Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
„Söldner“ zuhause ohne einen Punkt

American Football „Söldner“ zuhause ohne einen Punkt

Auch Bastian Berghaus, Marburgs neuer Quarterback, konnte die Negativserie nicht beenden: In der GFL (German Football League) sind die Mercenaries nach fünf Saisonspielen sieglos.

Voriger Artikel
Rauischholzhausen sahnt ab
Nächster Artikel
Centerin aus Northern Colorado verstärkt BC Marburg

Ein häufiges Bild gestern: Bastian Berghaus (rechts), Marburgs Quarterback, unter Druck gegen die Defensive Line der Stuttgart Scorpions.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Für einen Quarterback ist das erste Spiel von Anfang immer etwas Besonderes, an das man sich gerne zurück erinnert. In dieser Situation befand sich Bastian Berghaus, neuer Quarterback der Mercenaries, der gestern vor 250 Zuschauern im Georg-Gaßmann-Stadion zum ersten Mal für die Mercenaries in einem GFL-Spiel vom Anpfiff das Vertrauen von Headcoach Matthias Dalwig hatte. Doch sowohl Spielverlauf als auch Spielausgang waren nichts, an das er sich gerne erinnern wird. Denn am Ende unterlagen die „Söldner“ nicht nur mit 0:38, sondern der Offensive gelang nicht einmal ein einziger Punkt.

„Für Basti war es das erwartet schwere Spiel. Es war klar, dass er gegen eine solche Verteidigung nicht glänzen würde. Ich habe ihn ins Stahlbad geworfen und er hat Führungsqualitäten gezeigt und für das Team gekämpft“, erklärte Matthias Dalwig, Headcoach der Mercenaries. Berghaus brachte sieben Pässe in den Armen seiner Wide Receiver unter und warf für 31 Yards - nicht im Entferntesten gut genug für einen Sieg gegen Stuttgart.

Fehlende Abstimmung in der Offensive Line

Dylan Potts, Stuttgarts Quarterback, machte hingegen ein gutes Spiel. Dabei brauchte er jedoch seinen Arm vergleichsweise selten, sondern lief 15 Mal mit dem Ball und sorgte mit seinen Beinen ganz allein für 133 Yards und zwei Touchdowns. Dabei spielte er bei vielen Spielzügen seine exzellente Schnelligkeit und Wendigkeit aus. Egal, ob es geplante Läufe waren oder ob der Quarterback mit kurzen Sprints dem Marburger Pass Rush entging: Jedes Mal, wenn Potts mit dem Ball lief, wurde es brandgefährlich. Somit ging es für die Mercenaries beim Spielstand von 0:22 in die Halbzeitpause. Im vierten Viertel gelangen den „Skorpionen“ noch zwei weitere Touchdowns zum Endstand.

James Yock, Marburgs Offensive Line Coach, legte nach dem Spiel den Finger in die Wunde: „Wir müssen im Training nicht nur konzentrierter bei der Sache sein, sondern wir müssen auch mit mehr Regelmäßigkeit anwesend sein. Ich will mich gar nicht daran erinnern, wann wir im Training das letzte Mal alle Spieler zur Verfügung hatten“. Für eine erfolgreiche Offensive Line ist hervorragende Abstimmung unabdingbar. Die fehlende Abstimmung aufgrund zu wenig gemeinsamen Trainingseinheiten offenbarte sich auf dem Feld. Die Blocks der Offensive Line beim Laufspiel waren nicht gut genug. Zu oft wurde die gegnerische Defensivformation identifiziert und Gegenspieler völlig frei gelassen.

Defensive Line wie eine massive Wand

Insbesondere der schwachen Leistung der Offensive Line war es anzulasten, dass Andrecus Lindley, Marburgs Running Back, kaum in Tritt kam. Nachdem er im vergangenen GFL-Spiel gegen München eine starke Leistung gezeigt hatte, machte der US-amerikanische Running Back der „Söldner“ gegen Stuttgart kaum einen Stich und sammelte nur 29 Yards Raumgewinn. Lediglich einmal schaffte er mit einem Lauf 10 Yards. Ansonsten wurde er jedoch von der Scorpions Defensive Line, die für das Marburger Laufspiel eine massive Wand war, fast völlig aus dem Spiel genommen.

Auf der anderen Seite machte die Defensive der Mercenaries einen zumindest soliden Eindruck. Zwar kassierte sie letztlich 38 Punkte, doch wurde ihr von der eigenen Offensive, die lediglich fünf erste Versuche zustande brachte, das Leben sehr schwer gemacht. Stuttgarts Angriff schaffte hingegen 22 erste Versuche. Somit stand die Verteidigung der Marburger fast 35 von 48 Spielminuten auf dem Feld. Darüber hinaus hatte Carsten Weber, Marburgs Defensive Coordinator, viele angeschlagene Spieler zu beklagen. „Am Anfang der Saison hatte ich 28 Jungs. Davon stehen mir momentan nur 15 zur Verfügung“. Auch ließ Weber durchblicken, dass auch die Spieler, die auf dem Feld standen, allesamt angeschlagen gewesen seien, doch fürs Team die Zähne zusammengebissen hätten.

von Benjamin Kaiser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?