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Lokalsport Sicaja fordert zehn Prozent mehr
Sport Lokalsport Sicaja fordert zehn Prozent mehr
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00:16 31.07.2018
Die Mannschaft vom TSV Eintracht Stadtallendorf für die neue Saison der Regionalliga Südwest. Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

Trotz einer Rückrunde mit einigen Rückschlägen schaffte die Eintracht am vorletzten Spieltag der Premierensaison den Klassenerhalt in der Südwest-Staffel, letztlich aufgrund einer bärenstarken Hinserie hochverdient. Vor dem zweiten Jahr warnt Stadtallendorfs Coach Dragan Sicaja jedoch inständig.

„Das Erreichte zu bewahren, ist immer schwieriger. Wollen wir unser Niveau halten, müssen wir alle zehn Prozent mehr arbeiten. Das Vorhandene darf nicht selbstverständlich werden“, mahnt der Kroate, der weiß, „dass wir etwas geschafft haben, worum uns viele beneiden“. Und so kann es für die Herrenwälder auch in dieser Spielzeit erneut nur um eines gehen: den Klassenverbleib. „Das wäre wieder ein sensationeller Erfolg“, sagt Mario Schrödel, der weiterhin mit Fejz Hodaj die Sportliche Leitung beim TSV Eintracht bildet.

Tickets

Erwachsene zahlen in dieser Saison im Herrenwaldstadion 10 Euro für einen Stehplatz, 13 Euro für einen Sitzplatz sowie 140 Euro (Stehplatz) beziehungsweise 180 Euro (Sitzplatz) für eine Dauerkarte.

Vereinsmitglieder, Rentner, Schüler, Studenten und Behinderte zahlen 9 Euro für den Steh- und 12 Euro für den Sitzplatz. Dauerkarten kosten 130 Euro (Stehplatz) beziehungsweise 170 Euro (Sitzplatz).

Die von vielen Seiten kolportierte Aussage, dass das zweite Jahr immer das schwerere sei, weil der damalige Aufsteiger lange von der Euphorie getragen wurde, will Stadtallendorfs Fußball-Chef Reiner Bremer nicht ganz so sehen: „Vielleicht sind wir nicht mehr das Überraschungsei, allerdings haben wir uns viel Respekt erarbeitet, was ich als Vorteil sehe.“ Ein weiterer Vorteil laut Bremer: das organisatorische und sportliche Neuland ist nun keines mehr. „Wir können uns nun komplett auf Fußball konzentrieren“, gibt er zu bedenken.

Auch in seiner zweiten Saison setzt die Eintracht zum überwiegenden Teil auf „Feierabendfußballer“ und ehrenamtliche Strukturen im Verein. Sicaja weiß: „Wir sind besonders, weil wir anders sind als viele andere. Das müssen wir bewahren. Und dafür haben wir auch viel Sympathie gewonnen“, ist Sicaja stolz – auch auf die Fans, die für die Herrenwälder nicht selten als zwölfter Mann fungierten.

Von der Stammbesetzung vergangener Tage haben Del-Angelo Williams (zum Drittligisten FC Hansa Rostock), mit 14 Treffern bester TSV-Torschütze in der vergangenen Runde, und der technisch versierte Flügelstürmer Israel Suero Fernandez (zum Ligarivalen SV Elversberg) die Herrenwälder verlassen. „Klar haben wir im Offensivbereich zwei Granaten verloren, allerdings haben wir auch entscheidende Spieler gehalten. Unser Vorteil ist, dass wir eine kompakte, eingespielte Mannschaft sind. Ich sehe uns auf keinen Fall schlechter als vergangene Saison“, meint Schrödel.

Es mag auch daran liegen, dass sich – neben neun Abgängen (darunter einige Spieler aus der „zweiten Reihe“) – spielerische Qualität den Ostkreislern angeschlossen hat. Elf Zugänge (unter anderem einige Perspektivspieler) hat die Eintracht zu verzeichnen – alle mit Verträgen über die Saison hinaus ausgestattet, damit der Fokus komplett auf dem Sportlichen liegen kann. Im Angriff könnte der von Hessenligist FC Ederbergland gekommene, nach seinem Kreuzbandriss genesene Felix Nolte die Lücke schließen. Dies untermauerte der 27-Jährige mit seinen Toren in diversen Testspielen.

„Bei Felix hat sich in den Vorbereitungsspielen herauskristallisiert, dass er die Lücke schließen kann“, meint Schrödel. Auch Sicaja ist mit Nolte „zufrieden“. „Er hat bisher super gearbeitet“, lobt Sicaja den Angreifer. „Interessant“ (Schrödel) sei auch Rückkehrer Antonyos Celik, der als 18-Jähriger – damals vom VfB Gießen gekommen – unter Sicaja sehr gut einschlug und offensiv variabel als Außen- oder Mittelstürmer eingesetzt werden kann. „Anton haben wir geholt, weil ich wusste, dass er uns bestimmt helfen kann“, sagt Sicaja, der derweil noch mehr von seinem Stürmer-Landsmann Mihovil Geljic und vom serbischen Mittelfeldspieler Amar Zildzovic erwartet.

