Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Svenja Greunke hält Ball und Sieg fest

Basketball, Bundesliga Svenja Greunke hält Ball und Sieg fest

Mit dem ersten Heimsieg seit sieben Wochen steht für Marburg mit sechs Siegen und fünf Niederlagen eine positive Bilanz nach der Hinrunde zu Buche.

Voriger Artikel
Hambüchen feiert rauschende Final-Party
Nächster Artikel
Kleiner Junge mit großem Potential

Die Marburgerin Svenja Greunke (rechts, gegen Carina Högg von Donau-Ries) avancierte zur Matchwinnerin.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Vier Sekunden vor der Schlusssirene blockte Marburgs Svenja Greunke den Unterhand-Korbleger der Donau-Rieserin Jennifer Schlott und brachte den Ball auch in eigenen Besitz. Unter den frenetischen Applaus der Zuschauer begannen wenige Momente darauf die ausge­lassenen Siegesfeierlichkeiten des BC-Teams. „Matchwinnerin“ Greunke wollte ihre letzte Tat im Spiel nicht übergewichten: „Ein Sieg hängt nicht von einer einzigen Aktion ab, es funktioniert nur, wenn alle über das gesamte Spiel mitziehen. Wir spielten auch mit einer anderen Energie als zuvor und wollten den Sieg gegen eines der Topteams der Liga.“

„Der Sieg war schon ein bisschen wie ein Befreiungsschlag“, sagte BC Marburgs Head Coach Patrick Unger. „Donau-Ries ist eine Mannschaft mit einem ­guten Charakter und guten Spielerinnen, gegen die es immer schwer war. Daher bin ich froh, dass es nun geklappt hat. Wir zeigten das, was wir uns vorgenommen hatten, und bewahrten in den entscheidenden Phase die Ruhe. Zuletzt ist bei uns manchmal der Fokus zu sehr auf die negativen Dinge ­gerichtet gewesen – wir müssen sehen, da hinzukommen, mehr die positiven Dinge zu sehen. Dieses Spiel war ein Hinweis, wo es hingehen kann.“ Bereits am kommenden Mittwoch (20 Uhr) spielt Ungers Team in eigener Halle im Europapokal gegen Ostrava (Tschechien).

„Marburg hat unglaublich physisch und mit hoher Intensität gespielt – die Schiedsrichter pfiffen mal, dann wieder nicht“, sagte der Donau-Rieser Coach Patrick Bär. „Vielleicht war unser kleiner, durch Verletzungen und Erkrankungen dezimierter Kader mit nur acht Spielerinnen einer der letztlich ausschlaggebenden Punkte. Da kann man einfach nicht so viel rotieren.“ Dennoch ist Bär mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden: „Wir wollten die Klasse halten, nun wünschen wir uns einen komfortablen Playoff-Platz.“

Besserer Start für quirlige Gäste

Den besseren Start in die Partie hatten die quirligen Gäste. Während es bei Marburg noch an der Treffsicherheit haperte, zog Donau-Ries auf 8:2 (3.) davon. Doch Diana Voynova und Greunke mit dem ersten „Dreier“ des Spiels brachten die Gastgeberinnen wieder heran. Das Verhalten jenseits der Dreipunktelinie sollte auch eines der Charakteristika bleiben. Donau-Ries trachtete vorzugsweise aus der Nah- und Mittel­distanz nach Korberfolgen, die besonders von Kimberley Pierre-Louis erbracht wurden. Sie war mit 28 Punkten Topscorerin des Spiels. Bei ihren insgesamt nur fünf Dreierversuchen blieben die Gäste vollkommen erfolglos. Marburg hatte hingegen mit 24 Punkten in 29 Versuchen „aus der Ferne“ immerhin eine Erfolgsquote von 28 Prozent. Auch das einen Tick bessere Reboundverhältnis (43:39) für Marburg war ein Erfolgsfaktor.

Tonisha Baker glich mit einem Freiwurf zum 10:10 aus, Greunke legte mit dem 12:10 erstmals zur Führung für die Heimmannschaft auf. Zwar waren die Gäste mit 16:12 und 18:14 wieder in besserer Position, am Ende des ersten Viertels stand es indes 20:20.

Schlechtes drittes Viertel

Im zweiten Viertel gewann der BC nach dem anfänglichen 20:24 zunächst klar die Oberhand, unter anderem durch drei „Dreier“ hatte er sich einen 39:28-Vorsprung (16.) erarbeitet. Donau-Ries bekam jedoch in der Schlussphase des zweiten Abschnitts wiederholt die Gelegenheiten zu „Fastbreaks“, die in ein 42:39 für die Gäste zur Pause mündeten.

Die Befürchtungen in der Pause, dass Marburg mit einem jener ominösen „schlechten dritten Viertel“ das Spiel vollends aus der Hand geben könnte, ­erwiesen sich aber als unbegründet – ganz im Gegenteil: Mit dem 47:46 (24.) lag der Gastgeber wieder vorne und baute den Vorsprung aus. Über 52:49 betrug der Abstand mit dem souverän abgeschlossenen Gegenangriff Bakers zum 58:49 neun Zähler, der Dreier Stephanie Wagners beendete das Viertel mit 61:53. Im Schlussviertel hielt dieser Vorsprung der Gastgeberinnen bis zum 68:60, in den abschließenden vier Spielminuten wurden die Nerven der Marburger Anhänger aber aufs Äußerste strapaziert.

Donau-Ries glich durch den Fastbreak Samantha Hills zweieinhalb Minuten vor Schluss zum 71:71 aus, Baker und Voynova trafen für den BC zum 75:71, Luisa Geiselsöder verkürzte auf 73:75. Yohns Dreierversuch missglückte, doch Greunke sicherte mit ihrer Abwehr den Sieg für den BC Marburg. Mannschaftskapitänin Katlyn Yohn sah ein ­„enges Spiel. Wichtig war, dass wir wieder komplett waren. Man sah wieder, dass in dieser Liga Jeder Jeden schlagen kann und es kein absolut herausragendes Team gibt.“

von Michael Seehusen

 
Statistik

BC Pharmaserv Marburg – Nördlingen Donau-Ries 75:73 (20:20, 19:22, 22:11, 14:20)

Marburg: Katlyn Yohn (16 Punkte/4 Dreier), Svenja Greunke (14/1; 6 Rebounds), Tonisha Baker (13/3 Assists), Finja Schaake (11/1; 2 Steals), Diana Voynova (8/5 Rebounds), Marie Bertholdt (8/1; 6 Rebounds), Paige Bradley 2 (3 Ass.), Stephanie Wagner 3/1 (3 Ass.), Alexandra Wilke (0/ 3 Defensivrebounds).

Donau-Ries: Kimberley Pierre-Louis (28/10 Rebounds), Aleksandra Racic (16), Jennifer Schlott (9/5 Rebounds), Luisa Geiselsöder (8/4 Rebounds), Samantha Hill (6/4 Ass.), Carina Högg (4/ 5 Rebounds), Laura Geiselsöder (2), Anni Mäkitalo (0/3 Rebounds).

Schiedsrichter: Marco Behm, Ehsan Saeidi.

Zuschauer: 450.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-171110-99-815911_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Barkeeper: Vom Berufsrisiko Sucht und der Liebe zur Nacht