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Sicaja baut auf Herz und Leidenschaft

Fußball-Hessenliga Sicaja baut auf Herz und Leidenschaft

Fünftes Heimspiel, vierter Heimsieg? Im SV Wiesbaden hat Eintracht Stadtallendorf am Samstag (14 Uhr) einen sportlich anspruchsvollen wie auch finanziell potenten Gegner zu Gast, der derzeit jedoch nicht frei von Sorgen ist.

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Mit vereinten Kräften gehen die Stadtallendorfer Del-Angelo Williams (von links), Dominik Völk und Kevin Bartheld gegen Oberrads Kapitän Dennis Abendroth vor. Foto: Marcello Di Cicco

Stadtallendorf. Egal, wo es einen Zuschauer in der Hessenliga hinführt: Wenn die Frage nach den Meisterschaftsfavoriten gestellt wird, fällt oft ein Name: SV Wiesbaden - und das nicht ohne Grund. Satte 15 von 18 Punkten holte der Traditionsklub aus der hessischen Landeshauptstadt in den ersten sechs Partien. Namhafte Neuzugänge wie auch die Tatsache, dass der Verein dank Hauptsponsor Kartina TV einen finanziell größeren Spielraum als viele andere Hessenligisten hat, mögen zu dem Erfolg beigetragen haben.

Doch sorgenfrei ist man auch beim SVW derzeit nicht, was vor allem an der sportlichen Situation liegt. Zwei 1:2-Niederlagen gegen Oberrad und Alzenau, dazu noch eine 3:4-Niederlage gegen Vellmar - allesamt Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte.

„Das überrascht uns auch etwas“, gesteht Wiesbadens Trainer und Sportlicher Leiter Djuradj Vasic, der dennoch weiß, wo derzeit der Schuh drückt: „Wir haben einige Leistungsträger ersetzen müssen und sind aus dem Rhythmus gekommen. Es liegt aber auch daran, dass unsere Chancenverwertung zuletzt nicht optimal war und wir nicht immer gut verteidigt haben“, will der ehemalige Zweitliga-Profi und Abwehrspieler die Defensivarbeit wieder stärker in den Fokus rücken.

An das mit dem Verein oft verbundene Thema Aufstieg mag Vasic allerdings nicht denken, denn: „Es gibt infrastrukturelle Probleme“, erklärt der 58-jährige Serbe. „Es ist nicht unser Saisonziel, denn was die Vorbedingungen angeht, sind wir davon noch weit entfernt. Wir haben keinen eigenen Rasen-Trainingsplatz, sondern teilen uns einen Kunstrasenplatz mit anderen Vereinen. Unser Ziel ist es, in der Spitze der Liga mitzuspielen.“

Den Stadtallendorfern bescheinigt Vasic, sich seit dem Auftaktspiel in Ederbergland, das er vor Ort verfolgt hat, weiterentwickelt zu haben. „Es wird kein leichtes Spiel. Wir müssen aber auch in einer solchen Phase zeigen, dass die Mannschaft die Qualität hat, solche Trends zu stoppen und sich aus der Spirale befreien kann“, fordert der Trainer des SVW, dessen Elf auf den zweiten Kreuzbandriss von Nicolai König kurzfristig reagiert hat und den Ex-Wehener Amin Ahmed, der bereits seit Juli mit den Vasic-Schützlingen trainiert, verpflichtet hat. Dafür fehlt noch immer der verletzte Stammkeeper Pero Miletic.

Den kriselnden Gegner auf die leichte Schulter nehmen soll die Eintracht nicht, wie Trainer Dragan Sicaja fordert: „In der Hessenliga kann einem jede Mannschaft wehtun, wenn man ein paar schlechte Minuten hat.“ Das hat nicht zuletzt die letzte Partie gegen Aufsteiger Oberrad gezeigt. „Wir kassieren noch auf zu einfache Art Gegentore. Wir dagegen müssen immer großen Aufwand betreiben, um zum Erfolg zu kommen. Das ist ein Prozess, den wir durchmachen müssen“, meint Sicaja, den allerdings freut, „mit welchem Herz und mit welcher Leidenschaft wir auf dem Platz stehen und dass die Spieler auch selbstkritisch sind“.

Da der zuletzt angeschlagene Raul Guzu wieder einsatzbereit ist, „haben wir jetzt viele Varianten zur Verfügung“, freut sich der TSV-Übungsleiter, der in den kommenden Begegnungen „die komplette Mannschaft“ einbeziehen will.

von Marcello Di Cicco

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