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Strittiger Elfmeter erhitzt die Gemüter

Fußball, Hessenliga Strittiger Elfmeter erhitzt die Gemüter

Die mangelnde Chancenverwertung und eine äußerst fragwürdige Elfmeterentscheidung sorgten dafür, dass Stadtallendorf gegen Lehnerz nicht über ein Remis hinauskam

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Stadtallendorfs Kevin Schudy (rechts) attackiert den ballführenden Patrick Schaaf von Lehnerz. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Um es vorwegzunehmen: Schuld war der weitestgehend souverän leitende Schiedsrichter Ralf Orschulok (Kassel) nicht, dass es der Stadtallendorfer Eintracht auch im fünften Spiel in Folge nicht gelang, einen Dreier einzufahren. „Wir haben gut gespielt, belohnen uns aber einfach nicht. Wir müssen ‚dreckiger‘ vor dem Tor sein“, monierte Stadtallendorfs Torschütze Kevin Schudy.

Ein 30-Meter-Lattenkracher von Kevin Bartheld (63.), zwei hochkarätige Torchancen für Valon Ademi (65., 78.), bei der der quirlige Mittelfeldspieler einmal freistehend am überragenden Lehnerzer Keeper Benedikt Kaiser scheiterte, und eine Bogenlampe von Dominik Völk, die Kaiser gerade noch über seinen Kasten lenkte (85.) - dies waren die besten Chancen für die Eintracht, die den Gast aus dem Fuldaer Stadtteil insbesondere ab Mitte des zweiten Durchgangs beherrschte.

„Wir haben nicht gut gespielt und uns wenige Chancen erarbeitet. Dann muss man mit dem Punkt zufrieden sein“, wusste Gäste-Trainer Henry Lesser kurz nach dem Abpfiff, dass seine Elf soeben mit einem blauen Auge davongekommen war. „Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Die Einstellung war in jedem Fall zwei Klassen besser als in den vergangenen zwei Spielen“, meinte TSVler Valon Ademi.

In Kevin Schudy, der kämpferisch zu überzeugen wusste, war es ausgerechnet einer der kleinsten Spieler in Reihen der Heimelf, der in der 24. Minute am höchsten stieg: Hatte er kurz zuvor noch sehenswert Felix Erben per Kopf in Szene gesetzt (16.), so schloss er acht Minuten später selbst per Kopf einen langen Ball von Dominik Völk zur Führung ab und ließ dabei den herausgestürmten Gäste-Torwart unglücklich aussehen (24.).

„Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft. Die Jungs hatten Herz ohne Ende“, lobte Eintracht-Übungsleiter Dragan Sicaja, der einmal mehr mit der Chancenverwertung seines Teams haderte. „Wir betreiben einen Riesenaufwand, um ein Tor zu machen. Brutaler geht es nicht“, meinte der A-Lizenz-Inhaber, dessen Schützlinge in einem Spiel mit von Beginn an hohem Tempo in der Offensive mutiger und zielstrebiger agierten als zuletzt, nach der Führung und nach dem Wiederanpfiff aber kurze Drangphasen der Gäste überstehen mussten.

Ungläubig dreinblickende Gesichter gab es in der 52. Minute, als Niklas Odenwald nach einem Zweikampf mit Kenan Atas im Strafraum sehr leicht zu Fall kam, der Linienrichter dennoch die Fahne hob und der Referee nach Blickkontakt mit seinem Assistenten auf den Punkt zeigte - höchst umstritten. „Das war auf keinen Fall ein Elfmeter. Wenn der Schiedsrichter so etwas pfeift, muss er das ganze Spiel die Pfeife im Mund haben und pfeifen“, meinte Schudy, der damit seinem Coach aus der Seele sprach.

„Da erfindet der Schiedsrichter einen Elfmeter. Das zermürbt mich, macht mich ärgerlich. Er muss nur korrekt pfeifen; er stand zehn Meter daneben. Doch das war nicht in Ordnung“, sparte Sicaja nicht an Kritik. Leon Pomnitz nahm das „Geschenk“ an und besorgte Lehnerz vom Punkt souverän den etwas schmeichelhaften Ausgleich (52.).

In einer hitzigen Schlussphase ließ sich der bis dahin bärenstarke Kevin Vidakovics in Höhe der Mittellinie zu einem Frustfoul hinreißen, das zurecht mit einer Roten Karte geahndet wurde (90. + 1). „Das war unclever“, gestand Sicaja, um sich sogleich vor seinen Kapitän zu stellen: „Diese Rote Karte hätte es aber nie gegeben, wenn der Schiedsrichter den Elfmeter nicht gegeben hätte. Das sind Entscheidungen, die die Spieler zermürben.“

Tore: 1:0 Kevin Schudy (24.), 1:1 Leon Pomnitz (52., FEM).

Stadtallendorf: Jäckel - Atas, Völk, Vidakovics, Richardt - Bartheld, Szymanski - Schudy, Vogt - Williams (60. Arifi) - Erben (60. Ademi).

Lehnerz: Kaiser - Bettendorf, Kress, Breunung, Bartel - Sarvan - Pomnitz (80. P. Lesser), Mistretta, Odenwald (70. Steudter), Schaaf - Vogt (62. Tusha). Schiedsrichter: Ralf Orschulok (Kassel). Rote Karte: Kevin Vidakovics (Stadtallendorf, grobes Foulspiel, 90. + 1). Gelbe Karten: Szymanski, Vidakovics, Williams / Sarvan, Breunung. Zuschauer: 220. Beste Spieler: Vidakovics, Schudy, Völk / Kaiser, Schaaf.

von Marcello Di Cicco

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