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Lokalsport Sein Nachwuchs spornt Solak an
Sport Lokalsport Sein Nachwuchs spornt Solak an
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13:59 01.11.2018
Stadtallendorfs Erdinc Solak (Mitte, hier gegen Hoffenheims Felix Passlack) traf beim 2:1-Erfolg am vergangenen Spieltag gegen den FSV Mainz II doppelt.  Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

Im Kader des Regionalligisten Eintracht Stadtallendorf ist Erdinc Solak derzeit ein Einzelfall. Nur er und Ersatzkeeper Dusan Olujic, der jedoch wegen eines Kreuzbandrisses noch lange außer Gefecht ist, dürfen sich Vater nennen. Nachwuchs bedeutet auch Stress, aber für den 28-jährigen Erdinc Solak vor allem Glück und zusätzliche Motivation.

Frau hält Solak Rücken frei

„Es ist das Schönste“, sagt Solak über Geburt und Leben seines Sohnes, der im Juli auf die Welt kam. Darüber hinaus ist er seit rund einem Jahr verheiratet. „Vorher hat man von heute auf morgen gelebt. Aber jetzt dreht sich alles um den Kleinen und seine Zukunft“, erklärt der Familienvater.

Nun muss er für einen jungen Menschen mitdenken und die Weichen für einen erfolgreichen Lebensweg stellen. Dabei hält ihm seine Ehefrau den Rücken frei. Beispielsweise nachts, wenn Schreie aus dem Kinderbett kommen. „Ich bin vielleicht ein oder zweimal nachts aufgestanden.

Das macht alles meine Frau und auch sehr gut“, lobt Solak. Dennoch geht er seiner besseren Hälfte auch zur Hand. Das Windelwechseln hat er bereits gemeistert. „Das ist kein Problem. Egal was da drin ist“, kichert er.

An Arbeitstagen hat er nur wenig Zeit für seinen Sohn. Von 5 Uhr morgens 15 Uhr ist er berufstätig und muss viermal die Woche nach Stadtallendorf zum Training.

Jeder muss für den Nebenmann laufen

Wenn er abends heimkehrt, schläft der Sohn meist schon. „Nach einem Arbeitstag nochmal fast 45 Minuten im Auto sitzen. Da fragt man sich manchmal schon, wie man das alles schaffen soll. Aber ich mache es auch für meinen Sohn. Außerdem macht das Fußballspielen ja auch Spaß“, meint der Familienvater.

Viel Spaß haben die Ergebnisse der Eintracht in dieser Saison allerdings nur selten serviert. Nach 15 Partien steht der vorletzte Rang (17.) zu Buche. Zum rettenden Ufer sind es derzeit fünf Punkte.

Am vergangenen Sonntag fuhr die Eintracht ihren ersten Sieg seit rund zwei Monaten ein. Eine lange Leidenszeit ging zu Ende. Solak steuerte beim 2:1 gegen den FSV Mainz 05 II beide Treffer bei und spulte im Pressing ein großes Laufpensum ab.

„Die meisten Mannschaften sind uns technisch überlegen. Wir müssen mit viel Arbeit – jeder muss für den Nebenmann laufen – und mannschaftlicher Geschlossenheit auftreten. Ansonsten wird es schwierig in dieser Liga“, unterstreicht Solak. Wenn das Team weiterhin als Einheit auftritt, rechnet er sich jedoch gute Chancen auf den Klassenerhalt aus.

von Benjamin Kaiser