Spiele im Jahr 2018

Hinrunde

  • Samstag, 28. Juli (14 Uhr)
    SC Hessen Dreieich (H)
  • Freitag, 3. August (19.30 Uhr)
    FSV Frankfurt (A)
  • Dienstag, 7. August (18.30 Uhr)
    SC Freiburg II (H)
  • Samstag, 11. August (14 Uhr)
    1. FC Saarbrücken (A, in Völklingen)
  • Samstag, 18. August (14 Uhr)
    VfB Stuttgart II (A)
  • Samstag, 25. August (14 Uhr)
    TSV Steinbach Haiger (H)
  • Sonntag, 2. September (14 Uhr)
    SV Waldhof Mannheim (A)
  • Samstag, 8. September (14 Uhr)
    TSG Balingen (H)
  • Samstag, 15. September (14 Uhr)
    FK Pirmasens (A)
  • Samstag, 22. September (14 Uhr)
    Kickers Offenbach (H)
  • Samstag, 29. September (14 Uhr)
    VfR Wormatia Worms (A)
  • Samstag, 6. Oktober (14 Uhr)
    FC Homburg (H)
  • Samstag, 13. Oktober (14 Uhr)
    SV Elversberg (A)
  • Samstag, 20. Oktober (14 Uhr)
    FC-Astoria Walldorf (H)
  • Samstag, 27. Oktober*
    FSV Mainz 05 II (A)
  • Samstag, 3. November (14 Uhr)
    SSV Ulm (H)
  • Samstag, 10. November*
    TSG Hoffenheim II (A)

Rückrunde

  • Freitag, 23. November (19 Uhr)
    SC Hessen Dreieich (A)
  • Samstag, 1. Dezember (14 Uhr)
    FSV Frankfurt (H)
  • Samstag, 8. Dezember (14 Uhr)
    SC Freiburg II (A)

*Spiele sind noch nicht terminiert.

Einen durchweg positiven Eindruck hat bislang auch der vom KSV Hessen Kassel II gekommene Arne Schütze hinterlassen, der als Rechtsverteidiger, aber auch auf dem rechten Flügel offensiv eingesetzt werden kann und das Potenzial haben dürfte, zu überraschen. Sicaja: „Arne hat im Kasseler Regionalligakader mittrainiert. Er hat gezeigt, dass man auf ihn zählen kann, er ist sehr sachlich und vor allem lernfähig.“

Auf der Torhüter-Position ist die Eintracht in Hrvoje Vincek und Rückkehrer Dusan Olujic nun ebenfalls „überragend besetzt“, wie Schrödel findet. „Auf dieser Position haben wir keine Baustelle, sondern nur eine Baustelle zugemacht für den Fall, dass Hrvoje etwas passiert“, lässt Sicaja durchblicken, dass er an seiner bisherigen Nummer eins festhält.

Wie Schrödel auf Anfrage mitteilte, waren unter der Woche noch zwei Probespieler im Training. „Das Augenmerk liegt momentan eher auf der Offensive. Die Frage ist: Ist jemand sofort eine Alternative? Dann würden wir noch etwas tun, aber nicht Hals über Kopf“, sagt Schrödel.

Die aktuell 24 Feldspieler (darunter auch der vom A-Ligisten SV Großseelheim gekommene brasilianische Goalgetter Guilherme „Gui“ Appel Prestes da Silva“) im Kader seien laut Sicaja zwar „viel zu viel“, aber: „Wir haben viele junge Spieler geholt, die es nicht alle schaffen werden. Aber sie werden sich bei uns auch nicht verschlechtern, sondern wir würden ihnen auch sagen, wenn es vielleicht besser wäre, wenn sie woanders spielen sollten. Wir werden niemanden belügen“, betont Sicaja.

In Sachen Meisterschaftsfavoriten hat der 51 Jahre alte A-Lizenz-Inhaber aus Schwalmstadt „die üblichen Verdächtigen“ auf dem Zettel: den amtierenden Meister 1. FC Saarbrücken, die SV Elversberg, den SV Waldhof Mannheim und die Offenbacher Kickers. Doch auch dem ambitionierten Aufsteiger FC Homburg traut Sicaja – übrigens wie einige andere Trainer in der Regionalliga – eine gute Rolle zu.

In Sachen Aufstieg gibt es seit dieser Spielzeit eine wichtige Neuerung: In den kommenden beiden Spielzeiten steigt der Südwest-Meister direkt in die 3. Liga auf, der Tabellenzweite der Regionalliga Südwest hat keine Aufstiegsmöglichkeit mehr. Mindestens drei Mannschaften steigen ab, durch mögliche Absteiger aus der 3. Liga kann sich die Anzahl der Absteiger bis auf maximal fünf Mannschaften erhöhen. Aus den Oberligen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz/Saar und Hessen steigen die jeweiligen Meister direkt auf. Die drei Vizemeister ermitteln – wie in den Vorjahren – innerhalb einer Aufstiegsrunde einen weiteren Aufsteiger.

von Marcello Di Cicco