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Stadtallendorf fehlt abermals der Biss

Hessenliga, Fußball Stadtallendorf fehlt abermals der Biss

Ausgerechnet gegen Eintracht Stadtallendorf, das beste Auswärtsteam der Hessenliga, holte Borussia Fulda im ersten Heimspiel unter Neu-Coach Thomas Brendel nach drei Monaten wieder einen Sieg.

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Stadtallendorfs Kevin Vidakovics (rechts) kommt zum Schuss gegen den angreifenden Fuldaer Matija Poredski.

Quelle: Marcello Di Cicco

Stadtallendorf. Als die 90. Minute im Stadion in der Johannisau anbrach, hielt es einige der 750 Zuschauer auf der Tribüne nicht mehr auf ihren Sitzen. Rhythmisch beklatschen sie den wichtigen wie hochverdienten 3:1-Sieg der lauf- und zweikampfstärkeren Borussia.

Enttäuscht schauten nach dem Abpfiff derweil die Gäste drein - zum zweiten Mal in Folge. Und das, obwohl die rassige Partie gut für sie begonnen hatte: Mit einem abgefälschten Fallrückzieher brachte in Del-Angelo Williams der fleißigste Eintrachtler die Herrenwälder nach knapp 180 Sekunden in Führung. 13 Minuten später stürmte der TSV-Angreifer allein auf SC-Torwart Tobias Wolf zu, rutschte kurz vor dem Torabschluss jedoch weg und verzog - eine der Schlüsselszenen, wie Kevin Vidakovics befand.

Erfrischender Offensivfußball der Fuldaer

„Wir hatten nach der Führung drei-, viermal die Chance zu erhöhen. Wenn wir da das 2:0 machen, gewinnen wir hier auf jeden Fall“, war sich der Eintracht-Kapitän sicher. In der Folge durfte sich insbesondere der neutrale Fußballfan freuen. Erfrischenden Offensivfußball boten die Domstädter, denen vor dem Kasten von Eintracht-Keeper Manuel Bachmeier aber lange Genauigkeit und Glück fehlten, als der Pfosten (25.), die Latte (35.) sowie Muhamet Arifi (18.) und Vidakovics (25.) in höchster Not dem zwischenzeitlichen Ausgleich im Weg standen.

Erst nachdem Dennis Müller zum wiederholten Male über den rechten Flügel durchgebrochen war und in den Strafraum flankte, von wo aus Mark Jaksch zum verdienten Ausgleich traf (38.), belohnte sich die Heimelf - in einer ersten Halbzeit, in der man nicht sah, dass der Tabellenvorletzte den Liga-Zweiten zu Gast hat. Im Gegenteil: Fulda dominierte. „Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Mannschaft so viele Zweikämpfe gegen uns im Zentrum gewonnen hat. In den ersten 20 Minuten haben wir gut nach vorne gespielt, im Zentrum haben wir aber nicht stattgefunden“, monierte Eintracht-Trainer Dragan Sicaja, dessen Team gute Konterchancen durch Laurin Vogt (33.) und Williams (40.) ungenutzt ließ.

Nachdem Christopher Krause (49.), Matija Poredski (54.) und Leon Pomnitz (58.) gute Einschussmöglichkeiten vergeben hatten, war es ausgerechnet ein Ex-Stadtallendorfer, der die Gastgeber auf die Siegerstraße brachte. Nach einer Flanke vom linken Flügel von Felix Beck versenkte Ingmar Merle den Ball am langen Pfosten zur verdienten 2:1-Führung der Fuldaer (59.), die auch nach dem Seitenwechsel den Ton angaben.

Stadtallendorfer machten es sich selbst schwer

„Der Wille war entscheidend. Wir haben eine überragende Mannschaftsleistung gezeigt, die wir uns in den vergangenen Wochen erarbeitet haben. Man hat uns allen angemerkt, dass wir wollen. Es hätte noch höher ausgehen können, aber das ist nicht entscheidend“, freute sich Merle über den ersehnten Dreier - genau wie Brendel: „Nach der hektischen ersten Halbzeit, in der wir den ein oder anderen Fehler in der Defensive gemacht haben, war es in der zweiten Halbzeit souverän, und der Sieg war vollkommen verdient. Es hat sich gezeigt: Die Mannschaft lebt.“

Gegen Gäste, die sich den Spielaufbau mit teils haarsträubenden Fehlpässen immer wieder selbst erschwerten, erzielte Beck den 3:1-Endstand (85.), der symptomatisch dafür war, dass bei der Eintracht ein ums andere Mal ein Rad nicht ins andere griff: Nach einem kurz ausgeführten Eckball setzten sich zwei Fuldaer gegen einen Stadtallendorfer durch. Weil kein Gästespieler herausrückte, hatte Beck bei seinem Schuss von der rechten Strafraumgrenze alle Zeit, um Maß zu nehmen.

Tore: 0:1 Del-Angelo Williams (3.), 1:1 Mark Jaksch (38.), 1:2 Ingmar Merle (59.), 1:3 Felix Beck (85.).

Fulda: Wolf - Dimitrijevic (78. Ruhl), Schad, Milankovic, Beck - Jaksch, Krause - D. Müller, Pomnitz (90. Schwab), Merle - Poredski (67. Trägler). Stadtallendorf: Bachmeier - Dinler, Vidakovics, Szymanski, Richardt - Arifi, Bartheld (61. Tega) - Döringer (46. Ademi), Völk, Vogt - Williams (77. Yildirim).

Schiedsrichter: Patrick Haustein (Buseck). Gelbe Karte: Krause, Dimitrijevic / Döringer, Williams, Arifi, Tega. Zuschauer: 750. Beste Spieler: Poredski, D. Müller, Merle, Jaksch / Williams.

von Marcello Di Cicco

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