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Stadtallendorf gewinnt Derby in Unterzahl

Fußball-Hessenliga Stadtallendorf gewinnt Derby in Unterzahl

Drei Tore, zwei Gelb-Rote Karten und eine Rote Karte sowie einen Strafstoß in der 90. Minute sahen die etwa 700 Zuschauer am ersten Hessenliga-Spieltag beim Spiel FC Ederbergland gegen Eintracht Stadtallendorf.

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Stadtallendorfs Siegtorschütze Laurin Vogt (oben links) verfolgt Ederberglands Pavel Ricka (Mitte).

Quelle: Marcello Di Cicco

Allendorf/Eder. . Ob mit Bekannten, dem Gegner oder mit Vereinskollegen - für Spieler und Verantwortliche der Stadtallendorfer Eintracht gab es nach dem 2:1 (2:1)-Erfolg gegen den FC Ederbergland viel zu bereden. Doch erst einmal wurde gefeiert. Ausgiebig. In Kevin Vidakovics stimmte das „Geburtstagkind“ beim H-U-M-B-A persönlich auf Manuel Bachmeier und Laurin Vogt an. Wie der TSV-Kapitän standen beide an einem denkwürdigen Nachmittag im Fokus des Geschehens. Doch nicht nur sie.Da war auch Del-Angelo Williams, der exakt eine Viertelstunde, nachdem er nach einem Eckball mit einem trockenen Schuss zur hochverdienten 1:0-Führung der Gäste getroffen hatte (17.), vom Platz flog:

Ohne zu zögern zückte Schiedsrichter André Klein (Offenbach) den roten Karton gegen den Eintracht-Stürmer, als der seinen ehemaligen Mitspieler Masih Saighani mit gestreckten Beinen gelegt hatte - eine harte, aber vertretbare Entscheidung in einem ansonsten fairen Derby (32.).

„Es sah brutal aus, weil wir beide in vollem Tempo unterwegs waren. Ich lege den Ball vorbei, er rutscht, trifft mich auch und kann mich dabei auch schwer verletzen. Zum Glück ist es gut gegangenen. Die Rote Karte kann man geben, muss man aber nicht“, befand Saighani, der sich mit seinen Teamkollegen im ersten Durchgang darauf beschränkte, kompakt zu stehen, während die Herrenwälder das Spiel machten.

Laurin Vogt antwortet auf den Ausgleich

Entsprechend war es verdient, dass Laurin Vogt - nach einem schönen Spielzug über Erdinc Solak und nach scharfer Hereingabe von Neuzugang Kristian Gaudermann - nur fünf Minuten nachdem Williams vom Feld geflogen war, die erneute Führung erzielte (37.); Daniel Gora hatte zwischenzeitlich nach einem Steilpass in die Gasse von Manuel Todt mit der ersten richtigen Torchance der Heimelf den schmeichelhaften Ausgleich erzielt (27.).

„Zu neunt standen wir relativ gut hinten. Dazu hat jeder seinen Teil beigetragen“, war für Gaudermann der Teamgeist entscheidend - kein Wunder. Denn Mitte des zweiten Abschnitts, in den die Gastgeber engagierter gestarteten waren, sah Vidakovics die Gelb-Rote Karte (72.). Mit ihm schickte der Unparteiische den inzwischen aufgebrachten Eintracht-Trainer Dragan Sicaja auf die Zuschauerplätze (73.).

„Die Mannschaft hat überragend gekämpft. Aber obwohl wir das Spiel gewonnen haben, kann ich mich nicht so richtig freuen. Es hat einen Beigeschmack. Die Rote Karte kann man geben, den Elfmeter zu pfeifen und dann alles kleinlich zu sehen - das fand ich nicht okay“, ließ Sicaja kein gutes Haar am Schiedsrichter. Den TSV-Coach ärgerte, dass Klein auf den Elfmeter-Punkt zeigte, als Felix Nolte nach einem Zweikampf mit Gaudermann im Strafraum zu Boden ging (90.). „Ich stand mit dem Rücken zu ihm und bin hochgegangen. Ob das letztlich entscheidend war, dass er dadurch fällt, kann ich nicht beurteilen“, sagte Gaudermann zu der Aktion, die zum Strafstoß führte.

Noch bevor Dominik Karge vom Punkt an Bachmeier scheiterte, zückte Klein Gelb-Rot gegen den bereits ausgewechselten Vogt, der sich über diese Entscheidung von der Ersatzbank aus echauffiert hatte.

In doppelter Unterzahl wenig zugelassen

Gegen einen ideenlos auftretenden FCE ließ der TSV auch in doppelter Unterzahl kaum etwas zu. „Alles war teilweise zu behäbig. Wir haben, auch als eigentlich alles für uns lief, viel zu wenig Aufwand betrieben und viel zu wenig kreativ Torchancen herausgespielt“, blies FCE-Trainer Vladimir Kovacevic, der von einem „nicht unverdienten Sieg“ der Gäste sprach, mit seiner Kritik ins gleiche Horn wie Saighani.

„Wenn du es trotz zwei Mann Überzahl - außer bei der Elfmetersituation - nicht schaffst, gefährlich vors Tor zu kommen, darfst du dich nicht wundern, dass du verlierst“, meinte der afghanische Nationalspieler. Stadtallendorfs Außenverteidiger Ceyhun Dinler atmete derweil auf, denn: „Zum Glück können die zwei Gelb-Rot-Gesperrten ihre Sperre unter der Woche im Pokal absitzen.“

Wie Sicaja am Rande der Partie gegenüber der OP bestätigte, hat die Eintracht in Hakki Celik einen offensiven Mittelfeldspieler verpflichtet. Der 20-Jährige, der in Gießen studiert, spielte zuletzt für Altona 93 in der Oberliga Hamburg und bringt Erfahrung aus der A-Junioren-Bundesliga mit.

von Marcello Di Cicco

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