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Stadtallendorf erlebt ein 0:5-Debakel

Fußball-Hessenliga Stadtallendorf erlebt ein 0:5-Debakel

Zum dritten Mal in Folge ging Eintracht Stadtallendorf zu Hause leer aus. 0:5 (0:1) hieß es am Ende gegen den abgeklärten Aufsteiger SC Teutonia Watzenborn-Steinberg.

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Watzenborns Ilias Azaouaghi (links), der in der Pause für den Doppeltorschützen André Marius Jörg ausgewechselt wurde, zieht an Stadtallendorfs Laurin Vogt vorbei.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Für ein perfektes Fußballfest war am Samstag um 15 Uhr alles gerichtet: Strahlender Sonnenschein, etwa 800 Zuschauer, die die Sitz- und Stehplätze auf der Gegengeraden im Herrenwaldstadion so gut füllten wie schon lange nicht mehr in einem Punktspiel, und dazu das Duell Dritter gegen Vierter, das für beide zugleich das einzige Derby in der Hessenliga darstellt.

Gute eineinhalb Stunden später, etwa zehn Minuten vor dem Abpfiff, verharren fast nur noch die Hartgesottenen bei kühlen Temperaturen und einbrechender Dämmerung im Stadion. Zwei Gästespieler, die sekundenlang wartend auf den Abpfiff des etwas kleinlich leitenden Unparteiischen Daniel Velten (Schöffengrund) das Leder hin und her spielen, und viele fragende Gesichter der Eintrachtler nach dem Schlusspfiff gibt es noch zu sehen. Mehr nicht.

„Das Endergebnis war auch in der Höhe verdient. Wir haben uns am Ende total fallen lassen, haben nicht mehr als Mannschaft agiert, und keiner ist mehr für den anderen gelaufen. Watzenborn hat in der zweiten Halbzeit einfach mehr Biss gehabt“, zeigte sich Stadtallendorfs Stürmer Natnael Tega nach der Pleite gegen seinen Ex-Klub selbstkritisch.

Gegner war auf acht von zehn Positionen "robuster"

Realistisch und nüchtern sah es TSV-Coach Dragan Sicaja: „Der Gegner hat uns mit einfachen, nämlich körperlichen Mitteln den Schneid abgekauft. Von zehn Positionen hatten wir auf acht Positionen keine Chance, weil der Gegner robuster war. Im Zentrum und über die Flügel waren wir nicht schlechter, aber nach vorne konnten wir uns nicht durchsetzen.“

Kleinigkeiten waren es, die im ersten Durchgang entschieden. Und um Nuancen war die nur so mit Hessenliga-erfahrenen Spielern gespickte Elf von SC-Coach Daniel Steuernagel in einer ausgeglichenen und spielerisch ansprechenden ersten Hälfte besser. Nachdem Louis Goncalves mit einem sehenswerten Freistoß über die Mauer nur das Lattenkreuz getroffen hatte, (8.) und bevor Kevin Bartheld (41.) und Laurin Vogt (45. + 1) die besten, aber auch einzigen Torchancen der Gastgeber nicht krönen konnten, sorgte André Weinecker nach einer Kopfballvorlage von Raffael Szymanski mit einem trockenen Flachschuss ins Eck für die Gästeführung (32.).

„Und wie es so ist, hat man als Trainer manchmal ein glückliches Händchen“, freute Teutonia-Trainer Steuernagel, dass er in der Pause André Marius Jörg für Ilias Azaouaghi gebracht hatte. Bereits nach 180 Sekunden stand Jörg goldrichtig, als er nach einem Ballverlust von Kevin Vidakovics im Mittelfeld den von TSV-Torwart Manuel Bachmeier noch glänzend parierten Torschuss von Weinecker über die Torlinie drückte (48.). Nur sieben Minuten später versenkte Jörg den Ball nach einer Kopfballabwehr volley aus 16 Metern zum vorentscheidenden 3:0.

Teutonia musste zuletzt auch eine Heimpleite einstecken

Gegen eine Eintracht, die nun die Ordnung aufgab, sich aber immer wieder mit komplizierten Aktionen im Nichts verzettelte, sorgten der eingewechselte Niederwalgerner Mirko Freese (78.) und Raffael Szymanski (79.), der sich in einem fairen Derby mit seinem Bruder Ariel und Kevin Vidakovics spannende Zweikämpfe lieferte, für den 5:0-Endstand.

„Zum Schluss haben wir es gut ausgespielt. Wenn es dann noch härter kommt, machen wir noch zwei, drei Tore“, meinte Steuernagel, der tröstende Worte für die Eintracht übrig hatte: „Man erwartet sich so viel von solch einem Spiel. Klar ist man dann enttäuscht, wenn es am Ende 0:5 steht. Da muss man sich kurz schütteln. Dragan wird das seinen Jungs sagen. Nächste Woche geht es wieder bei 0:0 los.“ Der Teutonia gelang dies nach der 1:4-Heimpleite gegen RW Frankfurt eindrucksvoll.

von Marcello Di Cicco

Statistik

Eintracht Stadtallendorf - Teutonia Watzenborn-Steinberg 0:5 (0:1).

Tore: 0:1 André Weinecker (32.), 0:2, 0:3 André Marius Jörg (48., 55.), 0:4 Mirko Freese (78.), 0:5 Raffael Szymanski (79.).

Stadtallendorf: Bachmeier - Dinler, Vidakovics, Szymanski, Richardt - Arifi, Bartheld - Döringer (58. Ademi), Völk, Vogt - Williams (58. Tega).

Watzenborn: Dauth - Simon, Bodnar, Talevski, Koutny - Golafra, Azaouaghi (46. Jörg), Goncalves, Koyuncu (65. Helm) - Weinecker (75. Freese), Szymanski.

SR: Daniel Velten (Schöffengrund).

Zuschauer : 800.

Gelb: Williams, Dinler, Vidakovics / Koyuncu, Weinecker.

Beste Spieler: Arifi / Bodnar, Weinecker, Szymanski.

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