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"Söldner" schlagen sich selbst

German Football League "Söldner" schlagen sich selbst

Gegen die "Skorpione" waren die Marburger eindeutig das bessere Team. Allerdings sorgten beim 14:30 vermeidbare Defensivfehler und zu viele Strafen für die vierte Niederlage in Folge.

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Fred Liepner (mit Ball) wird von der Defense der Stuttgart Scorpions gestoppt.

Quelle: Miriam Prüßner

Marburg. Spielstand 27:14 für Stuttgart. 1:27 Minuten noch zu spielen. Marburg mit viertem Versuch und der letzten Chance auf ein Comeback. Der Ball wird freigegeben, Quarterback Holt Claiborne hat das Leder in den Händen und versucht, den Stuttgarter Verteidigern zu entkommen. Doch statt einen präzisen Pass zu werfen, rutscht er aus und fällt hin. Stuttgart übernimmt den Ball und schießt kurz darauf das Field Goal zum Endstand. Eine symptomatische Szene für das Marburger Spiel am Sonntag. Die „Söldner“ schlugen sich selbst die Nägel in den Sarg, begruben sich höchstpersönlich. Es war nicht ihr Tag.

„Vor dem Spiel dachten wir, dass wir nur mit einer Top-Leistung gewinnen können. Im Nachhinein hätte uns ein durchschnittlicher Tag gereicht“, haderte Head Coach Matthias Dalwig. In fast allen wichtigen Statistiken hatten die Marburger die Nase vorn. Doch in der wichtigsten Kategorie zogen sie den Kürzeren. Nämlich auf der Anzeigetafel.

Vor 650 Zuschauer, laut Vereinsangaben, ging das Spiel für die Hausherren gut los. Überwiegend mit Läufen arbeiteten sich die „Mercs“ beim ersten Angriff tief in Stuttgarts Hälfte vor. Die Gastgeber waren drauf und dran, in Führung zu gehen. Allerdings unterlief Running Back Silas Nacita ein seltener Fehler. Er leistete sich in vielversprechender Position einen Fumble. Ansonsten machte der Star der Marburger Offensive einmal mehr ein bärenstarkes Spiel - auch als Punt Returner: Mehrmals sprang er spektakulärer als bei jedem Hürdenlauf über gegnerische Verteidiger hinweg.

Blackouts in der Passverteidigung

Die Marburger Passverteidigung machte zwar insgesamt ein gutes Spiel machte, hatte jedoch einige Blackouts. Insbesondere US-Safety Jesse Hogan erwischte keinen guten Tag und sah vor allem beim ersten Touchdown des Spiels - ein 60-Yards-Pass von Shane Carden auf Rocco Scarfone - nicht gut aus. Die völlig unverdiente Führung Mitte des ersten Viertels.

Auch bei den übrigen Touchdowns standen Stuttgarts Wide Receiver mutterseelenallein und punkteten ohne Mühe. „Wir hatten heute einfach zu viele und vor allem unnötige Fehler in unserer Defensivzuteilung“, kritisierte Matthias Dalwig. Hingegen spielte Marburgs Laufverteidigung gestern vor allem in den ersten drei Vierteln groß auf und legte Stuttgarts Rushing Offense die Handschellen an. Auch die Offensive Line zeigte sich besser als zuletzt.

Kein gutes Spiel machte Mercenaries-Quarterback Holt Claiborne. Der „Rasengeneral“ verabreichte den Stuttgartern zwar oft Kostproben seiner Sprintstärke, Pässe warf er aber zu selten. Er lief zu viel und zu früh und spürte den gegnerischen Pass Rush, wo keiner war. Ein ums andere Mal hatte er daher nicht das Auge für seine freistehenden Wide Receiver.

Quarterback Claiborne entschuldigt sich beim Team

Nach dem Spiel übernahm der „Rasengeneral“ Verantwortung. „Er hat sich für seine Leistung vor dem ganzen Team entschuldigt“, verriet Dalwig. Hinzu kam eine Vielzahl von unnötigen und teilweise fragwürdigen Strafen, die den „Mercs“ das Leben zusätzlich schwer machten. Dennoch kamen sie kurz vor der Halbzeit noch zum verdienten 7:21-Anschluss durch Silas Nacita.

Auch in Durchgang hatte Marburg länger den Ball, konnte jedoch nicht punkten. Anders die effizienten Gäste, die auf 27:7 erhöhten. Zwar brachte ein Nacita-Touchdown Marburg im Schlussviertel wieder heran, und als Jesse Hogan mit einer Interception zweieinhalb Minuten vor Schluss den Hausherren erneut das Angriffsrecht sicherte, keimte noch einmal so etwas wie Hoffnung auf. Claibornes Ausrutscher machte eine Aufholjagd aber zunichte.

von Benjamin Kaiser

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