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„Söldner“ bezahlen Lehrgeld für gute Leistung

American Football „Söldner“ bezahlen Lehrgeld für gute Leistung

Nachdem sie im Hinspiel von den „Kometen“ zermalmt wurden, zeigten die Marburg Mercenaries gestern ein starkes Spiel und verlangten Allgäu viel ab. Letztlich gehen sie aber wieder leer aus.

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Marburgs Dominik Heinz (Nr. 44) hat den Ball und erwehrt sich mit seinen Mannschaftskollegen der Angriffe der Allgäu Comets.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Carsten Weber, Marburgs Defensive Coordinator, sprach nach der Niederlage Klartext: „Wenn mir jemand vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir dieses Ergebnis erzielen, hätte ich ihn schon ein wenig schräg angeguckt.“ Head Coach Matthias Dalwig war zwar von einer „Trotzreaktion“ seines Teams nach dem 13:68-Debakel in Kempten ausgegangen, doch auch er habe nicht mit einem ausgeglichenen Spielverlauf gerechnet im Georg-Gaßmann-Stadion.

Dabei gerieten die Marburger gestern früh in Rückstand, als Allgäus Quarterback Cedric Townsend einen Stellungsfehler in der Secondary der „Mercs“ ausnutzte und seinen Wide Receiver mustergültig zur 7:0-Führung einsetzte. Wie bei der 13:68-Hinspielklatsche drohte ein verkorkster Start ein weiteres Football-Debakel für die „Söldner“ einzuläuten. Doch nicht gestern. Denn die Mannschaft stemmte sich gegen eine weitere Demontage.

Marburg Mercenaries Allgäu Comets - Bildmitte mit Ball Marburg Nr.18 Andrecus Lindley : Foto / Michael Hoffsteter

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Offensichtlich wurde, dass Townsend beim Hinspiel einen äußerst guten Tag gegen eine schlecht aufgelegte Mannschaft erwischt hatte. Denn gestern ließ es der großgewachsene und laufstarke Quarterback stark an Pass-Präzision mangeln und warf mehrere sehr schlechte Pässe, von denen zwei in den Armen der „Söldner“ landeten. So kurz vor Ende der ersten Halbzeit: Anscheinend hatte sich Townsend mit seinen Gedanken schon in der Kabine befunden, denn zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff traf der Quarterback der Gäste eine äußerst fragwürdige Wurfentscheidung. Den schlechten Pass pflückte der Marburger Cornerback Dominique Patterson aus der Luft, legte den sechsten Gang ein und schaffte es mit dem Ball unterm Arm in die Endzone. Sehr zum Jubel der rund 200 Zuschauer gingen die „Mercs“ so mit einem überraschenden, aber genauso verdienten Spielstand von 7:7 in die Halbzeitpause.

„Wir wollten das Spiel möglichst lange offen gestalten. Zumindestens das ist uns geglückt. Auch wenn wir wieder mit leeren Händen da stehen“, erklärte Weber.

Pattersons Interception-Return war das einzig Zählbare, das die Marburger Offensive um Quarterback E. J. White gegen die exzellente Verteidigung der Comets zustande brachte. Mit der massigen Defensive Line der Allgäuer hatte Marburgs Offensive Line im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun.

Allgäus Quarterback Cedric Townsend nicht zu halten

Mitte des dritten Viertels erhielten die Allgäuer nach einem verunglückten Marburger Punt den Ball in der Hälfte der „Mercs“. Diese vorzügliche Feldposition ließen sich die Gäste nicht entgehen und bestraften den Fehler der Mercenaries gnadenlos: Cedric Townsend, der gestern häufig selber mit dem Ball lief, zündete an der 40-Yards-Linie der Marburger den Turbo, durchbrach drei Tackles der Hausherren und tankte sich bis in die Endzone zum 14:7 durch. „Auch wenn ich sehr stolz auf meine Männer bin, ist es trotzdem ärgerlich, solche Dinger zu kassieren. Da machen sich unsere Defizite in Sachen Tackling bemerkbar.“

Mit einem Field Goal zum 17:7 gegen Ende des dritten Viertels und einem kurzen Touchdown-Lauf kurz vor Schluss stellte Allgäu den Endstand her. Laut Dalwig sei es ein moralischer Erfolg für die „Mercs“ gewesen. Allerdings weiß der Coach auch, dass solche Erfolge keine Punkte im Kampf gegen die Relega­tion bringen.

Was den Marburgern bevorsteht, sind die Wochen der Wahrheit. Das Restprogramm für diese Saison besteht aus Rhein Neckar, München und Franken. Laut Head Coach Matthias Dalwig seien alle drei Teams schlagbar. „Die Einstellung im Team stimmt, und ich gehe davon aus, dass wir die nächsten drei Spiele gewinnen. Wir wissen, wie wichtig die drei letzten Partien sind“, sagte der Trainer. Als nächstes werden es die „Söldner“ am Samstag (22. August) auswärts mit den Rhein Neckar Bandits zu tun bekommen.

von Benjamin Kaiser

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