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Sport soll das „Miteinander“ stärken

Special Olympics Sport soll das „Miteinander“ stärken

Auch gestern herrschte auf der Sportanlage Georg-Gaßmann-Stadion ein munteres Treiben. Auch das schlechte Wetter konnte den Wettkämpfern den Spaß nicht verderben. Besonders beim Fußball herrschte gute Stimmung.

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Neben den Wettkampfdisziplinen zu Lande war die Lahn ebenfalls Ort des Geschehens. Hier hatten die Athleten beim wettkampffreien Angebot des Drachenbootfahrens Spaß.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Seine Ziele definiert Special Olympics in Hessen e.V. klar und deutlich: regelmäßiges Sporttraining und ­Wettbewerbe für Menschen mit geistiger ­Behinderung auszurichten. Es geht nicht nur um Leistung. Das unterstreicht Christian Hastedt-Markwardt immer wieder, der beim im Jahre 2006 gegründeten Verein für die Pressearbeit zuständig ist.

„Es geht vor allem um Begegnungen und Miteinander zwischen geistig behinderten Menschen und Nicht-Behinderten. Dafür eignet sich der sportliche Rahmen bestens“, ­erklärte er. Doch er wusste auch, dass, wenn Athleten auf andere Sportler treffen, sich quasi zwangsweise ein Konkurrenzkampf entwickelt.

Zumal der erste Rang bei den verschiedenen Sportarten fast gleichbedeutend ist mit einer Teilnahme an den Special Olympics Deutschland 2018 in Kiel. So war es besonders beim Fußball.

„König Fußball“ auch dabei

Die Mannschaft des 1. FCA 04 Darmstadt haderte nach ihren beiden Partien mit der Schiedsrichterleistung. In dieser Hinsicht waren sie von einem Team voller Nicht-Behinderter kaum zu unterscheiden. Trainer Döring war hingegen mit der Leistung seiner Schützlinge nicht zufrieden. „Es geht unterm Strich zwar nicht ums Gewinnen, aber es ärgert mich schon, dass wir nicht das gezeigt haben, was wir können“, ­erklärte der Betreuer der ­Darmstädter, der sein Geld als Tanzlehrer ­verdient.

Special Olympics Marburg - Kanadier auf der Lahn. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Auch Dörings Trainer­kollege, Tim-Oliver Obst, hat im Berufsleben viel mit Menschen zu tun. „Gerade die Komplexität des Mannschaftssports ist anfangs für geistig Behinderte oft schwierig zu verstehen. Aber der Lerneffekt ist unheimlich groß. Auch der Teamgeist ist bemerkenswert“, meinte der angehende Lehrer. Viel müssen die beiden Fußballlehrer vormachen – Lernen durch Praxis.

Verantwortung lernen

Doch nicht nur der „König Fußball“ wurde zelebriert. Zum ersten Mal war auch Kanufahren im Kanon der Wettkämpfe enthalten. Außerdem konnten die Athleten ihre Teamfähigkeit beim Drachenbootfahren auf der Lahn unter Beweis stellen. Auch Basketball, ­verschiedene Leichtathletikdisziplinen ­sowie Schwimmen gehörten wieder zu den Sportarten, in denen sich die Wettkämpfer miteinander verglichen.

Bei jeder Sportart gingen „Unified Teams“ – also ­Behinderte und Nicht-Behinderte gemeinsam – an den Start. Ein altbewährtes Konzept. Abseits des sportlichen Treibens gab es Neuerungen: Zum ersten Mal wurden geistig Behinderte im Rahmen des Tandem-Systems auf Organisationsposten gesteckt, huschten in gekennzeichneten Shirts von A nach B, bauten auf, führten Sportgruppen zu den vorgesehenen Plätzen.

Diese Aufgaben erfüllten sie mit Nicht-Behinderten, die sich für diese Tätigkeiten freiwillig gemeldet hatten. „Jeder, der wollte, konnte sich anmelden. Wir sind offen für jeden“, sagte Hastedt-Markwardt.

von Benjamin Kaiser

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