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Stadtallendorf muss nach 0:1 gegen Alzenau nach unten schauen

Fußball-Hessenliga Stadtallendorf muss nach 0:1 gegen Alzenau nach unten schauen

Nur ein Punkt aus drei Heimspielen - Eintracht Stadtallendorf steckt nach dem bitteren 0:1 (0:0) gegen Bayern Alzenau plötzlich mitten im Hessenliga-Abstiegskampf.

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Stadtallendorfs Ceyhun Dinler (rechts) ist zweiter Sieger gegen Alzenaus Hamza Boutakhrit. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Kevin Vidakovics hatte unmittelbar nach dem Schlusspfiff noch so viel Redebedarf mit dem Schiedsrichter, dass ihn Patrick Haustein aus Buseck nachträglich mit der Gelb-Roten Karte bedachte. Stadtallendorfs Kapitän, der mit Ariel Szymanski ein starkes Innenverteidiger-Duo bildete, hatte wenige Minuten zuvor nicht verhindern können, dass es im Tor seines Teams einschlug. Ein letzter Freistoß flog in der Schlussminute von der rechten Seite in den Stadtallendorfer Strafraum, Alzenaus Abwehrchef Daniel Müller stieg am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf zum 1:0 ins Tor. „Das war schon brutal, aber man muss das akzeptieren“, merkte TSV-Trainer Dragan Sicaja an, der sich ärgerte: „Den Freistoß musst du nicht herschenken.“ Doch es gab den Freistoß und so saßen die Eintracht-Spieler nach Spielende auf dem Rasen des Herrenwaldstadions. Niedergeschlagen, sauer auf sich und die Fußballwelt.

Gäste-Trainer Jochen Seitz war glücklich, räumte aber ein: „Es hätte auch 0:0 ausgehen können. Wir haben das Glück gebraucht, das wir in den letzten beiden Spielen nicht hatten.“ Allerdings habe er bis zum Schluss an seine Elf geglaubt, denn: „Bei engen Spielen entscheiden Kleinigkeiten. Wir sind immer in der Lage, gerade über Standards, ein Tor zu machen.“

Aus dem Spiel heraus zeigte der Tabellenzweite, der wie Spitzenreiter TSV Steinbach und die Verfolger Hadamar, Lehnerz und SV Wiesbaden die Lizenz für die Regionalliga beantragt hat, wenig. „Wir haben gut nach hinten gearbeitet und wenig zugelassen, aber wollten uns mehr Chancen herausspielen“, sagte Ex-Bundesligaprofi Seitz. Insbesondere der Spielaufbau gefiel dem Bayern-Coach nicht - was er in ein Lob für den Gegner verpackte: „Es war extrem schwierig für uns. Stadtallendorf hat die Räume eng gemacht und ist früh draufgegangen.“

Eintracht-Trainer Sicaja nahm das Lob an - Punkte wären ihm selbstredend lieber gewesen. Immerhin konnte er seinen Schützlingen keine Vorwürfe hinsichtlich der Einstellung machen, die er noch in den letzten beiden Spielen (2:2 gegen Wehen Wiesbaden II und 1:2 gegen Vellmar) kritisiert hatte. Körpersprache, Zweikampfverhalten - damit war Sicaja einverstanden. „Die Jungs waren bereit zu ackern und haben alles versucht.“

Tatsächlich war die Eintracht dem Aufstiegsaspiranten, der sich auf schnelle Konter verlegte, mindestens ebenbürtig. Nach 25 Minuten eines vorsichtigen, zähen Abtastens setzte Dominik Völk das erste Ausrufezeichen. Aus fast 30 Metern zog der Offensivspieler einfach mal ab, das Geschoss knallte von der Latte ins Feld. Im Nachsetzen lupfte Ceyhun Dinler freistehend über Alzenaus Keeper Jens Westenberger - aber auch über das Tor. Del-Angelo Williams hatte die zweite gute Chance für die Eintracht vor der Pause, scheiterte aber an Westenberger (36.). Auf der Gegenseite verzog Nico Koukalias einmal nach einem Konter (27.), einmal fand er aus sieben Metern in TSV-Torwart Florian Säglitz seinen Meister (31.).

Nach dem Wechsel scheiterte Dinler für die Eintracht ebenso aus der Distanz an Westenberger (46.) wie später Williams nach schöner Einzelleistung (61.), Völk verzog nach guter Dinler-Vorarbeit (56.) und köpfte nach Flanke von Oliver Richardt drüber (74.). Von Alzenau kamen nur zwei halbwegs gefährliche Kopfbälle von Elias Niesigk (51.) und Philipp Beinenz (63.) - bis Daniel Müller in der Schlussminute die Stadtallendorfer ins Mark traf. „Wir haben klare Chancen nicht reingemacht“, bemängelte Dragan Sicaja. „Du hast es nicht verdient, wenn du drei, vier Hochprozentige versiebst. Jetzt sind wir da, wo wir nicht hin wollten. Wir hatten drei Heimspiele hintereinander und drei Matchbälle.“ Geholt hat die Eintracht nur einen Punkt. Die Realität heißt nun Abstiegskampf.

Eintracht Stadtallendorf - Bayern Alzenau 0:1 (0:0)

Tor: Daniel Müller (90.). Stadtallendorf: Säglitz - Richardt, Szymanski, Vidakovics, Wellner - Arifi, Bartheld - Dinler, Schudy (62. Vogt) - Völk - Williams. Alzenau: Westenberger - D. Kallina, Müller, Dähn - Grünewald (60. N. Kallina), Steigerwald, Boutakhrit - Alexander - Koukalias (73. Michel), Niesigk (86. Wissel), Beinenz. Schiedsrichter: Haustein (Buseck). Zuschauer: 250. Gelbe Karten: Wellner, Williams, Arifi / Müller, Michel. Gelb-Rote Karten: Vidakovics (nach Schlusspfiff) / Alexander (90.+1). Beste Spieler: Szymanski, Dinler / Müller, Steigerwald.

von Holger Schmidt

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