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Stadtallendorf dreht Spiel erst spät

Fußball: Hessenliga Stadtallendorf dreht Spiel erst spät

Erst geführt, dann zurückgelegen – und letztlich doch noch gewonnen: Vor etwa 500 Zuschauern machte es Eintracht Stadtallendorf im ersten Heimspiel der Saison lange spannend.

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Stadtallendorfs Jascha Döringer (rechts) klärt gegen Kelsterbachs Tobias Fischer. Del-Angelo Willams (kl. Foto) wurde für die „Bude der Saison“ ausgezeichnet.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Das 3:2 in der 82. Minute war ein besonderes Tor – nicht nur, weil es der letztlich nicht unverdiente Siegtreffer für die über weite Strecken bessere Eintracht war. Besonders war es, weil es in Neuzugang Okay Yildirim ein Spieler erzielte, der in seinem ersten Hessenliga-Spiel zu diesem Zeitpunkt erst 25 Minuten auf dem Platz stand.

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Du kommst rein, willst Gas geben und den Jungs helfen – und dann noch das Tor zu schießen, das krönt das alles“, freute sich der Youngster, der auf den Pass des starken Erdinc Solak in die Schnittstelle spekuliert hatte, denn: „Wir hatten zuvor Augenkontakt gehabt.“

In einer Partie, in dem spielerische Glanzpunkte – insbesondere nach der Pause – lange rar waren, war es Solak, der in der Offensive nach den Ausfällen von Laurin Vogt und Del-Angelo Williams, die wie Kevin Vidakovics eine Sperre absitzen mussten, mehr denn je als Fixpunkt im Spiel der Gastgeber diente. „In der ersten Halbzeit hätten wir noch ein Tor machen können. Da waren wir besser“, befand Solak, der die Führung einleitete.

SSV Hatzbach FV Cölbe li.Cölbe Nr.2 Nikolai Dörr, re.Hatzbachs .Nr.14 Marcel Tautermann: Foto / Michael Hoffsteter

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Der freigespielte Jascha Döringer, der Williams als einzige Spitze ersetzte, hatte ein Auge für den mitgelaufenen Daniel Vier, der per Flugkopfball vollendete (15.). „Die ersten 20 Minuten hat uns Stadtallendorf überrollt. Da waren wir garnicht auf dem Platz“, erkannte Gäste-Trainer Ralf Horst die anfängliche Dominanz der Heimelf in Sachen Zweikampfverhalten und spielerische Überlegenheit an.

Der bei einem Eckball sträflich von Döringer vernachlässigte Sebastian Weigand nutzte seinen Freiraum, um „wie aus dem Nichts“ (Horst) den Ausgleich für den Aufsteiger zu erzielen (33.), der fortan etwas besser in die von Schiedsrichter Timo Wlodarczak (Bebra) gut geleitete Partie fand. „Durch dieses Gegentor haben wir uns komplett aus dem Tritt bringen lassen“, ärgerte sich Eintracht-Coach Dragan Sicaja. „In der zweiten Halbzeit hatten wir etwas Glück“, befand Solak, der einräumte, dass das zweite Gegentor „auch auf meine Kappe“ ging.

Nach einem Ballverlust schaltete der amtierende Meister der Verbandsliga Mitte schnell um: Timo Gürtler schickte vom rechten Flügel den mitgelaufenen Dominic Fernandes Machado auf die Reise. Der Portugiese behielt allein vor TSV-Keeper Florian Säglitz einen kühlen Kopf (51.). „Auch aufgrund des Alters der Mannschaft waren wir heute etwas naiv. Wir haben den Gegner durch unsaubere Aktionen ins Spiel gebracht“, monierte Sicaja, der seiner Elf dennoch die nötige Souveränität attestierte.

Schiri pfeift "Schwalbe" statt Elfer kurz vor Schluss

Diese änderte aber auch nichts daran, dass die Platzherren in einem ausgeglicheneren zweiten Durchgang kaum zwingende Torchancen verbuchten. „Das Spiel war etwas zerfahren. Wir waren zwar am Drücker, kamen aber nicht vor die Kiste“, erkannte Joker Okay Yildirim. Es musste eine Standardsituation her: Nach einer Ecke von Solak köpfte Dominik Völk zum 2:2 ein (77.), ehe Yildirim zum Sieg traf.

Die Luft mussten die Eintrachtler nur kurzzeitig in der Nachspielzeit anhalten, als Alexander Scholz zunächst knapp am Tor vorbeiköpfte und Marius Antinac nach Einsteigen von Säglitz im Strafraum zu Boden ging, der Unparteiische aber anstatt eines Foulspiels eine „Schwalbe“ ahndete.

Vor der Partie wurde Stadtallendorfs Del-Angelo Williams von Klassenleiter Jürgen Radeck für die „Bude der Saison“ 2015/2016 ausgezeichnet. Der Stürmer hatte im Auswärtsspiel gegen Borussia Fulda ein sehenswertes Fallrückzieher-Tor erzielt (die OP berichtete).

von Marcello Di Cicco

Statistik: Stadtallendorf - Kelsterbach 3:2 (1:1)
Tore: 1:0 Daniel Vier (15.), 1:1 Sebastian Weigand (33.), 1:2 Dominic Fernandes Machado (51.), 2:2 Dominik Völk (77.), 3:2 Okay Yildirim (82.).
Stadtallendorf: Säglitz – Dinler, Völk, U. Yildirim, Gaudermann – Arifi, Vier – Ademi (57. Schudy), Solak, Heuser (57. O. Yildirim) – Döringer (85. Bartheld).
Kelsterbach: Wagner – Mühl, Fischer, Weigand, Gürtler – May, Hasenstab (59. Krause), Imsameh, Eichfelder (83. Antinac) – Fernandes Machado (69. Fujioka), Scholz.
Schiedsrichter: Timo Wlodarczak (Bebra).
Gelbe Karten: Arifi, Vier / Eichfelder, Fischer, Antinac.
Zuschauer: 500.
Beste Spieler: Solak, Gaudermann, Vier / Weigand.
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