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Stadtallendorf übertrifft Erwartungen

Fußball-Hessenliga Stadtallendorf übertrifft Erwartungen

Bis kurz vor dem Ende der Runde spielte Eintracht Stadtallendorf in der Hessenliga um den Aufstieg in die Regionalliga mit. Ein Erfolg, den nur wenige der Sicaja-Elf zugetraut hatten.

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Kevin Vidakovics (links) – hier im Spiel gegen Seligenstadts Christoph Stefani – gehört zu den Leistungsträgern von Eintracht Stadtallendorf. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Seit Ende Mai heißt es für Dragan Sicaja: ausspannen. Wie in jedem Jahr gönnt sich der Stadtallendorfer Trainer ein paar Wochen Urlaub in seiner kroatischen Heimat, um Kraft zu tanken. „Ich bin zwar immer mit Fejz Hodaj (Sportlicher Leiter der Eintracht, Anm. d. Red.) in Kontakt, aber nicht in dem Alltag drin. Bei meiner Art brauche ich diese Auszeit einfach mal“, verrät der 49-jährige A-Lizenz-Inhaber aus Schwalmstadt.

Genügend Gründe, tief durchzuatmen, dürfte es aufseiten der Herrenwälder ohnehin geben. „Wir haben weit über den Erwartungen gespielt, die wir uns vor der Saison gesetzt hatten. Darauf können wir kommende Runde aufbauen“, zog TSV-Kapitän Kevin Vidakovics nach dem letzten Spiel in Seligenstadt eine positive Bilanz und schlägt damit in dieselbe Kerbe wie Hodaj: „Wir sind Woche für Woche an unsere Leistungsgrenze gegangen und haben die Liga so bis ein paar Spieltage vor Schluss in Sachen Aufstieg spannend gehalten. Das war mehr als wir erhofft hatten.“

Als ärgerlich empfand es Fußball-Abteilungsleiter Reiner Bremer, dass der Eintracht gerade in der entscheidenden Schlussphase der Spielzeit durch Platzverweise (für Vidakovics und Erdinc Solak) und Verletzungspech (unter anderem fehlte Dominik Völk) der entscheidende Funke Qualität fehlte: „Eventuell wären wir sonst sogar einen Schritt weiter gekommen.“

Eintracht bekommt noch drei Punkte abgezogen

Doch anstatt der Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga Südwest oder gar direkter Aufstieg in die vierthöchste deutsche Spielklasse werden die Ostkreisler die Saison als Fünfter beenden und nicht, wie es die Abschlusstabelle ausweist, als Dritter. Denn wie Klassenleiter Jürgen Radeck (Ortenberg) auf OP-Nachfrage mitteilte, werden Stadtallendorf aufgrund des jüngsten Urteils des Frankfurter Landgerichts im „Fall TSV Lehnerz“ die der Eintracht vor dem HFV-Verbandsgericht zugesprochenen drei Punkte aus dem Hinspiel gegen die Fuldaer Stadtteil-Elf (die OP berichtete) wieder abgezogen. Die Eintracht kommt dann auf 54, Lohfelden und Lehnerz auf 57 Punkte. „Die Änderung wird kommende Woche vorgenommen. Es war noch die Einspruchsfrist abzuwarten“, klärt Radeck auf.

Wenn Sicaja sein Team am 18. Juni, also exakt fünf Wochen vor dem Start der neuen Saison, zum Trainingsauftakt bittet, hat sich das Gesicht der Mannschaft wieder etwas verändert. Verlassen haben die Eintracht Artur Besel, Ariel Szymanski (beide VfB Marburg), Admir Pllana, Masih Saighani (beide Ziel unbekannt), Oliver Richardt (FSV Fernwald) und Natnael ­Tega (TSV Bicken).

In Kristian Gaudermann (VfB Gießen), Okay Yildirim (FV Breidenbach), Damijan Heuser und Fabian Mendack (TSG Wieseck, A-Junioren; alle Verträge bis 2017) hat sich die Eintracht getreu ihrer Philosophie aber erneut hoffnungsvolle Nachwuchstalente geangelt. In Daniel Vier (VfB Stuttgart II, Vertrag bis 2018) kehrt nach langer Zeit zudem ein alter Bekannter mit Drittliga-Erfahrung zurück an den Herrenwald (die OP berichtete).

„Uns hat eine ordnende Hand gefehlt. Diesen Posten soll ‚Dani‘ Vier übernehmen. Man braucht einen Chef im Zentrum, der der Mannschaft mal etwas sagt und der einen Negativtrend stoppt. Allein durch seine Präsenz wird jeder andere Spieler zehn Zentimeter größer“, weckt Sicaja große Hoffnungen in den 34-Jährigen, der auch menschlich gut zum Team passe.

Bremer: Schauen uns auf dem Markt noch um

In Kenan Atas, der jüngst sein Arbeitspapier um ein Jahr verlängert hat, Ufuk Yildirim, Vidakovics, Dominik Völk, Ceyhun Dinler (Sicaja: „Er muss den nächsten Schritt machen“) sowie Gaudermann und Okay Yildirim verfüge Sicaja bereits über „eine gute Mischung“ im Defensivbereich, in dem der personelle Schwund am größten ist. Doch Bremer lässt durchblicken, dass sich in Sachen Neuzugänge „noch das ein oder andere“ tun werde: „Auch wenn es nicht das Ziel ist, aber wir haben noch bis Ende August Zeit, uns auf dem Markt umzuschauen.“

Eine andere Zielsetzung wird es angesichts der erfolgreichen Runde jedoch nicht geben. „Es kann schon sein, dass die Erwartungshaltung von außen jetzt höher ist. Wir lassen uns aber nicht beirren, gehen unseren Weg und wollen gut wirtschaften“, sagt Bremer, der erneut einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgibt. „Alles Weitere ist eine Zugabe.“

von Marcello Di Cicco

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