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Thimm träumt vom siebten Platz

Basketball-Bundesliga Thimm träumt vom siebten Platz

Die Marburger Basketballerinnen können das Wort Abstiegskampf aus ihrem Wortschatz streichen. Der BC Pharmaserv behielt im wichtigsten Saisonspiel die Nerven und besiegte NB Oberhausen mit 69:53.

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Birte Thimm klatscht nach dem Sieg gegen ihren Ex-Verein mit den Blue-Dolphins-Fans ab. „Für uns öffnet sich die Tür nach oben“, sagte die Marburger Mannschaftskapitänin.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Vor der Partie hatte Patrick Unger den Druck mit Blick auf die Bundesliga-Tabelle komplett auf die Gäste abwälzen wollen. Ganz freimachen konnte sich der BC-Trainer selbst aber nicht davon. Ein Hörsturz hätte beinahe dafür gesorgt, dass Unger das Spiel verpasst hätte. Nach der Schlusssirene war dann die Anspannung gewichen und der gelösteste Patrick Unger aller Zeiten erklärte: „Die Mädels bekommen Rosenmontag frei für Karneval.“

Marburgs Alissa Pierce sagt den Spielzug an.

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Besonders Birte Thimm war glücklich über die Nachricht. „Es war mein Wunsch, dass ich – wenn es gut läuft und sich die Gelegenheit bietet – Karneval feiern kann“, sagte die gebürtige Leverkusenerin. „Ich freue mich aufs Rheinland.“
Die jecke Zeit hatte sich die Marburger Mannschaftskapitänin mit einer starken Leistung gegen ihren Ex-Verein verdient. 14 Punkte, darunter zwei Dreier, steuerte Thimm bei. Noch dazu ging das Konzept auf, das sie im Vorfeld als Schlüssel zum Sieg ausgemacht hatte: Amber Stokes‘ linke Wurfhand verteidigen, Monique Reid frustrieren, Lea Mersch stoppen. 

Die ersten beiden Punkte gelangen den Blue Dolphins, was mehr als ausreichend war. Stokes fand erst in der zweiten Hälfte zu ihrem Wurf, als es für Oberhausen schon zu spät war. Reid war nur ein Schatten ihrer selbst, wirkte lustlos und versemmelte gleich mehrere einfache Korbleger. „Das hat mich bei Oberhausen an die Phase erinnert, wie wir sie vor Weihnachten hatten. Der BVB ist in der Fußball-Bundesliga ja das beste Beispiel, wie es laufen kann“, sagte Thimm.

Nur: Während Marburg die Winterpause hatte, um sich zu sammeln, muss Oberhausen ohne Unterbrechung mit der jetzt neunten Niederlage in Serie zurechtkommen. Und nächste Woche ist die Übermannschaft aus Wasserburg zu Gast. Der Abstieg rückt näher.

Unger ist sich früh sicher

Sorgen, die sich die Blue Dolphins nicht mehr machen müssen. „Für uns öffnet sich die Tür nach oben“, sagte Birte Thimm. „Hoffentlich wird es der siebte Platz, das wäre mein Traum.“ Hintergrund: In den vergangenen drei Saisons erreichte immer der Hauptrunden-Siebte das Playoff-Finale gegen den Ersten. Im Vorjahr zog Thimm in dieser Konstellation gegen Wasserburg den Kürzeren – mit NB Oberhausen.

Der Blick richtet sich beim BC Marburg also nicht nur nach vorne, sondern auch nach oben. „Wir versuchen mit aller Macht, in die Playoffs zu kommen“, sagte Trainer Patrick Unger, der sich schon früh sicher war, die richtungweisende Partie zu gewinnen. „Wir wollten von Anfang an Gas geben. Und wenn NBO etwas macht, wollten wir doppelt zurückschlagen. Beim Stand von 12:8 habe ich die Körpersprache der Oberhausenerinnen gesehen.“

Statistik
BC Marburg – New Basket Oberhausen 69:53
(15:11, 19:9, 20:17, 15:16)
Marburg : Schaake 17/1 Dreier, Thimm 14/2, Koop 12 (14 Rebounds, 3 Blocks), Baker 11/1, Wilson 5/1, Pierce 4, Crowder 3/1, Masek 3, Köppl, Winterhoff.
Oberhausen : Stokes 16/4, Hill 12/2, Mersch 10, Reid 6 (9 Reb.), Meinhart 3/1, Krick 3/1, Stiller 3/1, Tews, Menz.
Zuschauer: 700.

Gerade einmal 20 Punkte brachten die enttäuschenden Gäste bis zur Pause zustande. Die Marburgerinnen zogen bei ihrem Start-Ziel-Sieg stetig davon, mit Thimm, einer stark zum Korb ziehenden Finja Schaake und einer hart verteidigenden Lisa Koop (3 Block, 14 Rebounds). Weniger als elf Punkte (61:50) betrug der Vorsprung nach der Pause nicht mehr. Zwischendurch führten die Blue Dolphins im dritten Viertel schon mit 51:31, auch weil sie auf die vielen Dreier der Oberhausenerinnen stets die passende Antwort fanden. „Wir hätten sogar den direkten Vergleich holen können“, ärgerte sich Unger angesichts der nachlassenden Abwehrarbeit deshalb sogar ein wenig. Wohlgemerkt: In Oberhausen unterlag Marburg in der Hinrunde mit 56:91. Doch auch so kann der BC Karneval feiern, während für Oberhausen schon Aschermittwoch ist.

von Holger Schmidt

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