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"Sorgenkinder" treffen in Breidenbach aufeinander

Fußball: Verbandsliga "Sorgenkinder" treffen in Breidenbach aufeinander

Nach dem Punktgewinn in Kinzenbach wollen die "Blauen" am Sonntag (15 Uhr) wieder einen "Heim-Dreier" nach dann exakt 142 Tagen einfahren. Zu Gast ist im Perftal der VfB Gießen, der zuletzt groß auftrumpfte.

Auf Felix Baum (rechts) – hier in der Partie gegen Biebrich – setzt Breidenbachs Interims-Trainer Martin Lokoc am Sonntag, wenn es gegen Gießen geht.

Quelle: Michael Hoffsteter

Breidenbach. Der Fahrstuhl nach oben und nach unten ist noch frei. Doch wer steigt ein? Klar ist in der Fußball-Verbandsliga Mitte nur, dass nichts klar ist. Mindestens drei und höchstens fünf Teams werden in die jeweiligen Gruppenligen absteigen. Wie viele es am Ende der Meisterschaftsrunde dann sind, hängt wiederum davon ab, ob ein, zwei oder kein Team aus der Hessenliga den Fahrstuhl eine Etage runter antreten muss.

Bei zwei Hessenligaabsteigern müssten fünf runter in die Gruppenligen, bei einem beißen vier in den sauren Apfel. Sollten der 1. FC Eschborn (Rang zehn nach dem 3:0-Sensationssieg gegen den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg) und Rot Weiß Hadamar (Elfter nach der 2:3-Heimpleite gegen den SC Hessen Dreieich) den weiteren Hessenligaverbleib schaffen, wären es nur deren drei.

Doch dieses Szenario kann sich von Woche zu Woche ändern. Aktuell wären es drei Gruppenligaabsteiger: Die TSG Wieseck (13 Punkte), der FSV Schröck (19) und die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg (26 Zähler) mit Luft nach oben.

Breidenbach mit sportlichen Sorgen

Offen ist auch die Aufstiegssituation. Das Spitzen-Trio Viktoria Kelsterbach (54), FC Ederbergland (53) und VfB Gießen (51) trennen nur drei Punkte. Es hat aber schon neun, acht beziehungsweise sechs Zähler mehr als die punktgleichen Verfolger. Klar scheint auch das Rennen um den direkten Aufstiegsplatz und den Relegationsrang. Denn den Traditionsverein aus der Universitätsstadt Gießen plagen - so ist zu hören - wieder einmal große finanzielle Sorgen. Und eben dieses Team gibt am Sonntag seine Visitenkarte im Gunterstal-Stadion ab, und zwar beim FV Breidenbach, einem anderen „Problemkind“, das zwar keine finanziellen, ­dafür aber sportliche Sorgen hat.

„So, wie wir die zweite Halbzeit in Kinzenbach gespielt haben, das entspricht meinen Vorstellungen. Nach langer Zeit war Felix Baum wieder der Mann, der die Mannschaft nach oben gezogen hat. Wenn er auf dem Platz immer einhundert Prozent gibt, wird das bei jedem anderen auch so sein. Das erhoffe ich mir auch von den nächsten sieben Spielen“, sagt FVB-Interims-Trainer Martin Lokoc nach dem Punktgewinn im Heuchel­heimer Ortsteil und vor dem Traditionsderby am Sonntag gegen den VfB Gießen. „Gießen zählt zu den stärksten Teams der Liga, da haben wir nichts zu verlieren. Meine Jungs können zeigen, was sie drauf haben. Sie können frei ins Spiel gehen, und ich werde ihnen keinen Vorwurf machen, sofern sie verlieren. Den Zuschauern sollen sie zeigen, dass sie Fußball spielen können“, ergänzt der gebürtige Tscheche, der sein Team aus einer sicheren Defensive auf Konter spielen lassen will.

Die Hausherren können personell aus dem Vollen schöpfen: Für den wegen einer Gelb-Roten Karte gesperrten Michael Heinz kehrt Philip Michel wieder in den Kader zurück.

„Verlorene Söhne“ kehren zurück

Unterdessen teilte der FV Breidenbach mit, dass zwei „verlorene Söhne“ ins Perftal zurückkehren. Nachdem Trainer Frank Winkler (zuletzt VfL Biedenkopf) bereits im Januar seine Zusage für eine Rückkehr gegeben hatte, meldet der FV 09 Breidenbach Thomas Wellner als weiteren Neuzugang für die Saison 2016/2017 in der Verbandsliga Mitte. In einer Pressemitteilung des neuen Sportlichen Leiters Frank Schmidt heißt es: „Er kommt vom Hessenligisten TSV Eintracht Stadtallendorf und wird somit seine für zwei Jahre unterbrochene Spieltätigkeit zum 1. Juli wieder aufnehmen. Nach dem angekündigten Weggang von Niko Novakov, der berufsbedingt zu den Sportfreunden Birkelbach wechselt, haben wir in Thomas Wellner einen Akteur gewinnen können, der vielseitig einsetzbar ist und auch die Lücke nach Novakovs Abschied schließen kann. Wir sind sicher, dass sich Thomas Wellner bei uns wieder wohlfühlen wird.

Der gesamte Verein, die Verantwortlichen, Spieler und Fans freuen sich auf seine Rückkehr. Er wird uns mit seiner fußballerischen Klasse gut tun und unter unserem neuen (alten) Trainer Frank Winkler sicherlich seinen Platz in der Mannschaft finden.“ Der gebürtige Beltershäuser Wellner, der beim Hessenligisten nur wenige Einsatzzeiten hatte, wird der nicht immer sattelfesten Defensive des heimischen Verbandsligisten die nötige Stabilität und Sicherheit geben und kann auch Akzente nach vorne setzen.

von Herbert Lenz

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