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Strafgebühren befeuern die Debatte

Schiedsrichter-Pflichtsoll Strafgebühren befeuern die Debatte

Wenn zu Jahresbeginn von den Fußballkreisen die Strafgebühren für die Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls veröffentlicht werden, nimmt auch die Diskussion einer Neuordnung des betreffenden Regulariums Fahrt auf.

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Schiedsrichter Florian Fischer (rechts, Spvgg Rauischholzhausen) verwarnt einen Spieler. Fischer gehört zur Kreisschiedsrichtervereinigung Marburg. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Den stolzen Betrag von 8945 Euro müssen 29 Vereine des Sportkreises Marburg berappen, weil sie für das Spieljahr 2015/2016 das Schiedsrichter-Pflichtsoll nicht erfüllt haben. „Wir haben den höchsten Fehlbestand in der Region“, sagt Kreisfußballwart Peter Schmidt, „das ist eigentlich eine traurige Bilanz“. Gleichwohl zeigt Schmidt ein gewisses Verständnis für die Vereine, die auf der Basis der einschlägigen Bestimmungen des Paragrafen 24 der Spielordnung des Hessischen Fußball-Verbandes mit zum Teil erheblichen Beträgen von bis zu 2000 Euro zur Kasse gebeten werden. „Viele Vereine finden einfach keine neuen Schiedsrichter - selbst wenn hohe Strafgebühren fällig werden.“

Der Fußballkreis Marburg habe daher bereits vor vier Jahren eine Initiative gestartet, die seit vier Jahrzehnten geltenden Bestimmungen zum Schiedsrichter-Pflichtsoll zu verändern beziehungsweise zu modifizieren. „Wir hatten damals einen Antrag auf Ebene des Fußballkreises verabschiedet, um darüber dann beim Verbandstag abzustimmen“, sagt Schmidt. Dort sei die Vorlage zur weiteren Beratung an die Fachgremien verwiesen worden. Sie befindet sich offenbar noch immer in der Beratung. Denn am Paragrafen 24 hat sich bislang nichts geändert, was die bekannten Folgen für die Vereine nach sich ziehen wird.

Der Vorschlag des Fußballkreises Marburg besteht darin, einen Schiedsrichter-Pool zu bilden, der dem Kreisschiedsrichterausschuss unterstellt ist, der auch für die Ausbildung der angehenden Schiedsrichter verantwortlich wäre. „Wir gehen davon aus, dass es sich bei diesen um hoch motivierte Sportler handelt, zumal sie sich freiwillig für diese Aufgabe zur Verfügung stellen“, betont Schmidt. Die Vereine des Fußballkreises würden mit einem zu entrichtenden Sockelbetrag zur Finanzierung der Ausbildung beitragen. Dafür entfiele die Verpflichtung zur Erfüllung des Schiedsrichtersolls.

Auch Steffen Rödiger, der noch bis zum Kreisfußballtag am 11. März das Amt des Kreisschiedsrichterobmanns ausübt, spricht sich für eine sinnvolle Neustrukturierung der Spielordnung aus: „Ich halte dies für den richtigen Weg, von den hohen Strafgebühren herunterzukommen. Denn die bringen keine neuen Schiedsrichter.“

Ob der Antrag des Fußballkreises Marburg in diesem Jahr auf dem Verbandstag zur Abstimmung gestellt wird, bleibt abzuwarten.

Strafgebühren in den hiesigen Fußballkreisen zahlen die folgenden Vereine:

Fußballkreis Marburg:

SF BG Marburg (Gebühr 2000 Euro/2 Punkte Abzug f. Hessenliga Frauen); FV Bracht (320/2); TSV Elnhausen (320/2); TSV Ernsthausen (320/2); RSV Kleinseelheim (320/2); TSV Rauschenberg (320/2 für FSG Schwabendorf/Langenstein); VfL Neustadt (700/1); TSV Michelbach (525/1); SV Großseelheim (320/1); SV Erfurtshausen (240/1); FC Intertürk Neustadt (240/1); TSV Speckswinkel (240/1); 1. FC Waldtal Marburg (240/1); TSV Caldern (160/1 für Frauen TSV Caldern); TSV Ebsdorf (160/1); SSV Hatzbach (160/1); SV Kirchhain (160/1); SV Langenstein (160/1 für FSG Schwabendorf/Langenstein); JFV Ohmtal (Kirchhain) (160/1); SV Rüdigheim (160/1); FC Weimar (160/1); JFV Weimar (160/1); FSV Schröck (400/0); TSV Erksdorf (350/0); TSV Kirchhain (250/0); FSV Sterzhausen (160/0); VfB Altenvers (80/0); SV Mardorf (80/0); TSV Wohratal (80/0). Gesamtsumme: 8945 Euro.

Fußballkreis Biedenkopf:

SSV Bottenhorn (Gebühr 320 Euro/ 2 Punkte Abzug); SSV Hörlen (320/2); SSV Hommertshausen (240/1); SV Eckelshausen (160/1); SSV Endbach/Günterod (160/1); FV Wiesenbach (160/1); FC Türk Gücü Breidenbach (175/0); SV Mornshausen (80/0); FC Kombach (80/0); FV Niederlaasphe (80/0). Gesamtsumme: 1775 Euro.

von Bodo Ganswindt

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