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"Söldner" haben eine Rechnung offen

European Football League "Söldner" haben eine Rechnung offen

Zum zweiten Mal innerhalb von knapp einer ­Woche müssen die Marburg Mercenaries ­unter Beweis stellen, ob sie einem Sturm ­standhalten können.

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Marburgs Andrecus Lindley (rechts) hofft am Sonntag auf freie Wege wie hier gegen Rhein-Neckar. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Am vergangenen Sonntag wurden die „Söldner“ bei der 17:27-Niederlage in Saarbrücken von den Saarland Hurricanes im vierten Viertel durcheinandergewirbelt. Beim Heimspiel an diesem Sonntag (15 Uhr) gegen die Kiel Baltic Hurricanes werden es die „Mercs“ mit einem weitaus heftigeren Sturm zu tun bekommen. Dabei haben die Marburger mit den Kielern noch eine alte Rechnung offen: Im Viertelfinale der GFL-Playoffs 2013 schieden sie gegen die „baltischen Hurrikane“ im Georg-Gaßmann-Stadion mit 9:47 aus.

Einer der Hauptgründe für den Fehlstart der Mercenaries in dieser GFL-Saison sind die bisher nur phasenweise gelungenen Leistungen von Quarterback Brian Ensminger. Sollten die „Söldner“ am Sonntag verlieren, ist dem US-amerikanischen Neuzugang aber mit Sicherheit keine Schuld zuzuweisen. Ensminger wird nämlich gar nicht auf dem Platz stehen. Er ist nicht spielberechtigt, da er für den Wettbewerb nicht gemeldet ist. Statt Ensminger, der die Spielpraxis bitter nötig hätte, wird Bastian Berghaus, Student an der Philipps-Universität, als „Rasengeneral“ der „Söldner“ agieren.

In der GFL-Nord sind die Baltic Hurricanes eines der Top-Teams, verfügen über einen rund sechsmal so hohen Etat wie die Mercenaries und haben auch den Sieg in der Vorrundengruppe B der European Football League fast schon sicher.

In der ersten von zwei EFL-Gruppenspielen haben die „Mercs“ beim Auswärtsspiel gegen das niederländische Team der Alphen Eagles im April dieses Jahres mit 16:17 verloren. Eben diese Mannschaft wurde von den Kielern dagegen mit 58:0 regelrecht auseinandergenommen.

Auf die Frage, wie stark er die Baltic Hurricanes einschätze, antwortete Marburgs Headcoach Matthias Dalwig: „Wir sahen vor drei Wochen beim 7:43 im GFL-Spiel gegen Schwäbisch Hall nicht gut aus. Ich denke, dass Kiel ähnlich stark ist wie Schwäbisch Hall.“

In der Offensive ist das Team aus dem hohen Norden Deutschlands vom Feinsten bestückt. Carsten Weber, Defensive Coordinator der „Mercs“, und seine Verteidigung werden alle Hände voll zu tun haben. Wie Schwäbisch Hall spielt Kiel im Angriff eine „spread offense“. Es ist ein System, das auf dem Einsatz vieler Wide Receiver basiert, die das Spielfeld breit machen bzw. auseinanderziehen sollen. Hinzu kommt, dass insbesondere das kurze Passspiel über die Mitte des Spielfeldes eine der Spezialitäten des Kieler Quarterbacks Brandon Bolles ist.

Dass Bolles eine Vielzahl von Wide Receivern zur Verfügung steht, die exzellent darin sind, nach dem Fang Yards zu erkämpfen, erschwert die Angelegenheit für Marburg. Es ist eine ganz und gar stürmische Offensive.

Gerade das Kurzpassspiel der Gäste könnte Marburgs Verteidigung vor große Probleme stellen, denn den Marburgern gehen die Linebacker aus: In Saarbrücken riss bei Cesare Vanuccis das Kreuzband. Er fällt für den Rest des Jahres aus. Außerdem zog sich Stefan Hemming einen Muskelfaserriss zu und muss mindestens zwei Wochen pausieren. „Diese Verletzungen treffen uns hart, wir werden unser System ein wenig umstellen müssen“, sagt Weber besorgt.

Headcoach Dalwig ist kein Football-Romantiker sondern Football-Realist: „Bei unseren Personalsorgen wäre ein Sieg schon ein Mini-Wunder.“ Doch erst nach 60 Minuten wird abgerechnet - auch bei dieser Partie am Sonntag, die wohl mit „David gegen Goliath“ am besten beschrieben ist.

von Benjamin Kaiser

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