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"Söldner" verkaufen sich teuer

GFL: 35:49-Niederlage in Stuttgart "Söldner" verkaufen sich teuer

Gegen die Stuttgart Scorpions gestalteten die „Mercs“ das Auswärtsspiel lange offen und boten dem Top-Team lange Paroli. Letztlich gingen sie jedoch beim 35:49 wieder einmal leer aus.

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In Stuttgart ging es für Christian Köller (weißes Trikot) und die Marburger Offensive vorwärts. Zum Sieg bei den Scorpions reichte es zwar nicht, aber die Leistung gibt Anlass zur Hoffnung.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stuttgart. Skorpione verfügen über zwei Waffen: ihre Zangen und ihren giftigen Stachel. Ähnlich verhält es sich mit Daniel Potts, dem Quarterback der Stuttgart Scorpions. Am Samstag mussten die Marburg Mercenaries feststellen, dass der US-Amerikaner sowohl mit seinen Beinen als auch mit seinem Arm der gegnerischen Defensive weh tun kann. Dennoch zeigten die „Mercs“ im Auswärtsspiel gegen den hochkarätigen Gegner die beste Leistung der laufenden Saison.

Im Hinspiel im Marburger Georg-Gaßmann-Stadion, das Stuttgart mit 38:0 gewonnen hatte, waren es Potts‘ dynamischen Läufe gewesen, die der Verteidigung der Mercenaries Kopfzerbrechen bereitete. Am Samstag war es die zweite Waffe des Stuttgarter Quarterbacks - sein Arm.

Dabei war die Präzision, mit der Potts seine Pässe in den Armen seiner Wide Receiver unterbrachte, überraschend für Defensive Coordinator Carsten Weber: „Insbesondere Potts‘ Genauigkeit bei Pässen in die Tiefe haben wir nicht erwartet. Das war neu, und wir mussten entsprechende Umstellungen machen.“ Neben dem überraschend guten Passspiel der Hausherren war auch die knappe Personaldecke der Marburger Verteidigung für die hohe Punktezahl des Gegners verantwortlich: Die Defensive Backs Jimmy Yock (Muskelfaserriss) und Daniel Katusic (Bluterguss) fielen nämlich noch während der ersten Spielhälfte aus. So erzielte der Stuttgarter Angriff vor der Pause 28 Zähler, denn die Umstellungen griffen erst in der zweiten Halbzeit, als Marburgs Defensive die tiefen Pässe besser verteidigte, Stuttgarts Offensive die Stirn bot und sie mehrmals beim vierten Versuch stoppte.

Im Gegensatz zum vergangenen GFL-Spiel gegen Schwäbisch Hall ließen sich die „Söldner“ jedoch nicht aus dem Spiel drängen und verkauften sich teuer. Das lag vor allem an einer verbesserten Ausbeute der Offensive um Quarterback E. J. White.

Gute Leistung der Offensive

„Das war die bisher beste Saisonleistung in der Offensive. Gerade gegen Stuttgarts Verteidigung stimmt mich das natürlich zuversichtlich“, freute sich Head Coach Matthias Dalwig.

Weniger Freude zeigte er darüber, dass E. J. White einige harte Tackles einstecken musste, für die sich die beste „Front seven“ (Defensive Linemen und Line-backer) der German Football League verantwortlich zeichnete.

Insbesondere Jermaine Guynn, Stuttgarts 1,88 Meter großer und 115 Kilogramm schwerer Linebacker, den Weber „Football-Monster“ getauft hat, schnitt einige Male durch die Marburger Offensive Line wie ein heißes Messer durch die Butter. Allerdings war dies nicht verwunderlich, da den „Söldnern“ einige Linemen fehlten. „Dafür, dass wir viel umstellen mussten, haben sich die Jungs großartig geschlagen“, betonte Dalwig.

Die beste Saisonleistung zeigten auch die Wide Receiver der Mercenaries. Gleich vier der Marburger Passfänger erzielten mehr als 50 Yards an Raumgewinn, da E. J. White den Ball ausgeglichen verteilte. Insbesondere dem besten Wide Receiver der Mercenaries, Philip Prohaska, gelangen Fänge von hohem Schwierigkeitsgrad, und auch das Blocken der Passfänger zeigte sich deutlich verbessert.

So konnten die „Mercs“ aus einem 14:28-Halbzeitstand im dritten Viertel ein 28:28-Gleichstand machen. Der Überraschungssieg war für die Marburger also in greifbarer Nähe. Auch als es im Schlussviertel 35:42 stand.

Doch letztlich waren es wieder einmal individuelle Fehler, die ein Comeback gegen die Scorpions unmöglich machten.

von Benjamin Kaiser

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