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Sicaja lobt Elf für "sehr reife" Leistung

Fußball-Regionalliga: Stadtallendorf - Walldorf 2:0 Sicaja lobt Elf für "sehr reife" Leistung

Achtes Spiel, vierter Sieg: Für Aufsteiger Stadtallendorf geht der Höhenflug weiter. Nach einem souveränen 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den FC Astoria Walldorf klettert die Eintracht auf Platz vier.

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Zeigte erneut eine überragende Leistung: Eintracht Stadtallendorfs Erdinc Solak (Mitte) behauptet den Ball gegen Walldorfs Jonas Kiermeier.

Quelle: Miriam Prüßner

Stadtallendorf. Kein Zittern. Kein Bangen. Kein Hoffen. Als der gut leitende Unparteiische Mario Schmidt (Daun) exakt nach 90 Minuten die sehr faire Begegnung im Herrenwaldstadion abpfiff, dauerte es nicht lange, bis es die TSVler zum Feiern in den eigenen Fanblock zog. Mit dabei: Trainer Dragan Sicaja, der auf der obligatorischen Pressekonferenz den ein oder anderen Lacher erntete.

„Die Jungs waren sowas von heiß“, schob TSV-Pressesprecher Christoph Grimmel dem Kroaten ob des guten Starts seiner Schützlinge den Ball zum Statement zu. Sicajas Antwort: „Heiß waren wir sehr oft. Heute waren wir sehr reif“, entgegnete der Coach, „Hut ab, wie sich die Mannschaft als Aufsteiger nach sieben Spielen dargestellt hat - wie sie gegen den Ball gearbeitet und nach Balleroberung schnell umgeschaltet hat. Das war sehr gut“, schwärmte der 50-Jährige von seinem Team, das schon nach 80 Sekunden für Jubel bei den meisten der 1562 Zuschauern sorgte.

Führung nach zwei Minuten

Nach Zuspiel von „Mo“ Arifi­ durchs Zentrum setzte sich ­Israel Suero Fernandez am Strafraum durch und zog ohne zu zögern flach ins kurze Eck ab - 1:0. „Wenn du so früh zurückliegst, ist das Spiel ein anderes. Dass Stadtallendorf eine gewisse Qualität im Konterspiel besitzt, ist inzwischen auch in der Regionalliga bekannt“, gab FC-Coach Matthias Born zu bedenken und sprach von einem „verdienten Sieg“ für die Heimelf - und dies völlig zu Recht.

Denn den Mut, den Born vor der Partie von seiner Elf eingefordert hatte, zeigten nicht die Gäste, sondern der TSV, der - wie die Walldorfer - in bewährter 4-4-2-Grundordnung diszipliniert verteidigte, gefällig nach vorne kombinierte und umschaltete und auch eine ­wesentlich bessere Zweikampf-Quote vorzuweisen hatte als die Baden-Württemberger, denen es an einigem mangelte.

Zu behäbig im Spielaufbau, der oft erfolglos durch lange Bälle in die Spitze ersetzt wurde, und mit fast ohne Tempowechsel agierte die Born-Elf, die in den ersten - von der Eintracht dominierten - 45 Minuten nur durch eine Direktabnahme von Marcel Carl zu einer nennenswerten Torchance kam (17.).

Hodaj sieht die "mit Abstand beste Saisonleistung"

„Wir haben hochkonzentriert gearbeitet. Das war mit Abstand die beste Saisonleistung. Wir haben schon andere gute Spiele gemacht, aber heute nichts defensiv zugelassen“, lobte Stadtallendorfer Sportlicher Leiter Fejz Hodaj, der feststellte: „Wenn wir so weitermachen, ist es möglich, die Klasse zu halten.“

Hatte der TSV vor der Pause noch ein klares Chancenplus - unter anderem durch Ceyhun Dinler, der den Ball an die Latte geköpft hatte (26.) -, so fand Walldorf nach der Pause etwas besser ins Spiel. Nachdem beide Teams zwei gute Torchancen ungenutzt gelassen hatten, erhöhte Erdinc Solak mit einem Geniestreich auf 2:0: Aus gut 30 Metern halblinker Position zirkelte der 26-Jährige einen Freistoß wuchtig an der Ein-Mann-Mauer vorbei in den Winkel des kurzen Ecks - eine Augenweide!

„Den Keeper ausgucken - das kann er“, lobte Mitspieler Del-Angelo Williams. Und auch der Torschütze wusste: „Wenn der Torwart aus dieser Distanz ein Gegentor kriegt, sieht er nie gut aus. Ich hatte schon die ganze­ Zeit beobachtet, dass er weit draußen stand. Also dachte ich mir: Versuch‘ es mal“, sagte ­Solak, der auch diesmal wieder die Fäden im Offensivspiel zog, während Tomislav Baltic überzeugte, indem er dahinter viele Bälle eroberte.

Walldorf fehlt die Durchschlagskraft

„Ich hatte 90 Minuten eigentlich nie das Gefühl, dass wir ein Gegentor kassieren“, verriet ­Solak, dessen Team auch nach dem 2:0 alles unter Kontrolle hatte und durch Williams (69.) und Suero Fernandez (74.) noch hätte erhöhen können.

Statistik

Eintracht Stadtallendorf - FC Astoria Walldorf 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Israel Suero Fernandez (2.), 2:0 Erdinc Solak (56.). TSV Eintracht Stadtallendorf: Vincek - Gaudermann, Preuß (46. Auer), Vidakovics, Dinler - Suero Fernandez (81. Döringer), Baltic, Arifi, Vogt - Williams (83. Ademi), Solak. FC Astoria Walldorf: Hiegl - Kiermeier, Nyenty, Pellowski, Stadler - Hillenbrand (60. Pander), Horn, Grupp (60. Hellmann), Carl - Kern, Groß (77. Meyer). Schiedsrichter: Mario Schmidt (Daun). Gelbe Karten: Arifi, Vogt / Grupp, Pellowski. Zuschauer: 1562. Beste Spieler: Baltic, Solak, Vogt / Hillenbrand.

„Wir haben es über die gesamte Spielzeit nicht geschafft, das umzusetzen, was uns stark macht“, bedauerte Born, „bissig zu sein in den Zweikämpfen, aggressiv zu sein in der Balleroberung und im Umschaltspiel. Auch an der Durchschlagskraft und Überzeugung, das Tor zu machen, hat es gefehlt.“

Allerdings: Die Eintracht erwies sich stets als harte Nuss - auch nachdem Markus Auer­ ab der 46. Minute Steven Preuß als Innenverteidiger ersetzt hatte. Für Auer war es insgesamt „gut regionalligatauglich“. „Wir hatten das Spiel über 90 Minuten im Griff, waren klar die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen“, befand der 21-Jährige, der mit seinen Mitspielern nur einmal den Anschlusstreffer befürchten musste. Pascal Pellowskis Kopfball entschärfte jedoch Keeper Hrvoje Vincek (73.).

von Marcello Di Cicco

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