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Steigerung ist für Mercenaries ein Muss

German Football League Steigerung ist für Mercenaries ein Muss

Ein Sieg und sechs Niederlagen: Für die Marburg Mercenaries ist es die schlechteste Hinrunde seit dem Aufstieg in die German Football League (GFL) im Jahr 2003.

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Der neue Quarterback E.J. White (rechts) schlug bei den Mercenaries gleich gut ein.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Saison 2015 hatten sich die Verantwortlichen der Mercenaries, von Vereinspräsident Carsten Dalkowski bis Head Coach Matthias Dalwig, ganz anders vorgestellt. Nach sieben Spielen belegt der Club den sechsten von acht Tabellenplätzen der GFL-Süd, hat kaum noch eine Chance auf die Playoffs und spielt gegen die Abstiegsrelegation. „Wir sind alle ratlos, wie die Hinrunde so verlaufen konnte. Wir werden uns nach der Saison zusammensetzen und alles analysieren“, erklärt Dalkowski.

„Wir hatten Videos von Brian gesehen und waren uns einig, dass er uns als Quarterback weiterbringt“, erinnert sich Defensive Coordinator Carsten Weber an das Scouting des Quarterbacks Brian Ensminger, den die „Mercs“ kurz vor Saisonbeginn verpflichteten. Wie kann es jedoch sein, dass Videoanalyse und Realität so weit auseinander klafften? Die Antwort scheint in der Psyche Ensmingers zu liegen. „Er war total desinteressiert, depressiv und ganz anders als wir ihn am Telefon kennengelernt haben“. Den Coaches teilte Ensminger mit, dass er die „Liebe zum Spiel“ verloren habe. Kurz darauf wurde der Vertrag mit ihm aufgelöst.

Pressesprecher Arik Bredendiek, der bis vor zwei Jahren für das Scouting der US-Importspieler zuständig war, sagt: „Man muss möglichst viel über den Charakter eines Importspielers herausfinden, notfalls zehn Mal mit ihm sprechen.“

Genau dies wurde nicht gemacht, allerdings sei die Entscheidung ohnehin für Ensminger gefallen, da andere Wunschkandidaten den „Mercs“ eine Abfuhr erteilt hatten, erklärte Matthias Dalwig. Somit habe man bei der Personalplanung viel Zeit verloren. Nach Ensminger durfte Bastian Berghaus für zwei Spiele als Interims-Quarterback ran. Doch schnell wurde klar, dass Berghaus nicht die Lösung ist. Der vor drei Wochen verpflichtete Quarterback E.J. White ist ein anderes Kaliber. Das zeigte er beim Sieg gegen die Franken Knights.

Mangelhafte Tacklings

Seit Saisonbeginn haben die „Mercs“ mit Verletzungen zu kämpfen. Besonders schmerzlich ist der Verlust von Line-backer Cesare Vannucchi, der sich im dritten Saisonspiel einen Kreuzbandriss zuzog. Vor allem Vannucchis Tackles fehlen den „Söldnern“. Denn gerade das Tackling ist in dieser Saison ein großes Problem.

Schlechte Technik beim und falsche Laufwinkel zum Tackling haben es den Gegnern der Marburger oft ermöglicht, viel Raumgewinn aus vermeintlich ungefährlichen Situationen zu erzeugen. „Wir werden in der Vorbereitung auf die kommende Saison verstärkt Tackling üben“, kündigt Dalwig an.

Ein weiteres Problem der Verteidigung ist der Pass Rush, der in dieser Spielzeit viel zu wünschen übrig lässt. „Wir haben bisher einfach viel zu wenig Druck auf den Quarterback aufbauen können. Dadurch steht meine Secondary zu häufig unter gegnerischem Beschuss“, analysiert Weber.

Yock kehrt in Hall zurück

Die Secondary erhält pünktlich zur Rückrunde einen hochkarätigen Neuzugang, der ein alter Bekannter ist. Nach rund zweijähriger Verletzungspause wird Safety Jimmy Yock wieder für Marburg auflaufen. „Jimmy ist einer der besten Safeties der GFL“, sagt Carsten Weber. Yock freut sich sehr auf seine Rückkehr: „Es ist ein großartiges Gefühl, wieder zu spielen. Wenn wir in der Rückrunde richtig Gas geben, können wir vielleicht noch die Playoffs erreichen. Man kann nie sicher sein.“

Mit dem ersten Saisonerfolg vor zwei Wochen gegen die Franken Knights haben sich die „Mercs“ zumindest ein wenig Luft verschafft. Mit dem Sieg im Gepäck fahren die Mercenaries morgen nach Schwäbisch Hall, um gegen die Unicorns, das stärkste Team der GFL-Süd, anzutreten. Von Schwäbisch Hall wurden die „Söldner“ im Hinspiel mit 7:43 abgefertigt. „Da waren wir chancenlos. Aber wir treten morgen nicht an, um uns nochmal verprügeln zu lassen“, sagt Dalwig.

In den nächsten Wochen warten auf die „Mercs“ weitere Härte­tests. Nach Hall stehen Stuttgart und zwei Mal Allgäu auf dem Programm, die zusammen 21 Siege und sechs Niederlagen auf dem Konto haben.

von Benjamin Kaiser

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