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Lokalsport Starostzik nach langer Leidenszeit zurück am Ball
Sport Lokalsport Starostzik nach langer Leidenszeit zurück am Ball
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00:17 28.07.2018
Hendrik Starostzik (links) im Zweikampf gegen Unterhachings Stephan Hain. Der Marburger hofft, schnell wieder für den Halleschen FC auf dem Platz zu stehen.  Quelle: Gabor Krieg
Halle/Saale

Wenn am kommenden Wochenende die neue Drittliga-Saison startet wird in Zwickau die Luft brennen. Gleich am ersten Spieltag steht der FSV dem Ost-Rivalen Hallescher FC gegenüber, von Haus aus ein emotionales Derby. In diesem Jahr hat das Aufeinandertreffen aber eine spezielle Note: Torsten Ziegner, der neue Coach beim HFC, saß vergangene Saison noch in Zwickau auf der Trainerbank – und wurde da drei Spieltage vor Schluss gefeuert, weil er öffentlich angekündigte, zwei Spieler mit nach Halle nehmen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass Ziegner zum HFC wechselt.

„Mehr Brisanz geht nicht“, sagt nun Hendrik Starostzik, Abwehrspieler in Halle und gebürtiger Marburger, vor der Begegnung gegen Zwickau. Auch Starostzik fiebert dem Tag schon entgegen. Für ihn könnte es ein ganz besonderes Spiel werden – genauer gesagt: das erste Pflichtspiel seit mehr als acht Monaten.

Nach einer halben Stunde musste er raus

So lange dauert die Leidenszeit nun schon an für den 27-Jährigen. Sein bislang letzter Einsatz in der Liga: Mitte November gegen Preußen Münster. Zu diesem Zeitpunkt plagten Starostzik schon länger Probleme im Oberschenkel: Es hatte mit einer Verhärtung angefangen, die er sich ausgerechnet in einer Extra-Trainingseinheit zuzog.

„Da sollte eigentlich nur die B-Elf trainieren. Die Teilnahme von uns Stammspielern war freiwillig“, erzählt er. An das Spiel gegen Münster kann sich Starostzik noch genau erinnern, nach nicht einmal einer halben Stunde musste er raus. „Ich hatte auf einmal das Gefühl, mir reißt der Muskel im Oberschenkel komplett weg.“

Marburger Arzt findet Ursache für Schmerzen

Was dann folgte beschreibt der 1,90-Meter-Recke heute als „scheiß Zeit“ – in erster Linie, weil ihm niemand genau sagen konnte, was er da für eine Verletzung hat. „Die Ärzte sind komplett im Dunkeln getappt“, sagt Starostzik. Bis März musste er komplett mit dem Training aussetzen, doch als er dann wieder anfing, kam zu den Oberschenkel-Problemen auch noch ein brennender Schmerz im Rücken.

„Tausende Kilometer“, berichtet der Abwehrspieler, sei er zu Fachleuten gefahren. Der ehemalige Teamarzt der US-Nationalmannschaft habe ihn behandelt, auch der Chef-Physiotherapeut von RB Leipzig, doch niemand hat feststellen können, was das Problem war. „Für den Kopf war das katastrophal, einfach schrecklich.“

Erst vor knapp zwei Monaten kam dann die Wende – und das in seiner Heimatstadt. Dr. Heiko Mewes im Marburger Wirbelsäulenzentrum fand die Ursache für Starostziks Schmerzen. Diagnose: Das Piriformis-Syndrom. Ein Gesäßmuskel hatte sich entzündet und dabei den Ischias-Nerv eingeklemmt, das führte auch zu den ausstrahlenden Schmerzen im Oberschenkel. Nach der Diagnose und mit Mewes‘ Behandlung ging es bei dem 27-Jährigen binnen weniger Wochen wieder bergauf. „Dafür bin ich einfach nur dankbar“, sagt Starostzik.

Starostzik macht sich keinen Druck

Die Vorbereitung beim Halleschen FC kann er bislang fast ohne Einschränkungen mitmachen – und das völlig schmerzfrei. Anders als zu Beginn der vergangenen Saison, als Starostzik von Zweitligist Dynamo Dresden nach Halle gewechselt war und dort die Rolle des Abwehrchefs einnehmen sollte, macht er sich in dieser Saison überhaupt keinen Druck. „In erster Linie geht es für mich darum, gesund zu werden und zu bleiben. Dann muss man weiter schauen.“

Ob er dann wieder zur festen Größe in der HFC-Abwehr werden kann, das ist für Starostzik erst einmal zweitrangig. Aber beim brisanten Derby am kommenden Wochenende in ­Zwickau, wenn die Saison wieder losgeht, da wäre er schon gerne von Beginn an auf dem Fußballplatz.

von Yanik Schick