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Sicaja: "Wir waren im Kopf nicht bereit"

Fußball-Hessenliga Sicaja: "Wir waren im Kopf nicht bereit"

Die äußeren Bedingungen stimmten. Doch für Zählbares reichte es für Stadtallendorf im Bezirks-Derby gegen den FC Ederbergland nicht.

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Stadtallendorfs Fejz Hodaj (rechts) kann den Ederbergländer Felix Nolte nicht bremsen. Schiedsrichter Jörn Blankenburg (Foto unten) zeigt Eintracht-Keeper Dusan Olujic die Rote Karte.
Fotos: Nadine Weigel / Marcello Di Cicco

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. „Der letzte Funke Hoffnung“ - jene Worte zierten das Transparent, das das gute Dutzend mitgereister FCE-Anhänger samt ihrer Trommel mit ins Herrenwaldstadion gebracht hatte. Für ein spannendes Derby war dort alles gerichtet, denn mit knapp 330 Zuschauern stimmte nicht nur die Kulisse.

Mit einem „Frühjahrsputz“ hatten die E- und D-Junioren der Herrenwälder für das erste Heimspiel des Jahres dort auch optisch alles hergerichtet.

Doch während nach 92 Minuten für die einen der Funke Hoffnung auf den Klassenerhalt mehr denn je glühte, zeigte sich Eintracht-Trainer Dragan Sicaja maßlos enttäuscht: „Wir waren heute im Kopf nicht bereit, das Spiel richtig einzuordnen. Diesen Gegner muss man einfach schlagen; dafür hätte man gar nicht viel investieren müssen. Stattdessen haben wir alles getan, um dieses Spiel zu verlieren. Wir haben uns in den ersten Minuten in unnötige Zweikämpfe und Nickligkeiten verwickeln lassen und es nicht geschafft, Ruhe ins Spiel zu bringen.“

Insbesondere in der ersten halben Stunde, in der die über die gesamte Spieldauer defensiv anfälligen Platzherren keinen Zugriff aufs Spiel fanden, machte sich die Sicaja-Elf das Leben selbst schwer: Weil er Doppeltorschütze Felix Nolte umstieß, musste Eintracht-Torwart Dusan Olujic in der 18. Minute mit Rot vom Platz - unnötigerweise, denn die Gefahrensituation war bereits bereinigt. Knapp 13 Minuten stand Ersatzkeeper Thomas Halbrucker auf dem Platz, als ihn ein hoher Aufsetzer, der unter der Latte in den Maschen landete, unglücklich aussehen ließ - 0:2 (32.).

„Wir haben heute in den richtigen Momenten zugestochen, es aber verpasst, frühzeitig das 3:0 nachzulegen. In der Anfangsphase hatten wir uns etwas schwergetan, weil wir ein ums andere Mal ‚überspielt‘ wurden“, sagte ein sichtlich erleichterter Gäste-Coach Christian Hartmann. „Wir müssen weiter auf dem Boden bleiben.“

Dennoch stellte der Ex-Stadtallendorfer Anton Jencik in Diensten des Aufsteigers fest: „Wenn wir dieses Spiel nicht gewonnen hätten, wäre es das gewesen mit dem Klassenerhalt.“

Dabei wurde es nach dem Wiederanpfiff noch mal richtig eng für die Gäste, die bis dahin mehr investiert und im Spielaufbau geordneter agiert hatten. Mit Beginn des zweiten Durchgangs zeigte Stadtallendorf ein komplett anderes Gesicht.

Wie schon im ersten Abschnitt trug der TSV vorwiegend über den linken Flügel gefährliche Angriffe vor, wo erstmals seit acht Partien wieder der eingewechselte Dennis Lepper wirbelte. Der quirlige Mittelfeldspieler belebte sofort das Offensivspiel und stellte die Gäste-Defensive vor große Probleme - allerdings traf er nur den Außenpfosten (49.). Erst Kevin Bartheld besorgte der nun kurzzeitig kombinationsfreudiger und engagierter aufspielenden Heimelf per Flachschuss den verdienten Anschlusstreffer (51.).

Mit dem 3:1-Führungstor von Oleg Schneider (68.) ebbte das Powerplay der Ostkreisler wieder ab. Und weil der nun offensiver agierende TSV auch im zweiten Abschnitt hinten anfällig blieb, machte der eingewechselte Robin Wissemann in der Schlussminute nach einer Hereingabe den höchsten Saisonsieg der Ederbergländer perfekt.

„Letztlich haben wir verdient verloren“, befand TSV-Außenverteidiger Manuel Rasiejewski, „selbst in Unterzahl war diese Niederlage aber unnötig, weil wir eigentlich keinen Deut schlechter waren als Ederbergland. Das ist eigentlich keine Mannschaft, die mit uns auf Augenhöhe ist. Wir haben uns nur viel zu dumm angestellt.“

von Marcello Di Cicco

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