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Skandal löst Kopfschütteln aus

4 Fragen, 4 Antworten zur WM-Vergabe-Affäre Skandal löst Kopfschütteln aus

In der Affäre rund um das „Sommermärchen“ der WM 2006 gibt es täglich neue Schlagzeilen in der Frage, ob bei der Vergabe alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Wie geht der Amateurfußball, die Basis, damit um? Die OP sprach mit Kreisfußballwart Peter Schmidt.

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Marburgs Kreisfußballwart Peter Schmidt (kleines Foto) äußerte sich über (oben von links) Franz Beckenbauer, Dr. Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach.

Quelle: imago sportfotodienst

Marburg. Die OP wollte vom Marburger Kreisfußballwart Peter Schmidt wissen, welche Gedanken der Wirbel um die Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland bei ihm ausgelöst hat und wie der Amateurfußball damit umgeht.

OP: Was ging Ihnen durch den Kopf, als erste Ungereimtheiten in Sachen WM-Vergabe 2006 ­öffentlich wurden?

Peter Schmidt: Kopfschütteln - und die Frage, gibt es für solch gravierende Vorwürfe die entsprechenden Beweise? Wer war denn vor mehr als 15 Jahren überhaupt in den verantwortlichen Positionen? Dr. Zwanziger? Gerhard Mayer-Vorfelder? Franz Beckenbauer war der Garant dafür, dass Deutschland den Zuschlag bekam. Er müsste zu den Vorwürfen lückenlos berichten können.

OP: War der Rücktritt von Wolfgang Niersbach richtig?

Schmidt: Wolfgang Niersbach tut mir persönlich sehr leid. Er hat sich über Jahrzehnte in verschiedenen Positionen tadellos für den Fußball in all seiner Bandbreite eingesetzt. Ich maße mir nicht an, die Konsequenz und Richtigkeit des Rücktrittes von Herrn Niersbach zu beurteilen.

OP: Hat sich der Präsident des Hessischen Fußball-Verbands, Rolf Hocke, vor der außerordentlichen DFB-Präsidiumssitzung am Montag mit den Kreisfußballwarten in Verbindung gesetzt, um sich über die Stimmung an der Basis zu informieren?

Schmidt: Ich hatte persönlich zu Rolf Hocke Kontakt; allerdings zunächst in anderer Angelegenheit (Deutsche Meisterschaft im Blindenfußball durch die Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg). Die Sitzung am Montag in Frankfurt sollte dazu dienen, über die Aufklärung in Sachen „gekaufte WM-Vergabe“, Vorwurf der Steuerhinterziehung etc. mit dem DFB-Präsidium zu sprechen und damit verbunden die Dringlichkeit, der Basis Klarheit zu verschaffen, um sich danach auch wieder dem Tagesgeschäft widmen zu können.

OP: Wie geht der Amateurfußball damit um, dass das Ansehen des DFB inzwischen mehr als beschädigt ist. Gibt es Gesprächsbedarf mit Verbandsfunktionären bzw. mit der DFB-Spitze?

Schmidt: Man muss das differenziert sehen. Wir haben in Marburg in den vergangenen Jahren viele Berührungspunkte mit dem DFB gehabt. Die U-20- und U-23-Frauen mit Spielen gegen USA; Schweden, Südkorea usw.; die männliche U17 mit Spielen gegen Spanien, Ukraine; die jahrelange Arbeit des DFB-Stützpunktes in Stadtallendorf und Marburg. Bei all diesen Maßnahmen und Veranstaltungen haben die Frauen und Männer des DFB eine hervorragende Arbeit geleistet bzw. in den DFB-Stützpunkten wird sie immer noch geleistet. Da genießt die Arbeit des DFB sehr wohl eine ganz hohe Wertschätzung. Darüber hinaus besteht eigentlich ein ständiger Dialog über die tagtäglichen Dinge, die der Fußball bietet. Man wird darüber diskutieren, ob das „Krisenmanagement“ um Wolfgang Niersbach, die Rolle von Ex-Präsident Theo Zwanziger im Zusammenspiel mit dem „Spiegel“ und das Verhalten von Franz Beckenbauer in der Sache richtig oder falsch war. Der Deutsche Fußball-Bund und seine Landesverbände müssen und werden nach vorne zu schauen haben. Die Umsetzung des DFB-Masterplans, die Integration der Flüchtlinge in die Vereine, auf Regional- und Kreisebene eine Spielklassenreform (verbunden mit Kreisreformen) sind weitere, wichtige Aufgaben, die gemeinsam künftig zu bewerkstelligen sind.

von Michael E. Schmidt

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