone.

Allerdings hatten die Marburgerinnen nicht schlecht begonnen. 11:6 stand es nach vier Minuten. Die neue Aufbauspielerin, Brittany Wilson, brachte Schwung in den BC-Angriff. In den ersten zehn Minuten erzielte sie neun Zähler - danach allerdings nur noch zwei.

Auffällig: Bereits hier ging unter dem Chemnitzer Korb kaum etwas für die Gäste. Fast alle Punkte zur 24:22-Führung nach dem ersten Viertel wurden von außen erzielt, darunter vier Dreier - von insgesamt fünf.

Partie bereits vor dem letzten Viertel entschieden

In den ersten dreieinhalb Minuten des zweiten Abschnitts überrannten die Katzen ihre Gegnerinnen. Zwölf Zähler in Serie bedeuteten eine Zehn-Punkte-Führung. Zum Seitenwechsel waren die Marburgerinnen auf 34:39 dran.

Doch gleich nach Wiederbeginn schenkten ihnen die Sächsinnen sieben Punkte in Folge ein. Beim 70:53 für das Heim-Team stand der Sieger bereits nach 30 Minuten fest. Dann drehte eine ehemalige Marburgerin noch einmal richtig auf: Amanda Davidson erzielte im letzten Durchgang 12 ihrer 28 Zähler. Auch die zweite Ex-Marburgerin im Chemcats-Trikot zeigte eine starke Leistung. Tina Menz holte 14 Punkte und gab fünf Korbvorlagen.

Menz und Davidson hatten vor anderthalb Jahren maßgeblichen Anteil am Marburger Klassenerhalt. Und der steht nun auch wieder im Fokus. Allerdings haben laut Trainer Unger wohl noch nicht alle seiner Spielerinnen den Ernst der Lage erkannt. „Die ersten beiden Viertel waren okay. Aber dann war es eine simple Einstellungssache. Es fehlten die Körperspannung, der Wille zu kämpfen und zu laufen. Die Realität heißt bitterer Abstiegskampf.“

von Marcus Richter

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