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Sperren nach Vorfällen in Niederwalgern

Fußball, Sportgericht Sperren nach Vorfällen in Niederwalgern

In drei Stunden arbeitete das Sportgericht des Fußballkreises Marburg am Montagabend die Geschehnisse am Finaltag um den Intersport-Begro-Cup in Niederwalgern auf.

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Wie auf unserem Themenfoto flogen auch beim Intersport-Begro-Cup im Januar in Niederwalgern die Fäuste.

Quelle: imago

Erfurtshausen. „Ich wäre heute Abend gerne woanders“, entfuhr es Bernd Riehl (Erfurtshausen) nach einer guten Stunde, und damit erntete der Vorsitzende des Sportgerichts allgemeine Zustimmung. Denn Riehl hatte zusammen mit seinen Beisitzern Horst Schmidt (Wohratal) und Walter Happel (Cappel) im überfüllten Nebenraum der Gaststätte Hofmann bei der Verhandlung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, wahrlich kein leichtes Amt.

Allein 15 Zeugen sollten mehr Licht ins Dunkel um die Geschehnisse nach dem Endspiel zwischen dem VfB Marburg und dem SV Bauerbach bringen, die ein Handy-Video, das als Beweismittel zugelassen war, dokumentierte. Doch etliche Zeugen konnten keine weiteren Aussagen machen, die über den Inhalt des Videos hinausgingen.

Verbale Auseinandersetzung bei Siebenmeterschießen

Dabei war die Latte der Anklagepunkte lang. Sie reichte von Unsportlichkeit, Beleidigung, Diskriminierung und Rassismus bis hin zu Tätlichkeit und Ausschreitung. Fest stand, dass es schon während des entscheidenden Siebenmeterschießens (4:3 für Bauerbach) zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Ahmet Marankoz (VfB Marburg) und Metin Alkan (SV Bauerbach) gekommen war, in der auch beleidigende Äußerungen - allerdings nicht auf deutsch - gefallen sein sollen. „Alkan hat mir während des Siebenmeterschießens den Ball weggeschlagen, dann hat sich alles verbal hochgeschaukelt“, schilderte Marankoz die Situation.

Nach dem Finale entwickelte sich zunächst vor und dann auf der Tribüne eine Auseinandersetzung um Marankoz, die schnell in ein Handgemenge mit Schlägen und Tritten ausartete, in das auch Spieler des 1. FC Waldtal verwickelt waren. Erst durch das beherzte Eingreifen einiger besonnener Personen, darunter Marburgs Torwart Thomas Halbrucker und Vertreter des 1. FC Waldtal, wurde die Situation beruhigt.

„Nach dem Finale bot ich Marankoz die Hand. Der schlug sie aber weg und beleidigte mich. Daraufhin habe ich zugeschlagen. Das war eine Kurzschlussreaktion“, schilderte Waldtals geständiger André Müller den Vorfall, der die Situation schließlich eskalieren ließ. Metin Alkan gab Tritte in die rangelnde Gruppe zu, wollte aber nicht gezielt getreten haben.

Sperre gegen Rübe aufgehoben

Dagegen beteuerte der ebenfalls beschuldigte Waldtal-Trainer Michael Rübe wiederholt, dass er schlichtend eingegriffen habe und versucht habe, seinen Vereinskameraden André Müller aus dem Gerangel herauszuholen.

Dem schloss sich das Sportgericht nach rund halbstündiger Beratung an und hob die im Vorfeld der Verhandlung ausgesprochene Sperre gegen Rübe auf. Ahmet Marankoz wurde wegen unsportlichen Verhaltens und Beleidigung zu einer Sperre vom 16. Februar bis 21. März belegt, Metin Alkan nach seinem Tritt in die Menschentraube wegen Tätlichkeit für acht Wochen gesperrt (25. Januar bis 20. März).

VfB Marburg akzeptiert Urteil nicht

Als Haupttäter erhielt André Müller, der inzwischen vom 1. FC Waldtal ausgeschlossen wurde, eine Sperre von 18 Wochen. Hinzu kommen für Müller als Wiederholungstäter in dieser Saison vier weitere Spiele Sperre. Spieler wie Vereine entschuldigten sich in ihren Schlussworten für ihr Verhalten.

„Die Vereine sind für das Verhalten ihrer Spieler und Fans verantwortlich“, begründete Bernd Riehl die Geldstrafen gegen SV Bauerbach (300 Euro), der in dieser Saison schon zweimal bestraft wurde, den 1. FC Waldtal (150 Euro) und den VfB Marburg (100 Euro), der das Urteil als einziger aber nicht akzeptierte.

von Frank Steinhoff-Wolfart

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